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Schlaf wohl, mein süßes Kind Roman von Clark, Mary Higgins (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.11.2012
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Schlaf wohl, mein süßes Kind

Wenn du der Wahrheit zu nahe kommst... Als die junge Modeboutiquenbesitzerin Neeve vom spurlosen Verschwinden Ethel Lambstons hört, will sie nicht glauben, dass ihre Stammkundin, eine elegante Frau, ohne passende Garderobe einfach verreist sein könnte. Vor allem nicht, weil es sich um die berüchtigtste Gesellschaftskolumnistin der Branche handelt. Neeves Verdacht bestätigt sich - und bringt ihr eigenes Leben in Gefahr. Mary Higgins Clark, geboren in New York, lebt und arbeitet in Saddle River, New Jersey. Sie zählt zu den erfolgreichsten Thrillerautoren weltweit. Ihre große Stärke sind ausgefeilte und raffinierte Plots und die stimmige Psychologie ihrer Heldinnen. Mit ihren Büchern führt Mary Higgins Clark regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten an. Sie hat bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten, u.a. den begehrten Edgar Award. Zuletzt bei Heyne erschienen: "Einsam bist du und allein".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 29.11.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641100599
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher 43653
    Originaltitel: While My Pretty One Sleeps
    Größe: 5373 kBytes
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Schlaf wohl, mein süßes Kind

2

Der Radiowecker schaltete sich um halb sieben Uhr ein. Neeve streckte die rechte Hand aus und tastete nach dem Knopf, um die betont muntere Stimme des Nachrichtensprechers zu dämpfen, doch dann hielt sie ein, als die Bedeutung dessen, was er sagte, in ihr Bewußtsein drang. Zwanzig Zentimeter Schnee waren in der Nacht gefallen. Vom Autofahren wurde dringend abgeraten. Jede Parkerlaubnis auf den Straßen der Stadt war aufgehoben. Weitere Mitteilungen über die Schließung von Schulen sollten folgen. Laut Wetterbericht würden die Schneefälle bis zum späten Nachmittag anhalten.

Scheußlich, dachte Neeve und zog sich die Steppdecke über den Kopf. Es paßte ihr gar nicht, daß sie nicht wie üblich joggen konnte. Dann stöhnte sie auf, weil ihr die vielen Kleideränderungen einfielen, die heute fällig waren. Zwei ihrer Näherinnen wohnten drüben in New Jersey und konnten vermutlich nicht nach New York kommen. Das bedeutete, daß sie besser früh im Geschäft war, um den Anprobenplan von Betty, der einzigen verbleibenden Schneiderin, entsprechend abzuändern. Betty wohnte in der 82. Straße und ging bei jedem Wetter die sechs Häuserblocks bis zum Geschäft zu Fuß.

Da ihr vor dem Augenblick graute, in dem sie die wohlige Wärme des Betts verlassen mußte, schlug sie die Bettdecke mit einem Ruck zurück, eilte quer durchs Zimmer und holte aus ihrem Kleiderschrank den alten Frotteebademantel, von dem ihr Vater behauptete, er stamme noch aus der Zeit der Kreuzzüge."Wenn eine der Frauen, die für ein Heidengeld ihre Kleider bei dir kaufen, dich in dem Lumpen sehen könnte, würde sie sofort zur Konkurrenz gehen."

" Wenn meine Kundinnen mich in diesem Lumpen sehen könnten", hatte sie geantwortet,"würden sie mich einfach für exzentrisch halten. Und das würde meinen Nimbus nur vergrößern."

Sie schlang den Gürtel um die Taille und empfand wieder einmal das flüchtige Bedauern, nicht die gertenschlanke Figur ihrer Mutter geerbt zu haben, sondern die breitschultrige Gestalt ihrer keltischen Vorfahren. Dann bürstete sie ihr welliges, tiefschwarzes Haar zurück, das die Familie Rossetti kennzeichnete. Sie hatte auch die Augen der Rossettis mit der bernsteinfarbenen, gegen den Rand zu dunkler werdenden Iris, die sich leuchtend von dem sie umgebenden Weiß abhob, große, fragende Augen unter schwarzen Wimpern. Doch ihr Teint war weiß und rings um die gerade Nase mit Sommersprossen gesprenkelt. Der volle Mund und die starken Zähne waren das Erbe ihres Vaters, Myles Kearney.

Vor sechs Jahren, als sie das College beendet und ihrem Vater klargemacht hatte, daß sie nicht beabsichtigte, zu Hause auszuziehen, hatte er darauf bestanden, daß sie ihr Zimmer neu einrichtete. Daraufhin hatte sie auf Auktionen bei Christie's und Sotheby's eine Reihe ausgesuchter Möbelstücke erstanden: ein Messingbett, einen antiken Schrank, eine indische Kommode, einen viktorianischen Sessel, dazu einen kleinen, leuchtend bunten Perserteppich. Bettüberwurf und Kissen waren jetzt weiß, der Sessel neu mit türkisfarbenem Samt im selben Ton bezogen, der auch im Muster des Teppichs vorkam. Die rein weißen Wände ließen die schönen Gemälde und Stiche zur Geltung kommen, die aus der Familie ihrer Mutter stammten. Die Zeitschrift Women's Wear Daily hatte Neeve für eine Reportage in diesem Zimmer"von heiterer Eleganz, in der unverwechselbaren Neeve-Kearney-Handschrift", wie sie es ausdrückten, fotografiert.

Neeve schlüpfte in ihre gefütterten Pantoffeln und ließ das Rollo hochschnellen. Der Meteorologe brauchte in der Tat kein Genie zu sein, um zu sagen, daß ein starkes Schneetreiben herrschte. Sonst fiel der Blick aus ihrem Zimmer in dem Ecke 74. Straße und Riverside Drive gelegenen" Schwab House"direkt auf den Hudson River, aber jetzt konnte sie kaum die Gebäude auf dem jenseitigen Ufer in New Jersey ausmachen. Die Henry-Hudson-Schnellstraße war schneebedeckt, und der bereits dichte Verkehr bewegte sich nur langsam

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