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Schweigegold Kriminalroman von Bürkl, Anni (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.02.2015
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (PDF)
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Schweigegold

Berenike Roither muss die Trennung von ihrem Freund Jonas verkraften, als ihre Schwester nur knapp einem Mordanschlag entgeht. Außerdem tauchen gestelzt formulierte Drohbriefe auf - allesamt gerichtet an Berenike ... Ratlos macht sie sich auf die Suche nach den Hintergründen, die sie in die Vergangenheit und die goldene Stadt an der Moldau führen. Im Labyrinth von Prags Gassen fühlt sich Berenike plötzlich wie eine Hauptfigur aus Kafkas Romanen ...

Anni Bürkl, Jahrgang 1970, lebt und arbeitet als freie Journalistin, Autorin und Ghostwriter in Wien. Im Ausseerland, wo sie sich im Sommer gerne aufhält, schreibt sie am liebsten. 2003 wurde sie mit dem Theodor-Körner-Förderungspreis ausgezeichnet. 2010 erhielt sie das Krimi-Stipendium 'Trio Mortale' der Stadt Wiesbaden. 'Schweigegold' ist ihr fünfter Roman um die charismatische 'Teelady' Berenike Roither. www.annibuerkl.at

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 245
    Erscheinungsdatum: 04.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839246115
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Serie: Berenike Roither Bd.5
    Größe: 2775kBytes
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Schweigegold

Kapitel 1

Ein Tag im April, Altaussee

"Bei uns geht koana nit zu Fuß."

Berenikes Blick wanderte von der nassen Fahrbahn zur grünen Karosserie eines Geländewagens, der knapp vor ihr gebremst hatte. Verschwommen erkannte sie die fragend aufgerissenen Augen von Max.

Was für ein Tag.

Sie hatte allein gefrühstückt, das Auto war nicht angesprungen, ausgerechnet heute. Nicht nur, dass ihre Schwester zu Besuch war und sie den Wagen brauchte, sie hatte auch endlich den lang erwarteten Massagetermin bei Anniko. Sylvie hatte ihr die angebliche Wunderheilerin kurz vor ihrem Tod noch empfohlen. Berenike hatte sich notgedrungen zu Fuß auf den Weg zur Bushaltestelle gemacht. Der Regen prasselte mit urzeitlicher Kraft auf das Ausseerland nieder, als sollte die Evolution ein zweites Mal stattfinden, nur diesmal umgekehrt, eine Rückentwicklung vom Säugetier zurück zum Wasserlurch.

Von den Bergen waren nur Umrisse zu erkennen, Loser, Trisselwand, alles grau in grau. Gegen den Regen gestemmt, setzte Berenike einen Fuß vor den anderen. Dachte an ihre Schwester und ihre Probleme, an ihren eigenen Teesalon, wo es auch nicht berauschend lief. Nur an einen dachte sie nicht, wagte es nicht, an ihn zu denken. Sie fühlte sich allein, allein mitten in dieser feuchten, tristen Welt, als wäre niemand außer ihr übrig geblieben. Erst durch ein Hupen fuhr sie hoch, das gleichmäßige Fallen der Regentropfen musste sie in Trance versetzt haben. Die Luft dampfte nach der Wärme der letzten Tage.

"Was machst du hier, schöne Frau?", fragte Max, der Wirt vom Grünen Kakadu, der aus seinem Wagen gesprungen war und sie jetzt fest an den Oberarmen fasste. "Alles okay bei dir?"

Okay? Nichts war okay, schon seit Längerem nicht. Aber wie sollte sie das ausgerechnet Max erklären? Sie wischte sich über das Gesicht und die Augen. "Entschuldige, ich hab nicht aufgepasst", murmelte sie und versuchte, mit einer Kopfbewegung die an ihrer Stirn klebenden Haarsträhnen wegzuschütteln. Erfolglos.

"Ist wirklich alles okay bei dir?", fragte Max eindringlicher.

"Lieb von dir, aber es geht schon, danke."

"Soll ich dich ein Stück mitnehmen?"

"Ach ..."

"Komm, steig ein, bevor ich auch noch pudelnass bin." Mit der lässigen Eleganz eines Kutschers bei Hof hielt er ihr die Tür auf der Beifahrerseite auf. Sie setzte sich, er schloss galant die Tür und stieg selbst ein. "Na, dann fahrn mer ma', Euer Gnaden", lachte er sie an und fuhr entschlossen los.

"Angenehm, ins Trockene zu kommen. Danke, Max!" Sie strich sich mit beiden Händen über die Augen und blinzelte. "Stell dir vor, ich hab einen Massagetermin in Ischl und meine alte Karre hat mich in Stich gelassen."

"Wundert dich das wirklich? Das ist doch immer so. Wo ist das in Ischl?"

"Es genügt, wenn du mich bei der Bushaltestelle absetzt", sagte sie und sah nach draußen. Düsternis überall.

"Kommt nicht infrage. Ich muss sowieso selbst in die Stadt, ein Geschenk besorgen. Ich fahr dich gern hin."

"Das ist wirklich nicht nötig."

"Ich fahr dich." Sein freundlicher, aber bestimmter Tonfall duldete keine Widerrede. Er warf ihr einen nicht zu deutenden Seitenblick zu. Also gab sie ihm die Adresse mitten im Zentrum der alten Kaiserstadt.

Max fuhr routiniert, erzählte dabei Belanglosigkeiten über Gäste im Wirtshaus, dass er eine neue Biersorte in die Karte aufnehmen wollte. Dabei warf er ihr hin und wieder einen fast sorgenvollen Blick zu, sah aber immer schnell weg, wenn sie seinen Blick erwiderte. Fast hätte sie sich ablenken lassen von ihrem Kummer, aber eben nur fast.

"Du gehst zu einer Massage?", fragte er.

"Ja, weißt eh, mein ewiges Kreuzweh. Ich muss was dagegen tun."

Max nickte. "Man wird nicht jünger. In dem Beruf überhaupt. In der Gastronomie ist man halt ständig auf den Beinen."

"Wem sagst du das."

Vor einem grauen Neubau unwei

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