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Schattengold Ein musikalischer Kriminalroman nach den 'Madagassischen Gesängen' von Maurice Ravel von Bührig, Dieter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.07.2010
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (PDF)
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Schattengold

In Lübeck scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Aina, ein Adoptivkind, das seine Herkunft nicht kennt, lernt bei ihrer Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule die Klavierpädagogin Rana Ampoinimera kennen. Diese ist von dem Ausnahmetalent der jungen Frau überzeugt und lädt sie in ihr Haus ein. Aina trifft auf Ranas Ehemann Adrian, einen Goldschmiede- und Uhrmachermeister, und seinen Gesellen Raik. Doch dann erschüttert eine Serie von mysteriösen Todesfällen die Idylle. Was bedeuten die fremden Worte auf den Zetteln, die man bei den Toten findet? Kriminalinspektor Kroll ist ratlos ...

Dieter Bührig wurde in Hannover geboren. Der studierte Elektrotechniker und Tonmeister sowie promovierte Musikpädagoge lebt seit über 30 Jahren in Lübeck. In Büchern, Unterrichtshandreichungen und Fachzeitschriften veröffentlichte er eine Reihe von Beiträgen zu Fragen der Musikpädagogik. Des weiteren stammen aus seiner Feder zahlreiche Veröffentlichungen von Chor- und Bandarrangements. Der Krimi 'Schattengold' ist sein Debüt als Romanautor.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 276
    Erscheinungsdatum: 12.07.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839235393
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 746 kBytes
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Schattengold

22 : Die Rote Rabea (S. 216-217)

In den Kreisen der gehobenen Bürgerschaft war die Rote Rabea bekannt wie ein bunter Hund. Diesen Ausdruck durfte man wörtlich nehmen. Ihr Name rührte von ihrer auffälligen Haarfarbe her. Im Kontrast dazu trug sie gern lila Samtblusen mit gewagten Einblicken in eine hügelige Welt von Implantaten. Darüber hing meistens eine kostbare, aber geschmacklose Bernsteinkette. Sie liebte gelbe Jeans und Goldlackschuhe mit hohen Absätzen. Um das linke Handgelenk und den rechten Fußknöchel hängte sie gewöhnlich Dutzende von billigen Modeketten. Sie hielt das für ihr Markenzeichen.

Auch ihr Innenleben gestaltete sich recht bunt. Früh verlor sie die Eltern und wuchs bei einem entfernten Verwandten auf, der sie nicht nur in die Welt der Liebeserfahrungen, sondern auch in die der Taschendiebe einführte. Sie lernte, das pulsierende Leben zu schätzen. Schnell begriff sie, dass sie mit ihrem Körper mehr anschaffen konnte, als mit dem Ausplündern von Touristentaschen. So war sie denn stadtbekannt. In der Regionalen Kriminalbehörde füllte sie inzwischen eine ganze Kartei wegen Diebstahls und Hehlerei. Mehreren gutbetuchten Bürgern war bei ihrem Liebesabenteuer die eine oder andere goldene Uhr abhanden gekommen.

Dank ihrer intensiven Beziehungen zur Lübecker Unterwelt münzte Rabea die kostbaren Chronometer in Bares um. Einem Gefängnisaufenthalt entging sie bislang erfolgreich, weil die Herren aus Gründen der Diskretion nicht wagten, Anzeige gegen sie zu erstatten. Nun kam sie in das Alter, in dem man an Größeres denkt. Zunächst reizte sie der reichlich gedeckte Goldschmiedeladen von Adrian Ampoinimera. Aber gleich beim ersten Erkundungsbesuch bemerkte sie die versteckten Kameras.

Dafür hatte sie einen siebten Sinn. Sie ließ die Finger von Adrians Preziosen. Sie ahnte nicht, wie richtig diese Entscheidung war. Ihre bescheidene Wohnung lag auf halber Höhe der Burgtreppe, der steilen Stiege vom Hafen hoch zum Burgkloster. Auf dem Weg zum Markt kam sie an den mittelalterlichen Gebäuden vorbei, ohne von ihnen Notiz zu nehmen.

Dabei wären sie das wohl wert gewesen. Von außen machten sie einen recht unscheinbaren Eindruck. Im Innern beherbergten sie jedoch einen beachtenswerten Kreuzgang, eine Oase der Ruhe, den Kapitelsaal, der wegen seiner Akustik und seiner gelassenen Atmosphäre gern für Kammermusikabende genutzt wurde sowie eine Sakristei mit reich geschmückten Wandmalereien und plastisch- lebendigen Motiven auf den Gewölbekonsolen aus dem 15. Jahrhundert. In einem Keller lagerte seit einigen Jahren der Münzschatz, den ein Baggerführer beim Neubau des Konzertsaales der Musikhochschule gefunden hatte. Er war so wertvoll, dass man ihn mit Panzerglas sicherte. Museumsbesuche zählten nicht unbedingt zu den Interessen der Roten Rabea.

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