text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Sieh nichts Böses Kriminalroman von Löhnig, Inge (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.06.2017
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Sieh nichts Böses

Sieh nichts Böses. Hör nichts Böses. Tu nichts Böses.
Der Münchner Kommissar Konstantin Dühnfort ist glücklich wie nie zuvor. Gerade ist er mit Gina von der Hochzeitsreise zurückgekehrt, die beiden freuen sich auf ihr erstes Kind. Doch ein überraschender Fund reißt Dühnfort aus seiner privaten Idylle. An einem nebligen Novembertag spüren Leichensuchhunde bei einer Polizeiübung den halb verwesten Körper einer jungen Frau auf. Neben ihr liegt eine kleine Messingskulptur - ein Affe, der seinen Unterleib bedeckt. Seine Bedeutung: Tu nichts Böses. Dühnfort findet heraus, dass es sich um eine seit Jahren vermisste Frau handelt. Er stößt auf einen weiteren ungeklärten Mord und kommt so einem niederträchtigen Rachefeldzug auf die Spur, der noch lange nicht beendet ist. Denn wieder verschwindet eine Frau. Schon als Kind verfügte Inge Löhnig über so viel Fantasie, dass ihre Geschichten noch heute in der Familie legendär sind. Neben dem Beruf als Grafik-Designerin war Schreiben lange ein Hobby. Erst mit dem Erscheinen der Reihe um den Münchner Kommissar Konstantin Dühnfort wurde daraus die neue Profession. Die Kriminal-Romane von Inge Löhnig sind ebenso regelmäßig auf der Bestsellerliste zu finden, wie die spannenden Familien-Romane, die sie unter dem Pseudonym Ellen Sandberg veröffentlicht. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 16.06.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843715362
    Verlag: Ullstein
    Größe: 2088 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Sieh nichts Böses

7

Wie immer verbrachte Dühnfort die ersten Minuten nach dem Aufstehen auf dem kleinen Balkon vor der Küche, von dem er einen Blick auf den Alten Südfriedhof hatte, den ehemaligen Pestfriedhof der Stadt. Fröstelnd zog er die Strickjacke enger um sich, die er rasch über seinen Schlafanzug gezogen hatte. Es war halb sieben und die Luft klar und frisch.

Bäume, Grabsteine und Gräser waren mit feinem Raureif bedeckt. Das trübe Licht des anbrechenden Tages ließ den Marmorengel, der drei Etagen tiefer seit über hundert Jahren das Grab eines Musikers bewachte, heute reichlich missmutig erscheinen.

Von drinnen hörte Dühnfort das Schlagen der Badezimmertür. Gina war aufgestanden. Er ging hinein, schob die Croissants zum Auftauen in die Mikrowelle und deckte den Tisch. Als die Espressomaschine aufgeheizt war, bereitete er zwei Cappuccini zu.

Er war gerade fertig, als Gina in die Küche kam und ihm den morgendlichen Kuss gab. Er mochte diese kleinen Rituale, die sich bei ihnen bereits eingeschlichen hatten wie bei einem alten Ehepaar. Für ihn waren sie keine Zeichen von Routine oder Langeweile, sondern von Beständigkeit. Und Beständigkeit war etwas, das er in dieser hektischen Zeit schätzte. Im Grunde war er konservativ und fand daran nichts auszusetzen. Als Blaupause für einen Fernsehkommissar würde er nicht taugen, dafür war sein Leben zu normal. Er war der Mann von nebenan, dem sein Beruf weder ein Trauma angehängt hatte, das ihn zum Säufer und Kettenraucher machte, noch reihenweise Beziehungen scheitern und ihn so zum einsamen Wolf werden ließ. Er war auch nicht der prügelnde Bulle, der notfalls mit Gewalt und unter Missachtung aller Regeln, die für Ermittler galten - und das waren nicht wenige - , dem Recht zur Geltung verhalf, indem er es mit Füßen trat. Im Gegenteil, er hielt sich daran, denn schließlich sollten alle Beweise, die sein Team und er zusammentrugen, am Ende vor Gericht standhalten und nicht von einem mit allen Wassern gewaschenen Verteidiger in der Luft zerrissen werden, weil sie auf illegale Weise erlangt wurden und somit ein prozessuales Verwertungsverbot galt.

Gina strich fingerdick Schokocreme auf ihr Croissant, das Glas war schon wieder halbleer. Er trank seinen Cappuccino, und nach dem Frühstück machten sie sich gemeinsam auf den Weg in die Arbeit.

In der Sendlinger Straße und in der Fußgängerzone war es noch relativ ruhig. Die Läden öffneten erst um zehn und bereiteten sich auf den Ansturm der Kundschaft vor. Schaufenster wurden dekoriert, Lieferwagen entladen und Sackkarren voller Kartons in die Geschäfte geschoben.

Auf dem Treppenabsatz zur zweiten Etage des Polizeipräsidiums trennten sich Dühnforts und Ginas Wege. "Habt einen schönen Tag, ihr zwei." Er strich über ihren Bauch und setzte ihr einen Kuss auf die Nasenspitze; und für einen Moment streifte ihn der Gedanke, dass sie ab heute in den Akten blättern würde, die er vor Jahren angelegt hatte. Der Fall Ellen Reitmeier. Noch immer ungeklärt. Er lag ihm im Magen, und er hoffte, dass sie einen neuen Ansatz finden würde, um den Täter doch noch zu überführen, und im selben Moment wünschte sich ganz ungewollt ein Teil von ihm das Gegenteil. Denn wenn sie erfolgreich war, würde das bedeuten, dass er etwas übersehen hatte. Mit einem unmerklichen Kopfschütteln schob er dieses irritierende Gefühl beiseite.

Gina erwiderte seinen Kuss. "Wenn du mittags Zeit hast, könnten wir zusammen essen."

"Um elf beginnt die Obduktion der Toten aus dem Forstenrieder Park. Ich weiß nicht, wie lange das dauern wird, und melde mich."

Einen Augenblick sah er ihr noch nach, dann ging er nach oben in die dritte Etage. Alois und Kirsten waren schon da und saßen an ihren PC s. "Guten Morgen. Wir treffen uns in fünfzehn Minuten im kleinen Besprechungszimmer."

In seinem Büro angekommen, lüftete er und schaltete wie immer die Pavoni an. Ohne seine tägliche Überdosis Espresso war

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen