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Schleichende Sucht - Das Spiel am Roulettetisch Nichts geht mehr von Bös, Bernhard (eBook)

  • Verlag: TWENTYSIX
eBook (ePUB)
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Schleichende Sucht - Das Spiel am Roulettetisch

Jürgen und Manfred kennen sich seit frühester Kindheit. Zusammen fahren sie regelmäßig seit ihrem 21. Geburtstag ins Casino. Zuerst setzen sie noch auf einfache Chancen, spielen relativ vernünftig, werden mit der Zeit aber immer wagemutiger, bis Manfred einen großen Gewinn von 50.000 Euro einfährt. Doch was die beiden nicht merken, ist, dass sie spielsüchtig geworden sind. Es ist nicht der große Gewinn, der sie immer wieder zu der rollenden Roulettekugel führt, sondern das Gewinnen an sich. Mit jedem Gewinn stellt sich ein Glücksgefühl ein, nachdem sie schon süchtig sind. Eine schleichende Sucht, die in einem Banküberfall gipfelt. Geboren am 09.04.1943 Besuch der Volksschule Lehre als Gas und Wasserinstallateur 1975 Ablegen der Meisterprüfung mit Erfolg

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 212
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783740700164
    Verlag: TWENTYSIX
    Größe: 254 kBytes
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Schleichende Sucht - Das Spiel am Roulettetisch

Ich traf Manfred am nächsten Tag. Er hatte noch immer ein Honigkuchengrinsen im Gesicht. "Weißt du", begann er, "was ich gestern Abend noch alles mit dem vielen gewonnenen Geld angestellt habe?"

"Nein", antwortete ich, "aber du wirst es mir sicher gleich erzählen."

Eigentlich wollte ich es gar nicht wissen. Nicht, dass ich neidisch war, aber es ärgerte mich einfach, dass Manfred trotz Abmachung einfach weitergespielt hatte. Sollte er doch mit seinem gewonnenen Geld baden gegangen sein, es interessierte mich nicht.

"Also, als Erstes hab ich in meinem Zimmer das Geld in die Luft geworfen und es auf mich herabregnen lassen", begann Manfred. "Ich war so müde, da hab ich es gleich liegen lassen. Heute Morgen wollte meine Mutter mich dann wecken. Sie hat die Zimmertür geöffnet und einen Heidenschrecken bekommen. Das ganze Geld, das da verstreut in meinem Zimmer lag, war ihr nicht geheuer. Also musste ich ihr sofort erzählen - und das alles im Halbschlaf -, wo das herkommt. Dann ließ sie mich in Ruhe weiterschlafen, allerdings mit der Bemerkung, dass ich nicht mehr so lange im Bett bleiben solle."

Gegen 12 Uhr war Manfred endlich aufgestanden und hatte seiner Mutter 1.000 Euro auf den Tisch gelegt. Dann hatte auch noch einmal sein Vater ganz genau wissen wollen, wie es im Casino abgelaufen war. Also hatte Manfred sich an den Tisch gesetzt und von dem Abend im Casino erzählt. Seine Eltern hatten aufmerksam zugehört, ohne zu unterbrechen. Im Anschluss daran hatte er sich viele Ratschläge seitens seines Vaters anhören dürfen, vor allem, nicht mehr wieder ins Casino zu fahren. "Das Glück gibt es nur einmal, den Wenigsten gelingt es, mit solch einem Gewinn nach Hause zu fahren", hatte er gemeint und Manfred ernst angeschaut.

Doch die gut gemeinten Ratschläge hatte Manfred gar nicht wahrgenommen.

Plötzlich griff er hinter sich in den Schrank und holte ein Bündel Geld heraus, zählte vor meinen Augen 3.800 Euro ab und reichte sie mir. "Was soll das jetzt?", fragte ich ihn.

"Das ist für dich, dein heutiger Einsatz für das Casino."

Ich war sprachlos, umarmte ihn spontan. Dann sah ich ihn ernst an: "Wir sollten nicht ins Casino gehen. So ein Glück kannst du doch nicht zweimal hintereinander haben. Hör doch auf deinen Vater."

Doch alles Reden half nichts. "Lass uns doch nur für zwei Stunden ins Casino fahren", versuchte Manfred, es mir schmackhaft zu machen.

Ich winkte ab: "Nicht schon wieder!"

"Dann fahre ich eben alleine", antwortete er säuerlich.

Auch ich wurde zornig und meinte: "Jetzt hat dich der Spielteufel aber richtig im Griff, was?"

Am liebsten hätte ich ihm das ganze Geld vor die Füße geworfen, so wütend war ich auf ihn. Ich schüttelte den Kopf und sagte ihm, dass ich mich auf den Heimweg machen würde, weil ich ja doch recht müde wäre. Doch noch während ich das Haus verließ, rief mir Manfred hinterher: "Bleib hier, ich fahre dich nach Hause."

Wie besessen muss einer sein, am anderen Tag wieder ins Casino zu fahren, wenn er einen großen Gewinn eingefahren hatte? Manfred war so einer. Nachdem er mich nach Hause gefahren hatte, machte er sich alleine auf den Weg ins Casino mit etwa 10.000 Euro. Er hoffte, vielleicht noch einmal einen größeren Geldbetrag zu gewinnen. Als er dort ankam, ging er gleich an die Bar, um etwas zu trinken und dabei die Spieltische zu beobachten. Dabei fiel ihm ein Tisch auf, an dem der Croupier die Kugel ziemlich gleichmäßig warf. Das bedeutete, dass sie fast immer in die Nähe der vorletzten Zahl fiel.

Manfred stand auf und begab sich an diesen Spieltisch. Er nahm 300 Euro und setzte 26 1/1, damit waren die Zahlen 3 - 26 - 0 abgedeckt. Das Glück hatte Manfred anscheinend noch nicht verlassen. Es kam die Zahl 0. Damit gewann er 3.500 Euro und er fasste neuen Mut, setzte gleich noch einmal auf die vorletzte Gewinnzahl. Um ganz sicher zu sein, spielte er statt 1/1 auf 16 2/2, also auf die Zahle

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