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Schlangengift Mason Collins 2 - Thriller von Connell, John (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.05.2018
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Schlangengift

März 1946: Garmisch-Partenkirchen ist nicht nur ein hübscher Alpenort, der im Krieg kaum zerstört wurde, sondern auch eine Zuflucht für Kriminelle, eine geheime Lagerstätte für Nazi-Beute und der aktuelle Einsatzort für US-Officer Mason Collins. Als ihm Special Agent Winstone von dunklen Geschäften berichtet und kurz darauf ermordet wird, übernimmt Collins die Ermittlungen. Diese erweisen sich als äußerst heikel, denn er stößt auf eine Verschwörung von Nazis und hochrangigen amerikanischen Soldaten. Schon bald verstrickt sich Collins in das gefährliche Netz und weiß nicht mehr, wer Freund und wer Feind ist ...

John Connell hat als Kameramann mit Steven Spielberg, Ridley Scott und anderen großen Regisseuren zusammengearbeitet. Er liebte es, Geschichten auf den Bildschirm zu bringen, und hat von den besten Drehbuchautoren viel über das Erzählen gelernt. Doch nach einer sehr erfolgreichen Laufbahn im Filmgeschäft wollte er endlich seine eigenen Geschichten schreiben. John Connell lebt nun in Versailles und konzentriert sich ganz aufs Schreiben von Romanen. Mit "Winter der Toten" hat er eine Serie um den US-Officer Mason Collins begonnen, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg im zerstörten Deutschland ermittelt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 21.05.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641179762
    Verlag: Goldmann
    Serie: Mason Collins .2
    Originaltitel: Spoils of Victory
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Schlangengift

EINS

Garmisch-Partenkirchen, Oberbayern

Amerikanische Besatzungszone

März 1946

Für diese besondere verdeckte Aktion hatte Kriminalermittler Mason Collins die Figur Kurt Wenger erfunden, einen heruntergekommenen Deutschen, der sich mit müden Schritten und dem lustlosen Blick vorwärtsbewegte, den der Hunger und die Aussicht in eine trostlose Zukunft mit sich brachten. Er trug einen fadenscheinigen Mantel aus dem Besitz eines ehemaligen Soldaten der Wehrmacht, der auf solch irdische Dinge nicht mehr angewiesen war, und auf dem Kopf einen Filzhut, der höchstwahrscheinlich durch ähnliches Kriegsgeschick verwaist war. Von einem Dreitagebart abgesehen hatte Mason keinen Bedarf an Perücken oder anderen Vorrichtungen, die den optischen Eindruck veränderten. Bei der Verwandlung in eine andere Persönlichkeit kam es vor allem auf Haltung, Einstellung, Gesichtsausdruck und Eigenarten an.

Der Mann, den er beschattete, Sergeant Carl Olsen, ging zehn Meter vor ihm. Mason behielt ihn im Auge, indem er durch die Menge vor ihm schaute und flüchtige Blicke auf seinen runden Kopf mit dem schwarzen Haar erhaschte, das von seiner kakifarbenen Dienstmütze bedeckt war. Mit seinen einsachtundneunzig und hundertzehn Kilo teilte Olsen die ihm entgegenkommende Menge wie ein Schneepflug, während Mason ihm in seinem Windschatten folgte - was kaum eine Herausforderung für Masons Beschatterfähigkeiten war, aber Tarnung vor Olsen war nicht sein vorrangiges Ziel. Masons Hauptinteresse galt den Männern, die Olsens Vorankommen aus dem Schatten und von strategischen Positionen aus beobachteten, Männern, die viel gefährlicher und schlauer als der Sergeant waren.

Masons Partner, Specialist Gil Abrams, hatte von der anderen Straßenseite eine bessere Sicht auf Olsen. Abrams war aus den Reihen der Militärpolizei gekommen, um unter Masons Anleitung als CID -Ermittler zu arbeiten. Sein scharfer Verstand und seine beharrliche Zielstrebigkeit waren Mason aufgefallen, aber er hatte immer noch eine Menge zu lernen, was die Feinheiten der Beschattung betraf, besonders bei jemandem wie Olsen, der an Mord und schwere Körperverletzung mit der gleichen Leidenschaftslosigkeit heranging wie ans Binden seiner Schnürsenkel. Nervöse Anspannung verleitete Abrams dazu, Olsen zu oft ins Auge zu fassen, wobei er dann und wann mit Fußgängern kollidierte oder knapp einem vorbeifahrenden Fuhrwerk oder Armee-Jeep auswich. Er trug einen Anzug aus grauer Wolle und einen langen schwarzen Mantel, der an seiner hoch aufgeschossenen Gestalt zu hängen schien. Mit seinen zweiundzwanzig Jahren war sein Körper der eines Mannes geworden, während sein Gesicht nach wie vor etwas Engelhaftes hatte, sodass er Mason seiner Erwachsenenkleidung zum Trotz an ein zu groß geratenes Kind aus einem Roman von Charles Dickens erinnerte.

Olsen hatte sie in den ärmeren und deshalb schäbigeren Teil der Stadt geführt, eine Gegend, die zahllose kleine Gauner als Zuhause bezeichneten, wo der Schwarzmarkt blühte und der uneingeweihte Passant wegen ein paar Reichsmark überfallen und im Rinnstein liegen gelassen werden konnte. Improvisierte Stände aus Segeltuch und Holz, Zelten und Anbauten machten sich auf den Bürgersteigen breit und nötigten die Fußgängerscharen dazu, auf die Straße auszuweichen. Fuhrwerke, Karren und Fahrräder waren inzwischen die einzigen Transportmöglichkeiten, die für die meisten Deutschen erhältlich waren, und sie wetteiferten mit den Fußgängern in diesem Teil der Stadt um den verfügbaren Platz, die meisten überladen mit geborgenem Holz oder den spärlichen Habseligkeiten einer Familie. Straßenverkäufer verhökerten ihre Waren in einem Dutzend Sprachen: geklaute Kohle, verschnittenes Mehl oder aus von amerikanischen Soldaten weggeworfenen Kippen gedrehte Zigaretten. Männer und Frauen gingen vorbei und öffneten ihre Mäntel, um Uhren, Fotoapparate und Schmuck vorzuzeigen, während da

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