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So tödlich nah Kriminalroman von Moström, Jonas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.01.2017
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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So tödlich nah

'Jonas Moström schreibt mit einer nie nachlassenden Intensität, die den Leser durch die Nacht treibt.' Arne Dahl Was würdest du tun, wenn dein schlimmster Alptraum wahr wird? Psychiaterin Nathalie Svensson unterstützt die Polizei bei besonders drastischen Fällen. Eines Nachts allerdings kann sie nur hilflos zusehen, wie ihr Liebhaber in Stockholm auf offener Straße erschossen wird. Er verblutet in ihren Armen. Sie fühlt sich in einem Alptraum gefangen, denn zehn Jahre zuvor wurde ihr damaliger Freund ebenfalls ermordet. Nathalie versucht, auf eigene Faust zu ermitteln. Doch jemand stellt Nathalie nach. Sie bekommt bedrohliche Nachrichten und hat das Gefühl, verfolgt zu werden. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den beiden Morden? Und ist sie das eigentliche Ziel? Jonas Moström wurde 1973 geboren. Er begann während seiner Elternzeit damit, an seinem ersten Roman zu arbeiten, der 2004 erschien. Seine Krimis um Psychiaterin Nathalie Svensson sind in Schweden Bestseller. Er lebt und arbeitet als Arzt in Stockholm.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 13.01.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843714242
    Verlag: Ullstein
    Größe: 3059 kBytes
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So tödlich nah

1

STOCKHOLM,

SONNTAG, 27. APRIL 2014

Nathalie Svensson bedankte sich für den Champagner, rutschte vom Barhocker und ließ den großzügigen, aber uncharismatischen Börsenmakler, dessen Namen sie schon wieder vergessen hatte, allein zurück. Er war ihr zu schüchtern und zu zögerlich gewesen. Es hätte sicher noch Wochen gedauert, bis er irgendetwas anderes unternommen hätte, als sie nur erneut auf einen Drink einzuladen. Außerdem hatte sie den Verdacht, dass er verheiratet war, auch wenn er das Gegenteil behauptete. Als sie zum ersten Mal miteinander angestoßen hatten, war ihr ein heller Streifen auf der sonnengebräunten Haut seines linken Ringfingers aufgefallen.

Auf dem Weg zur Garderobe geriet sie ins Schwanken, was nicht allein auf die neuen Dior-Schuhe mit den hohen Absätzen und die flackernden bunten Lichter zurückzuführen war, die die Discokugel in den Raum warf. Dem Glas Champagner war ein Dry Martini vorausgegangen, nachdem sie zum Essen bereits eine halbe Flasche Wein getrunken hatte. Das war offenbar mehr als sie vertrug, auch wenn sie sich wie gewohnt zwischendurch Wasser nachgeschenkt hatte.

Sie ließ sich ihren Mantel geben und fragte den etwas zu vorwitzigen Garderobier nach der Uhrzeit. Der lachte nur und antwortete: "Halb vier - soll ich ein Taxi rufen?"

"Nein danke, ist nicht nötig", erwiderte sie und ging.

Vor dem Café Opera standen etwa zehn bis fünfzehn Leute Schlange. Die Türsteher ließen gerade zwei junge Typen zum VIP -Eingang hinein, die Nathalie aus dem Fernsehen kannte. Wahrscheinlich waren sie mal bei X-Factor , Superstar oder einer der anderen Talentshows aufgetreten, mit denen sie sich abends nach einem anstrengenden Tag in der Klinik berieseln ließ.

Kriegen die Leute eigentlich nie genug?, dachte sie und merkte im nächsten Moment, dass sie sich an die eigene Nase fassen musste. Sie lächelte den Türsteher an, als dieser die Absperrung für sie öffnete, konzentrierte sich darauf, einen möglichst nüchternen Eindruck zu machen, und steuerte auf den Fußgängerweg zwischen dem Kungsträdgården und dem Karl XII 's Torg zu.

Die Luft war kühl. Über Stockholms Straßen und Plätzen lag eine angenehme Dunkelheit. Ein kleiner Spaziergang war jetzt genau das Richtige, wenn sie am nächsten Tag einigermaßen in Form sein wollte, um zur geplanten Zeit die Heimfahrt nach Uppsala anzutreten. Im besten Fall würde sie sich sogar noch zu ihrer üblichen Joggingrunde um den Kungliga Djurgården aufraffen. Für ihre fünfundvierzig Jahre sah Nathalie zwar nach wie vor gut aus, doch in letzter Zeit war ihr aufgefallen, dass sie schnell ein paar Kilo zunahm, wenn sie nicht für ausreichend Bewegung sorgte. Sie war schon immer eher mollig gewesen, aber die Kurven befanden sich bei ihr an den richtigen Stellen, so dass sie durchaus als attraktiv wahrgenommen wurde. Ein typisches "Plus Size Model", wie Tyra Banks in America's Next Top Model zu sagen pflegte. Doch auch weiblichen Rundungen waren Grenzen gesetzt. Sobald Nathalie ihr Idealgewicht überschritt, fühlte sie sich nicht mehr sexy, sondern nur noch aufgedunsen.

Aus diesem Grund hatte sie - obwohl sie Sport verabscheute und immer behauptete, die wöchentlichen Chorproben genügten ihr als körperliche Betätigung - in ein Paar neonfarbige Laufschuhe investiert und angefangen, sich dreimal pro Woche zum Joggen zu zwingen (woraus gelegentlich auch zwei- oder keinmal wurde, wenn sie die Schuld aufs Wetter schieben konnte). Das Laufen fand sie genauso langweilig wie die Sportsendungen im Fernsehen, aber wenigstens konnte sie dabei Backstreet Boys, One Direction oder eine der anderen Boygroups hören, die sie vor ihren Kollegen und den Freunden im Chor lieber unerwähnt ließ.

Schon komisch, überlegte sie, als sie einem Fahrradfahrer auswich, der auf dem Radweg Richtung Oper angesaust kam. Heute gehe ich zum ersten Mal allein

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