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Spur des Schweigens Kriminalroman von Abbott, Rachel (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.05.2015
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Spur des Schweigens

Olivia Brookes und ihre Kinder sind verschwunden. Spurlos. Handtasche, Handy, Kleidung und Spielsachen sind noch im Haus, nur fehlen seltsamerweise alle Fotos der Vermissten. Inspector Tom Douglas beschäftigt dabei besonders, dass er in einem früheren Fall schon einmal mit Olivia zu tun hatte. Damals waren es ihr Ehemann Robert und die Kinder, die für kurze Zeit unauffindbar waren... Rachel Abbott, geboren und aufgewachsen in Manchester, leitete viele Jahre als Systemanalytikerin ihre eigene kleine Softwarefirma. Seit 2005 lebt die freiberufliche Webdesignerin und Autorin mit ihrem Ehemann und ihren zwei Hunden in den Marken in Italien und auf der französischen Kanalinsel Alderney.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 11.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492969093
    Verlag: Piper
    Größe: 1457 kBytes
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Spur des Schweigens

KAPITEL 1

Das schrille Läuten an der Tür zerreißt die bedrückende Stille im Haus. Ich höre auf, hin und her zu laufen, und schöpfe wider alle Vernunft Hoffnung. Könnte das Robert sein? Hat er seinen Schlüssel vergessen? Allerdings ist mir klar, dass er es nicht sein kann. Ich weiß nämlich genau, wer es ist.

Es ist die Polizei, und sie ist hier, weil ich sie selbst gerufen habe.

Ich hätte es vorausahnen sollen. Ich hätte Roberts Botschaften besser verstehen müssen. Er hat es mir auf so viele Arten mitgeteilt - nur nicht in Worten. Inzwischen ist es drei Stunden her, dass er mit meinen Babys fort ist. Ich vermisse sie so, dass mir jeder Knochen und Muskel im Körper schmerzt.

Wo sind meine Kinder?

Hatten sie einen Unfall? Bitte nicht!

Der Gedanke trifft mich wie ein Boxhieb. In der Schwärze hinter meinen geschlossenen Augenlidern entstehen lebensechte Bilder. Sie verblassen auch nicht, als ich die Augen wieder öffne. Sie liegen auf dem Rücksitz von Roberts Auto in einem Straßengraben, irgendwo an einer dunklen Landstraße. Abgedrängt von einem verrückten Raser. Warten darauf, gefunden zu werden. Ich sehe Blut auf ihrer Stirn, und in Gedanken lausche ich auf Hilfeschreie, bloß als Bestätigung dafür, dass sie noch leben. Aber ich höre nichts. Nur das Vogelgezwitscher, das zum offenen Autofenster hereinweht. Robert kommt nicht vor in diesem Film.

So grauenhaft und beängstigend die Bilder auch sein mögen, glaube ich nicht wirklich an einen Unfall. Tief in meinem Herzen weiß ich, dass vermutlich etwas anderes dahintersteckt. Etwas viel Bedrohlicheres.

Als ich aufmache, steht ein junger breitschultriger Constable vor mir. In seiner stichwaffensicheren Weste und dem kurzärmeligen Hemd macht er einen unerschütterlich kompetenten Eindruck. Ich kann mir schon denken, was er mich fragen wird. Inzwischen weiß ich, wie der Hase läuft. Es wird genau so sein wie beim letzten Mal.

Ahnt er überhaupt, dass die Olivia Brookes, die heute Abend die Polizei alarmiert hat, und Liv Hunt ein und dieselbe Person sind? Die Liv Hunt, die vor sieben Jahren anrief, weil ihr Freund verschwunden war? Wird die Vergangheit wieder aufs Tapet kommen?

Selbst nach all den Jahren habe ich noch immer Albträume von dieser schrecklichen Nacht und wache dann, in kaltem Schweiß gebadet, auf. Mein Freund hatte angerufen, um mir zu sagen, er werde jetzt aus dem Unilabor losgehen. Bis gleich also. Der Fußweg war nicht weit, doch zwei Stunden später war er noch immer nicht da. Ich war außer mir. Ich erinnere mich, wie ich mich an meine kleine Tochter geklammert und ihr ins Ohr geflüstert habe: "Daddy kommt gleich nach Hause, Schätzchen." Nicht, dass Jasmine mich hätte verstehen können. Sie war damals erst zwei Monate alt. Außerdem war es gelogen. Dan kam nicht nach Hause. Ich habe ihn nie wiedergesehen.

Bis jetzt habe ich gedacht, es gäbe nichts Schlimmeres als die Angst in jener Nacht. Das stundenlange Warten und die bange Frage, was meinem geliebten Dan wohl zugestoßen sein mochte.

Ich habe mich geirrt. Diesmal ist es noch viel schlimmer. Diesmal fühlt sich die Todesangst an wie eine harte Kugel, die mir schmerzhaft in Brust, Kopf und Bauch hin und her springt.

Der Polizist will natürlich Einzelheiten hören. Er will verstehen, warum ich mir solche Sorgen mache. Die Kinder sind bei ihrem Vater. Also gibt es doch sicher keinen Grund zur Sorge. Ob ich meinen Mann schon mobil angerufen hätte? Ich glaube, eine Antwort auf diese Frage erübrigt sich.

Robert ist um sechs losgefahren. Er sagte, er werde mit den Kindern eine Pizza essen gehen. Eigentlich wollte ich mit, aber er hat darauf bestanden, dass er mehr Zeit allein mit ihnen verbringen wolle. Gott, ich schäme mich, es zuzugeben, doch ich war froh . Im Anbetracht meiner Gefühle für Robert hielt ich es für eine gute Vorübung für die Zeit, wenn wir nicht mehr zus

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