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Schnitzlerlust Ein Wiener Kaffeehauskrimi von Bauer, Hermann (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.07.2014
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (PDF)
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Schnitzlerlust

Fünf Abgänger des Floridsdorfer Gymnasiums treffen sich zu einem lustvollen Wochenende in einer abgelegenen ehemaligen Pension, um sich Abwechslung von ihrem Ehealltag zu verschaffen. Klara Gassner, als "Gast" eingeladen, wird nachts im Garten mit einem Stein erschlagen. Im Floridsdorfer Gymnasium wird gleichzeitig eine szenische Adaption von Schnitzler-Texten vorbereitet. Elisabeth Dorfer, die das Fräulein Else spielt, erhält obszöne Briefe. Chefober Leopold ermittelt in beiden Fällen ...

Hermann Bauer wurde 1954 in Wien geboren. 1961 kam er nach Floridsdorf. Während seiner Zeit am Floridsdorfer Gymnasium begann er, sich für Billard, Tarock und das nahe gelegene Kaffeehaus, das Café Fichtl, zu interessieren. Seither ist er dort Stammgast. Er unterrichtet an der BHAK Wien 10. 1993 heiratete er seine Frau Andrea, der zuliebe er seinen Heimatbezirk verließ. Er ist Mitglied des Theaterensembles seiner Schule und wirkte dort bereits in 13 Aufführungen mit. 2008 erschien mit Fernwehträume sein erster Kriminalroman, dem fünf weitere Krimis um das fiktive Floridsdorfer Café Heller und dessen neugierigen Oberkellner Leopold folgten.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 02.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839244616
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Serie: Gmeiner Original Bd.7
    Größe: 7174kBytes
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Schnitzlerlust

Kapitel 3

"DER JUNGE HERR: Machen Sie keine solchen Geschichten, Marie ... Ich hab Sie schon anders auch gesehn. Wie ich neulich in der Nacht nach Haus gekommen bin und mir Wasser geholt hab; da ist die Tür zu Ihrem Zimmer offen gewesen ... na ..." (Schnitzler: Reigen)

Längst hatte sich die Schwüle des Abends nach innen übertragen. Die Musik aus dem CD-Player spielte so leise, dass man sich daneben ungezwungen unterhalten konnte, aber so laut, dass sie nicht ganz zum Hintergrundgeräusch verkümmerte. Der Raum war nur spärlich durch einen Kerzenleuchter erhellt, den einer der Gäste mitgebracht hatte. Eines der Pärchen, die sich inzwischen gebildet hatten, begann zu tanzen, ein zweites folgte wenig später. Dabei vollführten die Hände mehr Bewegungen als die Beine. Schon bald griff ihr Partner Sophie Kuril ungeniert unter die Bluse. Das andere Paar küsste sich so wild, dass es aussah, als würden die beiden einander auffressen.

Der Tanz erfüllte nur einen Zweck: in Stimmung zu kommen für das, was folgen sollte. Emmerich Holub und die dritte Frau, die ein wenig jünger als ihre Geschlechtsgenossinnen wirkte, tranken von dem zuvor schon reichlich geflossenen Sekt. Die Frau machte bereits einen ziemlich beschwipsten Eindruck. Sie gluckste und kicherte und hatte beim Reden einen Zungenschlag. Plötzlich stand sie auf und fing an, sich auszuziehen. Emmerich Holub feuerte sie dabei vehement an. "Los, mach weiter, ich will dich nackt sehen", grölte er. "Ich will dein Popscherl sehen. Komm, zeig mir dein süßes Popscherl!"

Sie entledigte sich rasch ihres Gewandes und hielt Holub ihr Hinterteil provokant vors Gesicht. Er bedeckte es sofort mit einer Salve von Schlägen und Küssen. Auch bei den anderen Paaren hatte sich bereits so viel getan, dass man dazu überging, das Geschehen in die einzelnen Schlafzimmer zu verlegen.

Es war nämlich kein Arbeitstreffen, das an diesem Wochenende in der ehemaligen Pension Vogelsang stattfinden sollte. Alle sechs Teilnehmer waren bis jetzt brave und biedere Eheleute gewesen. Sie hatten beschlossen, ihre Partner für zwei Tage und zwei Nächte nach Strich und Faden zu betrügen. Jeder Mann sollte dabei jeweils einmal mit jeder Frau das Bett teilen. Das war zwar gefährlich, gab der Sache jedoch einen besonderen Kick.

Leopold lag wach auf dem Rücken und starrte mit weit aufgerissenen Augen zur Decke. Er hatte sich immer noch nicht ganz an die großzügigen Dimensionen von Erika Hallers Schlafzimmer gewöhnt. Außerdem kamen in seinem Kopf allerlei Dinge zusammen.

"Was hast du?", wollte Erika, die mit weiblicher Intuition spürte, dass ihn etwas beschäftigte, wissen. "Kannst du nicht schlafen?"

"Ich denke nur ein bisserl nach", versuchte er, sie zu beruhigen.

"Das kenne ich", seufzte sie. "In Kürze gehst du wieder nachschauen, was im Kühlschrank ist, und legst eine mitternächtliche Zwischenmahlzeit ein. Erstens ist das nicht gesund, und zweitens macht es mich nervös, Schnucki!"

"Das Problem besteht darin, dass ich in letzter Zeit vergessen habe, was es heißt, nachzudenken", sinnierte Leopold. "Mir gehen Dinge durch den Kopf, aber es fehlt ihnen der Fokus, die Richtung, das Ziel."

"Dann schläfst du vielleicht doch bald wieder ein", hoffte Erika.

"Darum geht es nicht", winkte Leopold ab. "Die Sache ist eher allgemeiner Natur. Ich weiß nicht, ob du das verstehst. Im Kaffeehaus sind meine Handlungen mehr oder minder automatisiert. Ein Gast kommt, bestellt etwas, ich bringe es ihm. Nach einer Weile hat er geges

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