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Schrammstein Kriminalroman von Goldammer, Frank (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.02.2015
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (PDF)
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Schrammstein

Hauptkommissar Falk Tauner erhält Besuch von seinem älteren Bruder Ralf. Er war Tauners großes Vorbild, bis zu jenem Tag im Jahre 1988, als Ralf in den Westen rübermachte und damit sogar Falks Polizeilaufbahn gefährdete. Als sein Bruder plötzlich verschwindet und kurz darauf tot aufgefunden wird, versucht Tauner den Fall auf eigene Faust aufzuklären und kann nicht glauben, in welche Machenschaften sein Bruder verwickelt war ... Frank Goldammer wurde 1975 in Dresden geboren, machte aus Faulheit kein Abitur und bereute es sofort, als er sich stattdessen zum Maler und Lackierer ausbilden ließ. Mit Anfang 20 begann er zu schreiben, heiratete zwischendurch, ließ sich scheiden und wurde ein Meister in seinem Beruf. Außerdem hat er drei Kinder mit zwei verschiedenen Frauen. Kümmert er sich nicht gerade um seine Sippe, dann schreibt er. Bisherige Veröffentlichungen im Gmeiner-Verlag: Abstauber (2012) Revierkampf (2013)

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 04.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839246191
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 8334 kBytes
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Schrammstein

1. Kapitel

Tauner warf einen skeptischen Blick auf sein Navigationsgerät. Er hatte die Försterlingstraße in jedem anderen Stadtteil erwartet, nur nicht hier in Niedersedlitz, von wo es keine fünf Autominuten mehr bis zur Stadtgrenze zu Heidenau waren. Uhlmann neben ihm schien sich nicht zu wundern oder schlief. Tauner wagte einen kurzen Blick zur Seite.

"Was?", knurrte Uhlmann.

"Nichts", murrte Tauner.

"Gut", brummte Uhlmann. "da musst du rein!"

Ach was, dachte Tauner, dann bog er rechts ab. Im Rückspiegel sah er einen kleinen Konvoi, der ihm folgte.

"Da ist es", sagte Uhlmann leise. Sie hatten ein paar kleinere Mehrfamilienhäuser passiert, dann wich das Gelände ein wenig zurück. Ein sechsstöckiges, mit blauem Glas verkleidetes Gebäude erschien in Tauners Blickfeld. Es war ein typischer Zweckbau aus DDR-Zeiten, rechteckig, ohne jeglichen Anhaltspunkt fürs Auge. Einstmals jedenfalls. Nun bot es genügend Blickpunkte, Graffiti, zerschlagene Fensterscheiben und Unkraut, das auf Fenstersimsen gedieh. Das Gelände war noch vor Kurzem vollkommen verwildert gewesen, bis schweres Gerät Tabula rasa gemacht, die Erde gewendet und geebnet hatte. Nur ein paar große Haufen graubraunes Geäst erinnerte an den Wildbewuchs.

"Jetzt haben die wohl nach 20 Jahren endlich einen Investor gefunden", schnaubte Uhlmann und ließ Tauner nicht wissen, ob er das nun gut fand oder schlecht.

"Kann ja nicht schaden", meinte Tauner.

Uhlmann winkte ab und schickte sich an, aus dem Auto zu steigen. Tauner machte es ihm gleich, war aber viel schneller. Seine frische Beziehung mit der Gerichtsmedizinerin tat ihm körperlich ganz gut, wenn sie ihm auch seelisch ein wenig unbefriedigend vorkam. Sein geschmeicheltes Ego hatte ihn Sport treiben lassen und seinen Alkoholkonsum auf ein vorzeigbares Maß eingeschränkt.

Er wartete nicht auf Uhlmann, sondern winkte die Autos, die ihnen gefolgt waren, an den Straßenrand. Aus dem größten der weißen Transporter stieg Martin, der Chef der Spurensicherung.

"Da wird nicht viel zu sichern übrig sein", meinte er sogleich und deutete mit dem Kinn auf das verschlissene Gebäude. Jetzt erst sah Tauner, dass ein riesiger Bagger mit einem langen Greifarm dem Gebäude schon ein gutes Sechstel abgekniffen hatte.

Tauner seufzte und sah sich um. Bisher war ihm noch keine Ansprechperson entgegengekommen. Die zwei Polizisten der Streife, von denen sie gerufen worden waren, konnte er nicht entdecken. Er sah auch keinen Arbeiter, nur den ruhenden Bagger. 'Arbeiterwohnheim' las er über dem Eingang des abgewetzten Gebäudes. "Da kann man doch jetzt nicht mehr rein, oder?"

Martin hob die Schultern. Bis vor ein paar Monaten noch hatte ein langer Zopf seinen Kopf geschmückt. Nun waren die Haare kurz und Martin hatte sich nie so recht dazu geäußert. Man sprach von einer verlorenen Wette. Aus dem reservierten Verhalten ihm gegenüber schloss Tauner, dass er selbst ein nicht unwesentlicher Bestandteil dieser Wette gewesen sein mochte.

"Da drüben!", sagte Martin jetzt und machte Tauner auf einen Streifenwagen aufmerksam, der hinter einem Wohncontainer parkte.

"Wenn die da drin hocken und Kaffee trinken, mach ich die zur Sau", knurrte Tauner.

"Da bin ich mir sicher!", erwiderte Martin und zog fröstelnd die Schultern hoch. Der Frühling stand vor der Tür, doch noch schaffte das Thermometer es kaum über fünf Grad; immerhin gab es keinen Tagfrost mehr.

Tauner ließ den Chef der Spurensicherung stehen und machte sich auf den Weg zum Baucontainer.

"Herr Hauptkommissar!", rief ihn jemand von der Seite an, kaum dass er einige Meter gelaufen war. Tauner erkannte eine junge Streifenpolizistin, sie hatte unterhalb des Haupteingangs Posten bezogen. Falk Tauner ging zu ihr hin.

"Ich dachte, Sie hätten mich gesehen", entschuldigte sie ihre laute Anrede.

Uhlmann und Martin hatten alles mitbekommen und näherten si

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