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Spritztour Ein Allgäu-Krimi von Seibold, Jürgen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2018
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Spritztour

Ideales Wanderwetter sorgt für Hochbetrieb auf dem Tegelberg bei Füssen. Unentwegt drängen sich die Besucher dicht an dicht in die Seilbahn. Rechtsmedizinerin Resi und Kommissar Hansen macht das nichts aus, sie schwelgen in Hochzeitsvorbereitungen und können sich nicht nah genug sein. Nur der Mann mit dem Schnauzbart stört, der sich zwischen Resi und das Kabinenfester drängt. Er lehnt schlapp an ihrer Schulter und macht keine Anstalten, sich dafür zu entschuldigen. Schnell wird klar, warum. Er ist tot, und die Einstichstelle im Nacken verrät: Es war Mord ... Jürgen Seibold, geboren 1960 in Stuttgart, arbeitete als Redakteur und freier Journalist für Tageszeitungen, Zeitschriften und Radiostationen und veröffentlichte 1989 seine erste Musikerbiografie. Es folgten weitere Sachbücher mit einer Gesamtauflage von rund 1,2 Millionen Exemplaren. Außerdem schreibt er Jugendbücher, Thriller und seine erfolgreiche Allgäu-Krimi-Reihe um den Hauptkommissar Eike Hansen. Mit seiner Familie lebt Jürgen Seibold im Rems-Murr-Kreis.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 01.02.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492978613
    Verlag: Piper
    Größe: 450 kBytes
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Spritztour

Samstag, 28. April

Vor dem Einschlafen hatte sich Hansen noch eifrig Notizen gemacht, und auch wenn er sein Gekrakel am nächsten Morgen kaum entziffern konnte, war er doch froh, alles aufgeschrieben zu haben, was sie gestern Nacht ausgebrütet hatten. Sein Schädel brummte wie ein Bienenstock, und das lag weder am bayrischen Weißbier noch am Hannoveraner Pils, sondern eher an den Schnäpsen, mit denen sie am Ende voller Euphorie alles hinuntergespült hatten.

Hansen blieb noch einen Moment an der Bettkante sitzen und erhob sich schließlich. Resi schnarchte leise und sah einfach hinreißend aus, wie sie da in den völlig zerwühlten Bettlaken lag. Umständlich schlüpfte Hansen in Socken, Hemd und Hose, schlich leise um das Bett herum und zog die Tür behutsam hinter sich zu. Auf dem Weg durchs Haus hörte er leise Stimmen aus der Küche. Hanna und Haffmeyer, die im Gästezimmer übernachtet hatten, waren schon wach, hatten den Tisch gedeckt und Kaffee aufgesetzt. Im Brotkorb lagen frische Semmeln. Hansen sah Haffmeyer fragend an, aber der wehrte lachend ab.

"Nein, das war ich nicht. Deine Vermieterin, die Frau Walburga, war da, um bei ihrem preußischen Mieter nach dem Rechten zu sehen. Und auf dem Weg hierher hat sie beim Bäcker vorbeigeschaut und dir ein paar frische Sachen mitgebracht."

"Und gleich wieder Weißbier in den Kühlschrank gestellt, richtig?"

"Richtig", sagte Hanna. "Und etwas Aufschnitt dazu. Falls du hier mal nicht mehr wohnen magst, sag mir Bescheid, Chef - für diese Vermieterin würde ich sofort meine Wohnung mit diesem Haus tauschen."

"Ja, sie ist sehr nett, aber zum Haus gehört halt auch Ignaz, und der ..."

Wie aufs Stichwort trippelte der Kater in die Küche, sah sich um, bedachte Hansen mit einem vernichtenden Blick, wandte sich dann Hanna zu und schnurrte schon, bevor sie in die Hocke ging und ihre Finger in seinem Nackenfell versenkte.

"Ach, mit unserem lieben Ignaz würd ich schon klarkommen", gurrte Hanna und stupste den Kater liebevoll auf die Nase.

"Guten Morgen."

Resi lehnte im Türrahmen und gähnte herzhaft. Sie trug eine Jeans und ein übergroßes T -Shirt, auf dem vorn in glänzenden Lettern der Spruch "Life begins after coffee" prangte.

"Seh ich genauso", sagte Haffmeyer und deutete auf Resis Shirt.

Wenig später fielen sie über die frischen Semmeln her und sprachen zunehmend lebhaft noch einmal durch, wie sie den heutigen Vormittag nutzen wollten. Ignaz, der anfangs noch ein paarmal um Hannas Beine gestrichen war, aber auch damit ihre Aufmerksamkeit nicht mehr erregen konnte, trottete zu seinem Futternapf. Er war mit frischem Trockenfutter gefüllt, auch das Wasser hatte Hanna gewechselt, aber trotzdem setzte er sich mit vorwurfsvoller Miene neben den Napf und maunzte kläglich. Als die lärmenden Zweibeiner auch davon keine Notiz nahmen, tapste er aus der Küche und kam wenig später mit den noch recht gut erhaltenen Resten einer Maus zurück. Er legte sie mitten auf den Küchenboden und maunzte erneut. Doch auch diesmal konnte er das angeregte Gespräch der Menschen nicht unterbrechen. Die Augen des Katers wurden schmal. Mit der Tatze verschob er den Mauskadaver mehrmals, bis er mit der Position zufrieden war. Dann zog er sich in eine Ecke der Küche zurück, in der eine Decke für ihn bereitlag. Er streckte sich genüsslich aus und schien zu schlafen. Doch zwischen den fast geschlossenen Lidern hindurch hatte er die tote Maus im Blick - und wartete, bis sein zweibeiniger Mitbewohner auf dem Weg zur Spüle mit dem nackten Fuß mitten in die ausgelegte Opfergabe treten würde.

Erst hörte man draußen mehrere laute Stimmen, dann ein knappes Kommando von Rosemarie Schwegelin, und damit war vorübergehend Ruhe. Die Sekretärin schlüpfte im nächsten Moment in das Büro von Vroni Schliers und drückte sofort die Tür hinter sich ins Schloss. Die Kripochefin saß in ihrem Sessel, bequem zurückgelehnt, und sah ihrer Mitarb

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