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Schnappt Schröder! von Güsken, Christoph (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.08.2013
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Schnappt Schröder!

Ole Frings versucht sich als Krimiautor. Als seine Freundin ihn betrügt, ermordet er seinen Rivalen - literarisch. Er erwägt, seine Story auch in die Tat umzusetzen, doch da ist der Mann bereits tot, genau so ermordet, wie in Oles Story beschrieben. Das ist aber erst der Anfang einer Mordserie, und Ole muss sich mehr als einmal fragen: Bin ich ein Mörder? Und wenn nicht: Warum nicht? Christoph Güsken, geboren und aufgewachsen in Mönchengladbach, arbeitete als Buchhändler in Köln und textete für die 'Springmaus' in Bonn. Seit 1995 lebt er als freier Autor in Münster. Er veröffentlichte zahlreiche Hörspiele und Kriminalromane. 'Schnappt Schröder!' ist der zweite Fall für Privatdetektiv Ole Frings.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 01.08.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863582661
    Verlag: Emons Verlag
    Serie: Ole Frings .2
    Größe: 4353 kBytes
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Schnappt Schröder!

1

Was für ein schöner Tag!, dachte Schröder, als er auf die Straße trat, und nahm einen ganzen Atemzug würziger Frühlingsluft.

Es war ziemlich genau elf Uhr dreißig. Die Sonne lachte von einem wolkenlosen Himmel, in den Straßencafés herrschte Hochbetrieb, und die Frauen trugen verführerisch kurze Röcke. Es war einer dieser Tage, die in jeder Hinsicht perfekt waren. Der ideale Tag, um einen Mord zu begehen.

Schröder schickte sich an, die Straße zu überqueren, aber ein warnendes Klingeln ließ ihn zurückschrecken. Radfahren war in dieser Stadt nicht nur eine Art, sich fortzubewegen. Es war eine Religion, die zur Intoleranz neigte. Und ihre Anhänger musste man schlichtweg als Plage bezeichnen. Menschen auf Zweirädern thronten hoch auf ihren Sätteln und hatten nicht das Geringste mit Autofahrern gemein, jenen ökologischen Volldeppen, die ihre persönliche Bequemlichkeit in unverantwortlicher Weise über das Wohl des Planeten stellten. Radfahrer genossen es, als Vorbild herzuhalten und bei Gelegenheit Fußgänger zu drangsalieren, die keine Klingeln hatten, um sich zu wehren.

Tom Schröder machte sich nichts aus der Pedaletreterei. Er ließ sich lieber im Taxi kutschieren. Die Straße war jetzt frei und er strebte dem Haus auf der gegenüberliegenden Seite zu. Einem aufwendig restaurierten Stadthaus mit einem unverbaubaren Ausblick auf den Kanal. Dr. Heimeran Lohengrin stand in verschnörkelten goldenen Lettern auf marmorfarbenem Untergrund neben dem Klingelknopf. Literarische Agentur.

Schröder war schlank und für einen Mann nicht besonders groß. Keine respekteinflößende Erscheinung. Die Leute übersahen ihn gern, vor allem aber neigten sie im Allgemeinen dazu, ihn zu unterschätzen. Schröder musste schmunzeln. Was der Durchschnittsbürger sich doch so unter einem Mörder vorstellte: mal eine verkommene, missgebildete Gestalt, lichtscheu und verschlagen, mit gespaltener Persönlichkeit, dessen unsteter Blick eine wilde, verrückte Entschlossenheit ausstrahlte, mal einen eiskalten, berechnenden Typen, der sich sein berühmtes satanisches Grinsen nicht verkneifen konnte und niemals auch nur einen Funken Reue für seine Taten empfand. Schröder hatte nichts mit diesen Bilderbuchhalunken gemein. Er trug ein legeres Jackett, darunter ein T-Shirt und dunkle, gut sitzende Jeans. Sein Gesicht wurde niemals von einem satanischen Grinsen entstellt, sondern zeigte in der Regel eine unbeteiligte Langeweile, die man auch für Arroganz halten konnte. Schröder war belesen und bildete sich viel auf sein Allgemeinwissen ein. Seinem Outfit nach konnte man ihn für einen Therapeuten halten oder einen Exmanager, der sich nach einem Burn-out aufs Land zurückgezogen hatte, um an seiner Biografie zu feilen. Aber niemals für einen Mörder.

Die Tür wurde geöffnet. Der Hausherr stand ihm in Filzpantoffeln gegenüber. "Sie sind ...?", murmelte er statt einer Begrüßung.

"Schröder. Wir hatten miteinander telefoniert."

"Ja, richtig. Treten Sie näher." Die Filzpantoffeln trabten voraus, die Treppe hinauf. "Wie wär's mit einer Erfrischung? Tomatensaft, grüner Tee?"

"Dann lieber die Erfrischung", sagte Schröder.

Lohengrin war ein auffälliger Typ, wenngleich nicht im positiven Sinne. Zwar war er höher gewachsen als sein Gegenüber, aber seine kompakte Figur und die im Vergleich zum massigen Rumpf kurzen Gliedmaßen ließen ihn wie einen XXL -Gartenzwerg aussehen. Seine kleinen, selbstverliebt dreinblickenden Augen lagen so tief in den Höhlen, dass sie ordentlich schielen mussten, damit die unmittelbar vor ihnen aufragenden feisten Hamsterbacken ihnen nicht die Sicht versperrten. Lohengrins offensichtliche Vorliebe für enge Klamotten trug nicht zur Verbesserung seiner Erscheinung bei, im Gegenteil: Sie betonten die Vergeblichkeit seiner Bemühungen, jung und dynamisch auszusehen. Im Übrigen schnaufte der Mann bei jedem Atemzug wie ein erschöp

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