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Schattenklamm Kriminalroman von Brunner, Mia C. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.02.2016
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (PDF)
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Schattenklamm

Mitten im schönen Allgäu geschieht ein brutaler Mord. Jessica Grothe, eine Hamburger Hauptkommissarin, die gerade in die Gegend gezogen ist, gerät unfreiwillig in die Ermittlungen des Kemptener Hauptkommissars Florian Forster. Er vermutet eine Verbindung zu einem Verbrechen in der Hansestadt. Viel zu spät erkennt Jessica die lauernde Gefahr, in der sie und ihre Familie schweben. Als auch noch Hauptkommissar Forster spurlos verschwindet, beginnt für Jessica ein Wettlauf um Leben und Tod.

Mia C. Brunner wurde in Wedel in der Nähe von Hamburg geboren. Seit einigen Jahren lebt sie mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern im Allgäu. Waren es früher nur Kurzgeschichten, die sie für ihre Kinder schrieb, machte sie später ihre ersten Krimierfahrungen mit selbstverfassten Dinnerkrimis, in denen sie ihre Faszination fürs Schreiben und ihre Leidenschaft fürs Kochen verbinden konnte. "Schattenklamm" ist ihr erster Kriminalroman und vereint neben einer mitreißenden Mordgeschichte die etwas schroffe Allgäuer Art mit der Hamburger Starrköpfigkeit.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 374
    Erscheinungsdatum: 03.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839249611
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2853kBytes
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Schattenklamm

Kapitel 1

"Nein danke, wirklich nicht." Martin Hansen schüttelte nicht nur vehement den Kopf, sondern hob zusätzlich noch abwehrend die Hand.

"Ach, komm schon, Martin. Das wird doch lustig." Die junge gut aussehende Frau mit der etwas ungewöhnlichen dunkelbraunen Lockenpracht legte herausfordernd ihren Kopf leicht schräg und lächelte, unterstrich ihre Geste noch mit einem ausgedehnten "Bitte", und zog schließlich schulterzuckend ab, als Martin erneut dankend, doch dieses Mal etwas rüder, ablehnte.

"Es reicht mir schon, dass ich überhaupt hier sein muss, da will ich mich nicht auch noch bei dämlichen Partyspielen zum Affen machen", zischte er seinem besten Freund und Kollegen Wolfgang zu, der neben ihm stand und zustimmend nickte. Diese Party hier war der reinste Kindergeburtstag.

Doch die jährliche Weihnachtsfeier im hiesigen Polizeirevier war eine Pflichtveranstaltung, vor der man sich nicht so leicht drücken konnte. Wie in jedem Jahr wurde die Kantine in einen Partyraum umgewandelt, winterlich geschmückt und mit allerlei stimmungsvollen Liedern beschallt. Die Kolleginnen und Kollegen der Davidwache im Hamburger Stadtteil St. Pauli feierten ausgelassen, sangen vergnügt und lauthals die abgedroschenen Weihnachtslieder mit, die von Schnee, Schlittenfahrten und klingenden Glöckchen handelten, und aßen und tranken viel zu viel. Von weißer Weihnacht waren die Reeperbahn und ganz Hamburg jedoch weit entfernt. Draußen fielen dicke Tropfen auf den Asphalt und die wenigen Menschen, die sich bei diesem Wetter überhaupt auf die Straße trauten, liefen tief gebückt, mit hochgestellten Mantelkrägen oder unter großen Schirmen vor Nässe geschützt, so schnell sie konnten zu dem Ziel ihrer Träume. Selbst die Nutten hatten sich heute in ihre Löcher verkrochen. Kundschaft gab es bei diesem Wetter höchstens in der Herbertstraße oder in den unzähligen schillernden Klubs, die an so einem verregneten Tag nicht nur Amüsement, sondern auch Wärme und Trockenheit boten. Es würde ein ruhiger Abend für die diensthabenden Polizisten werden und das war gut so, denn richtig feiern konnten die Beamten nur, wenn sie wussten, dass ihre arbeitenden Kollegen nichts auszustehen hatten.

Polizeiobermeister Wolfgang Reuter lehnte mit dem Rücken an der Wand neben der Tür, die linke Hand in der Hosentasche, die rechte hielt ein Glas Bier. Er zog es genau wie Martin vor, den ganzen Trubel aus der Ferne zu beobachten.

"Hallo, ihr beiden!" Eine kleine rothaarige, etwas untersetzte Frau baute sich vor ihnen auf. "Warum probiert ihr nicht den Punsch? Zu Weihnachten trinkt man doch kein Bier", sagte sie und versuchte dabei, recht streng und ermahnend zu schauen. Da sie aber aufgrund ihrer gerade mal einsfünfundfünfzig weit zu den beiden Männern hochschauen musste und da noch dazu ihre Augen strahlten, sei es nun, weil sie sich so sehr amüsierte oder weil sie selbst schon ein paar Gläser Punsch intus hatte, verlor die gespielte Strenge ihre Wirkung und alle drei prusteten wie auf Kommando los.

"Nee, Irene, vielen Dank." Martin schüttelte heftig den Kopf. "Ich verarbeite immer noch den Alkohol von der letzten Weihnachtsfeier. Das Zeug war die Hölle." Wolfgang stimmte lachend in das Kopfwackeln ein, nur dass er im Gegensatz zu seinem Freund heftig nickte.

"Genau", brummte er. "Ich war drei Tage tot nach diesem Teufelszeug. Das will ich nicht noch einmal riskieren. Morgen ist ein Ausflug mit den Kindern geplant", erklärte er, hob sein Glas und prostete ihr lächelnd zu. Irene war sozusagen die gute Seele der Wache. Als Schreibkraft erledigte sie unliebsame Tipparbeiten genauso wie die Vorsortierung der Post. Außerdem kochte sie den besten Kaffee von ganz Hamburg und hatte ein offenes Ohr für die Probleme der Kollegen und immer einen kessen Spruch auf den Lippen. Wolfgang mochte sie sehr und wusste, dass es nicht nur ihm so ging.

"Gestorben ist noch keiner an dem Punsch", kicherte Irene nun und sch

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