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Schöne Bescherung für Helene Kriminalroman von Mayer-Zach, Ilona (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.10.2016
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Schöne Bescherung für Helene

Helene Kaiser genießt die Adventzeit im idyllischen Graz und freut sich auf das Fest mit ihren Lieben. Doch dann fällt das Familientreffen ins Wasser, ihre Freundin Theresa stößt auf eine eingemauerte Leiche und ihr charmanter Nachbar verdreht der verheirateten Helene den Kopf. Zwischen Keksebacken und Schmetterlingsflattern stellt Helene ihre Ermittlungen in der vorweihnachtlichen Murmetropole an. Dabei zeigt sich bald, dass nicht jede Überraschung für besinnliche Stimmung sorgt.

Ilona Mayer-Zach verbrachte Kindheit und Jugend in Graz, lebte und arbeitete in Italien und bereiste die Welt. Nach ihrer Rückkehr in die Murmetrople war sie als Journalistin tätig u.a. für die Austria Presse Agentur (Jack-Unterweger-Prozess). In Wien absolvierte sie nebenher das Studium der Publizistik und gründete 2005 ihr "Textwerk Imnetzwerk". Seitdem schreibt sie Kriminalromane, Kurzgeschichten, historische Anekdoten- und Jahrgangsbände, Bühnenstücke, Rätselkrimis für Groß und Klein sowie Lese- und Schreibförderbücher für Kinder. Ilona Mayer-Zach lebt und arbeitet in Wien und Graz.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 242
    Erscheinungsdatum: 05.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839250624
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2312 kBytes
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Schöne Bescherung für Helene

EINS

Anfang Dezember im Hier und Jetzt
1

Es war eine Ewigkeit her, genauer über ein Vierteljahrhundert, dass ich das letzte Mal in der Grazer Oper gesessen war. Nur zu gut konnte ich mich an die damalige Nibelungen-Aufführung erinnern, bei der das Bühnenbild aus Bananenkartons bestanden hatte. Wie so oft bei Wagner, war ich in der ersten Hälfte des Stücks weggedöst und erst wieder durch den Applaus geweckt worden.

Heute würde ich nicht einschlummern, weil "Die lustige Witwe" auf dem Programm stand und ich immer schon ein besonderes Faible für Operettenaufführungen gehabt hatte. Viele hatte ich hier als Kind gesehen. Auch wenn ich deren Handlung zum Großteil vergessen hatte, konnte ich noch heute die meisten Lieder mitträllern. Die Texte hatten sich in jener Zeit für alle Ewigkeit in mein Gehirn gebrannt, obwohl ich ihren Sinn damals nicht immer ganz verstanden hatte.

Eigentlich hätte meine Freundin Karin aus Wien anreisen sollen, um mich in die Vorstellung zu begleiten. Aber dann war ihr ein wichtiges Meeting dazwischen gekommen, und so hatte ich nur für mich allein eine Karte an der Abendkassa gekauft. Versonnen strich ich über den roten Samt des leeren Sitzes neben mir. Alles war mir hier so vertraut. Mein Blick wanderte über den pompösen Zuschauerraum, die Logen, die reichen Goldverzierungen und Deckengemälde. Wie ich mich so umsah, ergriff mich das gleiche wohlige Gefühl wie damals, als ich noch das kleine Mädchen im blauen Samtkleid und mit weißen Zwirnstrümpfen gewesen war.

"Guten Abend." Der Mann, der sich auf den freien Platz neben mir setzte, kam mir bekannt vor. "Sie sind auch ein Operettenfan?", fragte er mich. Seine Stimme klang vertraut. Vielleicht waren wir uns einmal in einem Grazer Café begegnet und hatten ein paar Worte gewechselt? Ich sah ihn wohl derart fragend an, dass er lächelte und sich vorstellte: "Emil Kisch. Ich wohne unter Ihnen."

Wie peinlich, fuhr es mir durch den Kopf. Der gute Mann hatte während des turbulenten Umbaus meiner Wohnung einen riesigen Wasserfleck auf dem Plafond seines Wohnzimmers abbekommen und nie ein böses Wort darüber verloren. Zweimal hatte ich damals bei ihm geklingelt. Einmal, um mich wortreich für alle Unannehmlichkeiten zu entschuldigen, die ihm durch den Wasserschaden entstanden waren, und ein weiteres Mal, um ihm den Maler vorzustellen, der den Schaden beseitigen sollte. Das war gerade einmal vier Monate her, und nun erkannte ich meinen Nachbarn nicht wieder. Vielleicht lag es daran, dass ich ihn in abgewetzten Cordhosen und etwas fülliger in Erinnerung hatte, während er nun einen perfekt sitzenden Anzug trug. Da sollte noch jemand sagen, dass Schwarz nicht schlank macht. Auch glaubte ich mich zu erinnern, dass seine Haare damals grauer gewesen waren, während sein Gesicht nun von dunklen Locken umrahmt wurde. Ich schätzte ihn auf Mitte 60, aber vielleicht war er auch ein paar Jahre älter. Wer konnte das heutzutage noch so genau sagen? Herzlich willkommen im Anti-Age-Zeitalter, meine Herren, dachte ich. "Entschuldigen Sie, dass ich Sie nicht wiedererkannt habe, aber ohne meine Brille ...", redete ich mich heraus. Älter werden hatte auch sein Gutes, weil man sich bei Bedarf auf alle möglichen Gebrechen herausreden konnte. Zwar litt ich tatsächlich an den ersten Auswirkungen von Altersweitsichtigkeit, und in meiner Wohnung lag an jedem neuralgischen Punkt eine Billigsdorfer-Lesebrille, aber in der Ferne sah ich scharf und auch mein Gegenüber erkannte ich noch problemlos. Dass ich nicht mehr jedes Detail bemerkte, wenn ich brillenlos in die Welt schaute, empfand ich manchmal sogar als Vorteil. Vor allem, wenn ich morgens in den Spiegel blickte. Dank dieses natürlichen Weichzeichners hatte ich auch ohne Botox kaum Falten im Gesicht. Meine brünetten Haare trug ich kurz geschnitten, weiße wurden von meiner Friseurin kurzerhand farblich angeglichen. Auch sonst war ich für mei

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