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Schluchtenscheißer Ein Fall für Lucky Lämmermeier von Hohner, Heidi (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.11.2016
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Schluchtenscheißer

Wie gern wäre Ludwig Lämmermeier Polizist geworden! Aber da er den Eignungstest nicht bestanden hat, arbeitet er nun in seinem Heimatdorf als Polizeireporter. Nicht, dass es da viel zu berichten gäbe, ist Geröllharting doch der sicherste Ort Bayerns - bis der Ferkelzüchter Harald Ammetsbichler tot aufgefunden wird. Eindeutig Herzversagen, wie der Arzt feststellt, eindeutig Mord, wie Lucky meint. Er ermittelt auf eigene Faust und stößt bald auf geheime Liebschaften, einen Skandal in der Schweinezucht und auf die hinreißende Tierschützerin Fritzi, die ihm komplett den Kopf verdreht ... Heidi Hohner musste als Chefredakteurin von MTV feststellen, dass Stars, Glamour und 70-Stunden-Wochen auf Dauer nicht selig machen. Sie kehrte reumütig in die oberbayerische Heimat zurück, fing noch einmal ganz von vorne an und lebt inzwischen mit ihrem Mann und drei kleinen Söhnen auf der Fraueninsel im Chiemsee.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 02.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492975551
    Verlag: Piper
    Größe: 1044 kBytes
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Schluchtenscheißer

1

Am Wochenende hätte es in Geröllharting beinahe eine Leiche gegeben.

Aber leider nur beinahe.

"Der Herzstillstand vom Hausberglift ist über den Berg!", ruft meine Kollegin Walburga Angerer und lehnt sich an den Türrahmen von meinem Büro. Als hätte ich sie hergebeten. Hab ich aber nicht.

"Über den Berg? Ich dachte, das heißt: über den Jordan?", frage ich und schau von meinen Recherchen hoch, Thema "Plötzlicher Herztod".

"Ach, Lämmermeier, Sie wieder. Nein, im Gegenteil! Der Herr Käsner hat im Sankt Ignaz in Rosenheim angerufen. Und die Ärzte haben gesagt, diese Frau Heilmüller aus Rosenheim ist außer Lebensgefahr. Und zwar, weil der Günter von der Liftstation sie reanimiert hat, gleich nachdem sie in der Gondel zusammengebrochen ist!"

Da sieht man gleich den großen Unterschied zwischen der Angerer und mir: Sie liebt nämlich gute Nachrichten. Ich nicht.

"Wollen Sie damit sagen, Frau Kollegin, dass jetzt die Leiche keine Leiche mehr ist, sondern aus dem Gröbsten raus? Und das habe nicht ich herausgefunden, sondern der Herr Käsner, der bei Ihnen in der Abteilung Praktikant ist?"

Weil ich nämlich gar keinen Praktikanten habe, als Ein-Mann-Abteilung. Und obwohl mir die Mama immer sagt, ich soll froh sein, dass ich eine Arbeit habe, so schön nah von daheim, halte ich der Angerer meine Visitenkarte hin.

"Was steht da? Chiemseewoche Presse GmbH , Lucky Lämmermeier. Und dann nicht Redakteur für Garten und Dorfleben, sondern: Po-li-zei-re-por-ter!"

Die Angerer gratuliert mir dazu, dass ich so eine aufregende Stellung habe bei unserer schönen Geröllhartinger Regionalzeitung. Und fragt mich dann zuckersüß, ob ich denn weiß, wer die Titelstory von heute geschrieben hat. Dabei liegt die heutige Zeitung vor mir auf dem Schreibtisch, und neben dem Artikel "Richtfest für die neue Mehrzweckhalle" ist ein kleines Foto von einer Frau mit schattigem Gesicht und sehr kurzen Haaren abgedruckt. Und das ist, wie unschwer zu erkennen, die Angerer höchstpersönlich.

Wenigstens kommt der Attila an und stellt sich auf die Hinterbeine, damit ich ihm die Ohren durchzwiebeln kann. Wir mögen uns nämlich, der Attila und ich, was man von seinem Frauchen und mir nicht behaupten kann. Die dreht sich um und geht weg. Und ich sehe leider erst jetzt, dass hinter ihr der Chef gestanden hat - und es ist nicht so, dass der Chef eine halbe Portion ist. Und jetzt steht er da, und zwar mit den Lauschern weit offen.

"Spielen Sie sich nicht so auf, Lämmermeier! Fahren Sie lieber ins Krankenhaus und finden heraus, wann der Herzstillstand wieder entlassen wird!"

Er nimmt sich einen Kugelschreiber von meinem Schreibtisch und rührt damit in seinem Kaffee herum.

"Und dann berichten Sie, wie diese, diese ...", er schaut auf den Zettel, den die Angerer mir auf den Schreibtisch gelegt hat, "... diese Kräuterhexe dem Günter von der Liftstation ein paar Pralinen überreicht. Am besten oben auf dem Hausberg, mit Gipfelkreuz im Hintergrund."

"Genau das mache ich. Und am nächsten Tag schreibe ich: Der Günter hat sich an den Mon Cheri überfressen, aber ansonsten ist alles wunderbar."

"Dass Sie immer so negativ sein müssen, Lämmermeier!"

Der Chef wirft den Stift zurück auf meinen Tisch.

"Titeln Sie doch einfach: 'Der Lebensretter von der roten Gondel', 'Schutzengel im Einsatz' oder etwas Ähnliches."

"Das sind keine Schlagzeilen, das sind Kitschpostkarten", murmle ich.

"Ach, und noch was, bevor Sie nach Rosenheim fahren." Der Chef wedelt mit einem rosa Flyer. "Schauen Sie am Marktplatz vorbei. Da ist nämlich heute Eröffnung!"

Ich nehm den Flyer ungern, denn Informationen auf rosa Papier bedeuten meistens nichts Gutes. Jedenfalls nicht für einen Polizeireporter wie mich.

" Gmahde Wiesn , Gutschein für einmal Bikinizone, Wert: zwanzig Euro. Was soll das sein?", frage ich misstrauisc

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