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Spielarten der Rache von Smyth, Seamus (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.07.2015
  • Verlag: Pulp Master
eBook (ePUB)
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Spielarten der Rache

Irland Ende der 50er. Eine Frau bringt Zwillinge zur Welt, doch Armut zwingt sie, die beiden Jungen in ein katholisches Waisenhaus zu geben. Ein Zwilling stirbt an den Folgen von Misshandlungen durch christliche Klosterbrüder, der andere, Red Dock, überlebt und taucht ab in die kriminelle Welt Dublins. Red Docks machiavellistischer Feldzug beginnt mit der Entführung eines Babys. Es ist das Kind des Polizisten, der die Brüder einst ins Waisenhaus brachte. Der gekidnappten Lucille droht nun das gleiche grausame Schicksal. Doch Red Dock ist mit seiner heimtückischen Attacke gegen eine Welt, die ihn und seinen Bruder verstieß, noch längst nicht am Ende. In SPIELARTEN DER RACHE betritt Seamus Smyth dunkle Labyrinthe voller zerstörter Seelen, deren Amoralität und Besessenheit in den Versagungen und Misshandlungen der frühen Kindheit zu suchen sind, im Umfeld einer sakrosankten Kirche, deren Praktiken niemand zu hinterfragen hatte. Seamus Smyth wurde 1952 in Belfast als Kind der Falls Road geboren, eines der Hauptschauplätze des nordirischen Bürgerkriegs. Im Alter von fünfzehn machte er sich nach London auf, wo er sich rumtrieb und unter Autobahnbrücken schlief. Er schlug sich als Pferdezüchter, Restaurator und Sattelmacher durch, bevor er sein eigentliches Ziel - das Schreiben - in Angriff nahm. Sein erster Roman QUINN sorgte bereits für genug Furore, um Übersetzungen ins Französische und Japanische folgen zu lassen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 15.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783927734876
    Verlag: Pulp Master
    Serie: Pulp Master Bd.38
    Größe: 1851 kBytes
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Spielarten der Rache

Seamus Smyth

Spielarten der Rache

"You're a ghost but I don't care!"

Kitty Ricketts, The Radiators from Space, Irland 1979

Ein Vorwort von Frank Nowatzki

A ls Seamus Smyth 1995 eine Fernsehdokumentation mit dem Titel States of Fear sah, die einen Missbrauchsskandal ungeheuren Ausmaßes aufdeckte, kam ihm wie vielen anderen Iren die Galle hoch. Im Mittelpunkt die katholische Kirche und 200 von ihr geleitete Einrichtungen wie Waisenhäuser, Erziehungsheime und Arbeitsschulen. Über Dekaden hinweg wurden dort Tausende Kinder ausgebeutet, misshandelt und sexuell missbraucht. Straftaten, begangen mit System, in Anstalten, geführt von der katholischen Kirche und finanziert mit irischem Steuergeld. Bei den Opfern handelte es sich um Waisen, um außerehelich geborene Kinder und Kinder, die durch strafbare Handlungen oder anderweitig auffällig geworden waren. Sie waren im Durchschnitt acht Jahre alt und beiderlei Geschlechts, wurden als Kindersklaven an Bauern ausgeliehen oder waren in katholischen Betrieben mit der Herstellung von Kruzifixen und anderen Devotionalien befasst, die im Anschluss in alle Welt exportiert wurden. Standen im Falle der Jungen der Orden der Christian Brothers und die beiden größten von ihnen geführten industrial schools in Dublin und Donegal im Zentrum der Vorwürfe, so war es bei den Mädchen der katholische Frauenorden der Sisters of Mercy , der Schwestern der Barmherzigkeit. Während der sexuelle Missbrauch bei den Christian Brothers eine wesentliche Komponente im Missbrauchssystem darstellte, machten sich die Schwestern der Barmherzigkeit "nur" des körperlichen Missbrauchs schuldig, der Demütigung und Schik ane. Doch die katholische Kirche stand nicht allein am Pranger, sondern mit ihr der irische Staat. Die enge Verflechtung von Kirche und Staat machte es möglich, dass die ungeheuerlichen Geschehnisse jahrzehntelang vertuscht werden konnten. Nicht nur dass kooperationswillige Gerichte die Betroffenen einwiesen, nein, der Staat zahlte für jede Einweisung eine Art Kopfgeldprämie an die entsprechende Einrichtung. Wandten sich die Opfer an Polizei und Behörden, fanden sie in Anbetracht einer als sakrosankt empfundenen Kirche kein Gehör und wurden zurück in die Institution verbracht. Die Doku States of Fear , die nicht nur Seamus Smyth vom Glauben abfallen ließ, erzeugte ein Echo, das die Einsetzung einer Kommission erzwang. Bemerkenswert, dass die Kommission im Zuge ihrer Recherchen im Archiv des Vatikans fündig wurde, was Beweise zu den Vorgängen in Irland betraf. 1999, noch bevor die Kommission im Jahre 2000 ihre Arbeit aufnahm, entschuldigte sich der damalige irische Premier Bertie Ahern im Namen des irischen Staates bei den Opfern. Wesentlich wichtiger jedoch als die Ergebnisse besagter Kommission, deren Abschlussbericht in Abwesenheit der nicht zugelassenen Opfer verlesen wurde, ist nach Ansicht der ebenfalls betroffenen irischen Sängerin Sinhéad O'Connor der 2009er Bericht der Untersuchungskommission um Richterin Yvonne Murphy. Die Opfer selbst hätten zu viele Versprechungen von den Geistlichen gehört, die am Ende doch nicht eingehalten worden seien, sagte O'Connor 2010 dem Spiegel. Auch schnelle Rücktritte seien letzten Endes immer wieder nur "eine Flucht aus der Verantwortung gewesen." Das Leid der Opfer sei zu groß, um es mit Worten wiedergutzumachen. Der Murphy-Report brachte es auf den Punkt: "Die staatlichen Autoritäten sind nicht ihrer Verantwortung nachgekommen, dafür zu sorgen, dass das Gesetz auf alle Menschen gleichermaßen angewandt wird, und haben den kirchlichen Einrichtungen gestattet, außerhalb der Rechtsprozesse zu stehen. Dadurch leisteten sie der Verheim

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