text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Sonnenspitz Kommissar Bauer und die Berge - Kriminalroman von Schuldlos, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.03.2014
  • Verlag: Eurokomm
eBook (ePUB)
4,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Sonnenspitz

Der Münchner Kriminalhauptkommissar Helmut Bauer besucht seine Tante Agathe auf dem Dorf. Er will zumindest für ein paar Tage Abstand zur Monotonie seines Berufes und seiner Umgebung gewinnen. Während einer Bergtour, die Bauer ohnehin ziemlich anstrengend findet, hängt ein gefesselter Mann tot an einem Baum. Es ist Ludwig Fellner, ein Almhüttenbewohner und Umweltaktivist von Pro Alp, einer Organisation, die sich gegen den Bau eines geplanten Windkraftprojektes einsetzt. Sein Urlaub ist damit beendet. Er, der Städter, muss sich erst an das Leben im Dorf gewöhnen, wo zudem die Auseinandersetzung um das geplante Windkraftprojekt in einem Gebirgstal die Bevökerung spaltet. Doch nach und nach wühlt er sich durch die Untiefen von Gemeinderat, Theaterverein und verborgenen Leidenschaften.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 210
    Erscheinungsdatum: 31.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783000455759
    Verlag: Eurokomm
    Größe: 1642 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Sonnenspitz

Bauer ist wieder in Kochel. Gleich nach dem Frühstück mit seiner Tante begibt er sich auf den Weg zum hiesigen Forstamt. Der Förster ist ja sozusagen berufsmäßig im Wald unterwegs und könnte möglichweise in der letzten Zeit Beobachtungen gemacht haben, die Bauer endlich ein kleines bisschen weiter helfen in seiner Ermittlungsarbeit.

Das Forstamt liegt unweit des Rathauses in einem alten Haus, das wahrscheinlich schon immer als Forstamt gedient haben muss, so vermutet Bauer.

Bauer drückt den Knopf der Türklingel. Nach wenigen Momenten hört er Schritte und die Tür öffnet sich. Seine Augen weiten sich und seine schlechte Laune verwandelt sich schlagartig in aufmerksame Geschäftigkeit. Vor ihm steht eine Frau, Mitte dreißig, blonde, lange Haare, schlank und lächelnd, wie eine Elfe auf einer Blumenwiese.

"Grüß Gott!", sagt sie freundlich und einladend.

"Grüß Gott. Bin ich da richtig beim Forstamt?"

"Ja. Was wollen sie denn?"

"Könnt' ich vielleicht mal mit dem Förster sprechen? Ich bin von der Kriminalpolizei."

"Wenn sie hier einen Förster sprechen wollen, dann sind sie am falschen Ort!"

"Wie meinen's?"

Bauer stutzt. Wie meint sie das? Hier am falschen Ort?

"Ja, aber hier is' doch des Forstamt?"

"Ja, aber kein Förster!"

"Mit wem kann ich dann reden?", fragt Bauer verwirrt.

"Mit mir!", erwidert ihm die junge Frau.

"Warum mit ihnen?"

"Weil ich hier am Ort die Försterin bin! Deswegen!"

Bauer ist baff vor Staunen. Erst öffnet ihm dieser blonde Engel und dann ist er auch noch die Försterin. Er kann sein Glück kaum fassen.

"Mein Name is' Helmut Bauer. Von der Kripo in München. Und sie sin'?"

"Verena Emminger. Sehr erfreut!"

Sie reicht ihm die Hand und Bauer ergreift diese dankbar, um sie erstmals zu berühren.

Die Försterin führt Bauer in ihr Büro, wo er vor dem schweren, dunklen Schreibtisch auf einem Besucherstuhl Patz nimmt. Jetzt beginnt Bauer, noch immer verzückt von seiner neuen Bekanntschaft, seine Fragen zu stellen, die er sich vorab schon einmal gedanklich zurechtgelegt hat:

"Frau Emminger, sie sind doch sicher oft im Wald unterwegs?"

"Ja, das bringt mein Beruf so mit sich."

" Gut! Haben sie vielleicht in den letzten Wochen im Bereich der Kotalm irgendwelche verdächtigen Beobachtungen gemacht?"

Bauer lächelt die Blondine leicht blinzelnd an.

"Was meinen's damit, Herr Kommissar?"

"Ja, sind ihnen vielleicht Personen begegnet, die sie sonst nie auf dem Berg getroffen haben?"

"Ja natürlich, da sind doch jede Menge Wanderer. Die kann ich doch nicht alle kennen."

"Nein, sie verstehen mich falsch!"

Bauer versucht sich wieder besser zu konzentrieren. Seine Fragen müssen seiner Gegenüber doch sehr unprofessionell vorkommen. Aber was soll er machen, wenn das Blut aus dem Gehirn in andere Körperteile wandert. Er fährt fort:

"Was ich meine ist, ob sie vielleicht mal irgendwelche Anzugträger oder Vergleichbares da oben gesehen haben?"

"Hm, naja das Einzige, was mir aufgefallen ist, dass dem Bürgermeister sein Auto zweimal vor der Kotalmhütte stand. Aber sonst? Sonst ist mir nix aufgefallen."

"Dem Merl sein Auto." wiederholt Bauer grübelnd.

Nachdem er mit leicht starrem Blick kurze Zeit überlegt hat, fängt er sich wieder:

"Ja, dann. Vielleicht können's mich ja mal mitnehmen auf einen ihrer Kontrollgänge!"

Bauer weiß, dass er jetzt einen Fehler gemacht hat. Aber für diese phänomenale Frau würde er sogar freiwillig einen Berg besteigen - und nicht nur den.

Als er wieder auf der Straße steht, rückt er erst einmal seinen grünen Filzhut zurecht. Dann macht er sich in Richtung Dorfmitte auf den Weg. Dabei muss er unweigerlich das Rathaus passieren.

Eine Person tritt gerade aus der Eingangstür auf die oberste der Stufen, die auf den Vorplatz hinab führen.

Es ist ein junger Mann von

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen