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Sünde des Schweigens Kriminalroman von Georg, Rudolf (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.09.2019
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Sünde des Schweigens

Während eines abenteuerlichen Urlaubs in Mali gerieten Margarete Schönfelder, Tochter eines schwäbischen Unternehmers, und ihr Ehemann Erich in Geiselhaft. Er kam frei, sie starb. Als der junge Anwalt Dr. Jean-Jacques 'Joja' Seltenreich den Ehemann in einer Verwaltungsrechtssache vertritt, keimt in ihm ein ungeheuerlicher Verdacht auf. Wie aber soll sich ein Anwalt nun zwischen der ihm vom Gesetz auferlegten Schweigepflicht und seinem Gewissen entscheiden? Die Lösung ist gefährlich, denn sein Gegenspieler ist nicht zimperlich ... Rudolf Georg wurde in Friedrichshafen geboren. Seine Kindheit verbrachte er zunächst am Bodensee und später im Rheinland. Er studierte Jura in Bonn und in Speyer, ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt seit vielen Jahren in der Region Stuttgart. Von hier aus arbeitet er als Rechtsanwalt. Seine oft nicht alltäglichen Mandate führen ihn zu den unterschiedlichsten Orten in ganz Deutschland. Stets interessieren Rudolf Georg die Menschen hinter seinen Fällen. Was geht in ihnen vor? Was treibt sie an?'Sünde des Schweigens' ist Georgs erster Kriminalroman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 282
    Erscheinungsdatum: 11.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839260982
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2076 kBytes
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Sünde des Schweigens

Eins

Er konnte sich nicht erinnern, je an einer Beerdigung teilgenommen zu haben und trockenen Fußes zurückgekehrt zu sein, auch nicht an einem Spätsommertag wie diesem. Jetzt saß er im Auto und zögerte auszusteigen. Der Regen trommelte auf das Dach, die Tropfen liefen in kleinen Rinnsalen die Windschutzscheibe hinunter. Das schmutzige Grau des Himmels lastete schwer auf den Giebeldächern der Häuser.

Am Morgen hatte er noch bei Sonnenschein die Wohnung verlassen; es hätte ein schöner Tag werden können, zumindest, was das Wetter anbelangte. Sogar seine Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht war überraschend gut verlaufen; sein Mandant zeigte sich mit dem Erreichten zufrieden. Als er aber den nüchternen Zweckbau des Gerichts verließ, sah er schon von Weitem das Papier, das unter dem Scheibenwischer klemmte. Das wäre nicht passiert, wenn er - wie sonst auch - den Weg von der Kanzlei zum Gericht zu Fuß zurückgelegt hätte. Aber er hatte damit gerechnet, dass es nach dem Termin zu knapp werden würde, um zurückzulaufen, sein Auto zu holen und rechtzeitig zur Beerdigung zu kommen. So hatte er in der Augustenstraße unmittelbar vor dem Gebäude geparkt, wider besseres Wissen, denn seiner Erfahrung nach ließ sich kein Verhandlungstermin innerhalb der Höchstparkdauer bewältigen. Nun hatte er die Quittung bekommen. Noch während er las, was ihm die Ordnungshüter abverlangten, begann es zunächst nur zu tröpfeln. Das anfängliche Nieseln entwickelte sich rasch zu einem ergiebigen Regen. Hastig stellte er seinen Aktenkoffer hinter den Fahrersitz und stieg ein.

Nicht wegen der Gerichtsverhandlung - auch wenn sein Mandant es wohlwollend zur Kenntnis genommen hatte -, sondern wegen der Beerdigung hatte er sich am Morgen sorgfältig angezogen, dem Anlass angemessen, schwarzer Anzug, weißes Hemd, schwarze Krawatte. Die Zeit hatte es nicht erlaubt, noch Schuhe zu putzen, weshalb er das einzige saubere Paar gewählt hatte. Elegante Schnürschuhe mit Ledersohle, ein Fehler, den er - dessen war er sich beim Blick durch die Frontscheibe gewiss - bald bereuen sollte.

Joja fügte sich in sein Schicksal. Er erreichte die Kleinstadt vor den Toren Stuttgarts auf der Haupteinfallstraße, die auf dieser Strecke dreimal ihren Namen änderte, verlangsamte seine Geschwindigkeit und hielt nach einem Parkplatz Ausschau. In der Nähe der spätmittelalterlichen Stadtkirche gab es keinen, er hatte auch nicht ernsthaft damit gerechnet. Auf beiden Seiten der Straße und in den abzweigenden Querstraßen reihte sich in einem Umkreis, den er zu Fuß noch in wenigen Minuten bewältigen konnte, eine große Limousine an die andere. Vertreten war alles, was gut und vor allem teuer war, vorwiegend aus schwäbischer Produktion, aktuelle Modelle in dunklen Metallic-Farben. Wenige Luxus-Geländewagen ragten aufgrund ihrer Größe aus der nahezu gleichförmigen Ansammlung heraus, einige Sportwagen bildeten den farblichen Kontrast. Kaum eines der Fahrzeuge trug eine Typenbezeichnung; schließlich achtete man in diesen Kreisen auf Understatement. Langsam vorbeifahrend entdeckte Joja endlich in nicht allzu weiter Entfernung vom Friedhof eine Lücke, gerade groß genug für seinen altgedienten Volvo.

Der Regen hatte nicht nachgelassen. Joja schaute sich im Auto um, doch er fand keinen Grund, das Aussteigen länger hinauszuzögern. Er drehte sich nach hinten und nahm seinen Schirm vom Rücksitz. Durch die regennasse Heckscheibe sah er weitere Trauergäste, deren Gesichter er jedoch nicht erkennen konnte. Die Fahrertür halb geöffnet, spannte er den Schirm umständlich auf, hielt ihn über sich, stieg aus und schloss die Tür hinter sich ab. Dann eilte er den anderen hinterher. Über die Pfützen auf Straßen und Gehweg hüpfte er hinweg und erreichte den Eingang zum Friedhof, bevor ein vorbeifahrendes Auto ihm einen Schwall Wasser hinterherschickte, der ihn zum Glück nicht erreichte. Er folgte - nunmehr gemessenen Schrittes - d

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