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Sie kannte ihn flüchtig {F wie Fälschung} von Grafton, Sue (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.06.2014
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Sie kannte ihn flüchtig

Eine der berühmtesten und erfolgreichsten Krimiserien der Welt - 'Sue Grafton wird von Thriller zu Thriller immer noch besser!' (Die Welt) Floral Beach - ein unscheinbares Nest an der kalifornischen Küste. Ein siebzehn Jahre zurückliegender Mord versetzt die Bewohner in Aufregung - da wird der angebliche Mörder plötzlich gefasst. Privatdetektivin Kinsey Millhone soll seine Unschuld beweisen und gerät auf die dunkle Seite der so friedlich scheinenden Kleinstadtgesellschaft: Intrigen, alte Verletzungen und tödliche Leidenschaften michen sich zu einem mörderischen Cocktail...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 20.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955303976
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1688 kBytes
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Sie kannte ihn flüchtig

1 Das Ocean Street Motel in Floral Beach, Kalifornien, liegt, wen wundert's, an der Ocean Street, nur einen Steinwurf von der Kaimauer entfernt, die hier drei Meter tief zum Pazifik hin abfällt. Der Strand ist mit Fußspuren übersät, ein breites, beiges Band, das die Flut täglich neu glättet. Der öffentliche Zugang zum Strand führt über eine Betontreppe mit Metallgeländer. Ein ins Wasser gebauter hölzerner Angelsteg ist am Ufer vor dem grellblau gestrichenen Haus der Hafenmeisterei verankert. Vor siebzehn Jahren hatte man Jean Timberlakes Leiche am Fuß dieser Kaimauer gefunden, doch die exakte Stelle war von meinem Standort aus nicht zu sehen. Damals hatte Bailey Fowler, Jeans Ex-Freund, sich des Totschlags an dem Mädchen für schuldig bekannt. Mittlerweile hatte er seine Meinung geändert. Jeder gewaltsame Tod ist der Höhepunkt einer Geschichte und zugleich die Einleitung einer weiteren. Mir fiel die Aufgabe zu herauszufinden, wie das Ende dieser Story wahrheitsgemäß aufgezeichnet werden musste. Kein einfaches Unterfangen nach all den Jahren. Die Einwohnerzahl von Floral Beach ist so niedrig, dass sie auf keinem Ortsschild zu lesen steht. Die Stadt ist sechs Straßenzüge lang und zwei Straßen breit, welche sich allesamt eng an einen Steilhang schmiegen, der von Unkraut überwuchert ist. An der Küstenstraße liegen etwa zehn Unternehmen kommerzieller Art: drei Restaurants, eine Geschenkboutique, ein Spielsalon, ein Obst- und Gemüseladen, ein T-Shirt-Geschäft mit Skateboardverleih, eine Eisdiele und eine Gemäldegalerie. Gleich um die Ecke, an der Palm Street, gibt es eine Pizzeria und einen Waschsalon. Mit Ausnahme der Restaurants schließen alle Geschäfte um fünf Uhr abends. Die meisten Häuser der Stadt sind einstöckige Holzbauten aus den dreißiger Jahren mit blassgrün oder weiß gestrichenen Lattenfassaden. Die Grundstücke sind klein und eingezäunt, und hinter vielen Zäunen liegen Motorboote, von denen manche in besserem Zustand zu sein scheinen als die Anwesen, zu denen sie gehören. Es gibt auch einige verputzte, kastenförmige Apartmenthäuser mit Namen wie "Sea View", "Tides" oder " Surf and Sand". Die ganze Stadt wirkt eigentlich wie der weniger repräsentative Teil einer anderen Stadt, aber auch vage vertraut, wie ein schäbiges Seebad, das man aus der Kindheit zu kennen glaubt. Das Motel selbst ist dreistöckig, grellgrün gestrichen und besitzt über die ganze Front einen Bürgersteig, der schließlich im buschigen Gras endet. Man hatte mir ein Zimmer mit Balkon in der zweiten Etage gegeben. Vom Balkon konnte ich links bis zur Ölraffinerie mit dem hohen Maschendrahtzaun und zahlreichen Warnschildern und rechts ungefähr vierhundert Meter weit bis zur Port Harbor Road sehen. Am Hang über der Port Harbor Road liegt ein großes Ferienhotel mit Golfplatz, doch die Gäste, die dort wohnen, würden nie hier herunterkommen, trotz der niedrigen Übernachtungspreise. Es war Spätnachmittag, und die Februarsonne ging mit einer Geschwindigkeit unter, die wider jedes Naturgesetz zu sein schien. Die Brandung donnerte monoton, und die Wellen schlugen an den Strand, als würden reihenweise Seifenwasserkübel über dem Sand ausgegossen. Der Wind frischte auf, nahezu lautlos, vermutlich weil es in Floral Beach kaum einen Baum gibt. Die Möwen hatten sich zur Abendmahlzeit versammelt und saßen am Straßenrand, um das aufzupicken, was aus den Mülleimern überquoll. Da es Dienstag war, waren nur wenige Touristen unterwegs, und selbst die paar Unentwegten, die den Strand um die Mittagszeit aufgesucht hatten,

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