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Schattenschläfer Thriller von Finch, Paul (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.01.2016
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Schattenschläfer

Ein eisiger Winter bricht über den Norden Englands herein, als in der Nähe des Lake District zwei junge Mädchen verschwinden. Alles spricht dafür, dass "Der Fremde" zurückgekehrt ist, ein Killer, an den sich Detective Mark Heckenburg und seine Kollegen nur zu gut erinnern. Zehn Jahre ist es her, dass er das letzte Mal zugeschlagen hat. Aus dem Dunkel, brutal, tödlich. Nun sucht er sich erneut seine Opfer, eines nach dem anderen. Heck macht sich auf die Jagd nach dem Unbekannten, doch schon bald steht er selbst mit dem Rücken zur Wand. Paul Finch hat als Polizist und Journalist gearbeitet, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Er hat zahlreiche Drehbücher, Kurzgeschichten und Horrorromane veröffentlicht und wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem British Fantasy Award und dem International Horror Guild Award. Er veröffentlichte bereits mehrere sehr erfolgreiche Thriller um den Ermittler Mark "Heck" Heckenburg. Seine neue Serie, in der Lucy Clayburn ermittelt, eroberte England im Sturm. Paul Finch lebt mit seiner Familie in Lancashire, England.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 05.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492971157
    Verlag: Piper
    Größe: 1081 kBytes
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Schattenschläfer

Kapitel 1

Heute

Von Hexerei war in diesem Teil des Lake Districts nicht wirklich etwas zu spüren. Und nach Hecks Kenntnis war er auch in der Vergangenheit nie mit Hexerei in Verbindung gebracht worden. Der kleine Bergsee war in längst vergangenen Zeiten nur deshalb "Witch Cradle Tarn" - "Hexenwiegensee" - getauft worden, weil sich in diesem Namen dessen geheimnisvolles Aussehen widerspiegelte: Er war ein langgezogenes, schmales, sehr tiefes Gewässer oben in den Langdale Pikes - vierhundert Meter über dem Meeresspiegel gelegen -, dessen östliches Ufer von nackten, mit Geröll übersäten Steilhängen begrenzt wurde, während sich im Norden, im Westen und im Süden mächtige, vom Wind zerklüftete Berge wie der Pavey Ark, der Harrison Stickle oder der Great Castle Howe erhoben. In der heutigen Zeit war es kein besonders unheimlicher Ort. In einem Hängetal an einer recht abgelegenen Stelle gelegen - offizieller Name "Cragwood Vale", inoffiziell einfach nur "das Cradle" -, hatte der Ort auf einer Landkarte durchaus etwas Furchterregendes, doch wenn man tatsächlich da war, erinnerte die Atmosphäre eher an Urlaub als an Angst und Grauen. Am südlichen und nördlichen Ende des Tals befanden sich jeweils die beiden freundlichen Weiler Cragwood Keld und Cragwood Ho. Den größten Teil des Jahres über wimmelte es in dem Tal von Kletterern, Wanderern, Bergläufern und Anglern, die es auf die berühmten Witch-Cradle-Forellen abgesehen hatten, während Kajakfahrer und Wildwasserrafter vom Cragwood Boat Club ausgestattet wurden, der gut eineinhalb Kilometer südlich von Cragwood Keld lag, am oberen Lauf des Cragwood Race, eines sich wild schlängelnden Flusses, der durch natürliche Schluchten und steile Stromschnellen bergab rauschte und schließlich in den etwas gemächlicher dahinfließenden Langdale Beck mündete.

Der einzige Pub im Herzen von Cragwood Keld trug zu der heimeligen Atmosphäre des Ortes bei. Auf den ersten Blick wirkte er ziemlich schmucklos - die Außenfassade bestand komplett aus grauem Westmorland-Schiefer -, aber er war für seine verräucherten Balken, die schönen Eichenholzbänke und die große Auswahl an Fassbieren berühmt. Im Winter lockten knisternde Kaminfeuer, im Sommer der herrlich am Seeufer gelegene Biergarten. Seinen Namen "The Witch's Kettle" - "Der Hexenkessel" - verdankte er dem geschäftstüchtigen Wirt, der den Pub vor etlichen Jahrzehnten betrieben und die Sache mit der Hexerei für angesagt befunden hatte, zumal die meisten Besucher, die ins Cradle kamen, von den dichten Kiefernwäldern, die die beiden Dörfer am Seeufer säumten, sowie von den mit Geröll übersäten Abhängen und den gewaltigen über allem aufragenden Felsmassiven von Ehrfurcht ergriffen waren. Allein das Pubschild war ein Markenzeichen. Es zeigte einen alten, rostigen Kessel, unter dessen Deckel grüne Kräuter herausragten und der auf einem Stein mit einer heidnischen Runeninschrift stand. Es war durchaus möglich, dass Besucher des Pubs die derzeitige Betreiberin Hazel Carter für eine Hexe hielten, doch falls dies der Fall sein sollte, war sie jedenfalls alles andere als eine jener Hexen mit gebogener warziger Nase.

Zumindest sah Heck das so.

Er war erst seit zweieinhalb Monaten dort oben im Lake District, doch eines war klar: Er würde der wie auch immer gearteten Magie, die Hazel ausstrahlte, nicht so einfach widerstehen können. Nicht, dass seine Gedanken an diesem Morgen im späten November in diese Richtung gingen, als er "The Witch's Kettle" betrat, auf direktem Weg zur Theke marschierte und sich ein Pint Buttermere Gold bestellte. Es war noch früh am Tag, weshalb erst wenige Gäste da waren. Im Moment schmiss Hazel den Laden allein. Sie war wie Heck Ende dreißig, hatte kastanienbraunes, langes Haar und ein schönes Gesicht mit Rehaugen und geschmeidigen Lippen. Sie verfügte über reichlich Oberweite, wobei ihre Figur durch ihr aus

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