text.skipToContent text.skipToNavigation

Schneekristalle Martin Keller und die Schatten der Silvretta von Barnert, Eric (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.09.2015
  • Verlag: Bergverlag Rother
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Schneekristalle

Seit Langem schon hat er sich darauf gefreut: Martin Keller und seine Freunde gehen auf Skitour in der winterlichen Silvretta. Seine hochschwangere Frau Natalie hat er zwar nur ungern zurückgelassen, aber nun genießt er die herrliche Winterwelt bei der Bielerhöhe. Gemeinsam mit seinem alten Freund Kurt und dem Bergführer Hias steigen sie auf zur Hütte. Zur selben Zeit wird unten im Tal bei St. Anton ein Werttransport überfallen. Die Täter flüchten sich mit ihrer Beute ins Gebirge, um über die Silvretta in die Schweiz zu gelangen. Doch dann geht eine Lawine ab. Martin Keller, der Mediziner, eilt zu Hilfe - und wird mitsamt seinen Kameraden als Geisel ge-nommen. Was als Genusstour geplant war, wird nun zum tödlichen Alptraum. Ein spannender Krimi in der Winterwelt der Berge, in dem auch intensiv recherchierte Aspekte der jüngeren Geschichte beleuchtet werden, etwa der Bau des Silvretta-Stausees durch Zwangsarbeiter.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 19.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783763301133
    Verlag: Bergverlag Rother
    Serie: Martin Keller Bd.2
    Größe: 896kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Schneekristalle

7

"Gönn dir doch einfach was, und ich wurschtel hier zwei Tage ein bisschen vor mich hin. Das tut mir auch mal gut, kannst du mir ruhig glauben! Es ist alles in Ordnung, also keine Angst, fahrt unbesorgt los!", sagte Nadine leise und drückte Martin noch einmal an sich.

"Okay, ich denke an dich. Vielleicht wird es wirklich ganz schön."

"Bestimmt, mit dem Hias und dem Kurt kann ja gar nix schiefgehen", erwiderte Nadine.

"Ich rufe heute Abend an, wenn wir oben sind. Pass auf dich auf, nichts übertreiben."

"Nein, versprochen! Auf jetzt, der Kurt wartet!" Sie hob kurz den Kopf Richtung Kurt Schubert, der an der Beifahrertür von Kellers Bus stand und lächelnd zu ihnen herüberschaute.

"Gut, dann bis bald. Ich liebe dich", sagte Keller und küsste sie noch einmal auf den Mund.

"Ich dich auch. Viel Spaß!"

Nachdem sie die Grenze zur Schweiz passiert hatten, führte die Straße am Südufer des Bodensees entlang, meist oberhalb der Ortschaften, vorbei an Weinbergen, Obstplantagen und Industriegebieten. Links konnten sie die Weite des Sees bewundern, der an diesem Wintertag nicht von Nebel verhüllt, sondern in der Sonne glänzend und den blauen Himmel spiegelnd in voller Pracht vor ihnen lag. Kurz vor Arbon begann die Autobahn, und die nächste Verzweigung führte sie weiter Richtung Chur, bevor sie schließlich bei Diepoldsau den Rhein und somit auch die Grenze zu Österreich passierten. Vor Hohenems fuhren sie auf die Autobahn Richtung Bludenz, entlang langsam höher werdender Berge, linker Hand jene des Bregenzer Waldes, rechter Hand begannen dann, bald nachdem sie das Rheintal verlassen hatten, die Ausläufer des Rätikons. Von Bludenz ging es schließlich, die Autobahn war zuvor einspurig geworden, rechts ab ins Montafon, vorbei an Skihochburgen wie Schruns oder Gaschurn, zuletzt durch einen kurzen Tunnel, bis nach Partenen am Fuße der Silvretta-Hochalpenstraße.

Ein paar hundert Meter nach diesem Tunnel bogen sie rechts ab auf den Parkplatz der Vermuntbahn, wo ein silberner VW T4 Caravan mit Landecker Kennzeichen schon auf sie wartete. Die Standheizung lief und Hias Steger lag hinten auf der Liegefläche, mit einem Schlafsack zugedeckt, und las in einem dicken, bunten Buch, auf dem ganz groß "Alpen" stand. Sie klopften am Seitenfenster.

Hias strich seine kräftigen, bis auf die Schultern reichenden braunen Haare zurück, die sein von Sonne und Wind gegerbtes und von Falten durchzogenes Gesicht umrahmten, setzte sich auf, winkte und deutete ihnen an, sie sollten die Schiebetür öffnen.

"Griaß eich!", empfing er sie mit einem freundlichen Blick aus seinen warmen, dunklen Augen.

"Servus Hias. Na, wartest du schon lange auf uns?"

"Na, vielleicht a Stund. I hab ja was zum Lesen, is hochinteressant", entgegnete er und hielt ihnen den Einband des Buches entgegen, sodass sie nun den ganzen Titel lesen konnten: "Hast du meine Alpen gesehen? Eine jüdische Beziehungsgeschichte", stand da und man sah einen Mann mit Brille und Schiebermütze, der, an ein Geländer gelehnt, in die Weite eines sich vor ihm öffnenden Alpenpanoramas blickte.

"Habt's ihr gewusst, dass der Paul Preuß a Jud war? Naa, oder?"

Die beiden schüttelten den Kopf.

"Und da gab's a ganze Menge, die richtig guate Bergsteiger waren, echte Pioniere. Des is scho a Bildungslücke."

"Dann nimm doch den Schinken mit und wir können oben noch ein bisschen darin schmökern", meinte Martin Keller.

"Naa, i bin eh fast fertig. Des Ding is zu schwer, i nehm lieber an Wein mit. Wennst di dafür interessierst, leih i dir's nachher aus. Da gibt's gerad a Ausstellung im Jüdischen Museum in Hohenems, da haben's des Buch gemacht. Wirklich guat, i kann euch ja unterwegs a bisserl was erzählen!", meinte Hias und legte das Buch zu Seite, um sich aufzusetzen.

"Gern. Hohenems, wart mal ... Ja, da sind wir vorhin erst dran vorbeigefahren."

"Na, dann geht amal nei in des Museu

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen