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Stadt der Intrigen Thriller von Kovac, Christina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.04.2017
  • Verlag: Penguin Verlag
eBook (ePUB)
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Stadt der Intrigen

Der Weg zur Macht ist mit Lügen gepflastert Washington, D.C. - Stadt der Macht, Stadt der Intrigen. In der von Männern beherrschten Nachrichtenwelt hat es Virginia Knightly als Fernsehjournalistin bis fast nach ganz oben geschafft. Sie ist talentiert, ehrgeizig, und sie hat eine Gabe: Wenn sie ein Bild einmal vor Augen hatte, vergisst sie es nie wieder. Als ihr das Foto einer verschwundenen Frau auf den Schreibtisch gelegt wird, weiß sie, dass sie diese schon einmal gesehen hat. Nur wo? Virginia beginnt zu recherchieren. Noch ahnt sie nicht, dass sie sich in Machtspiele verwickelt, die bis in die höchsten Ränge reichen - und die auch ihr Leben bedrohen. Christina Kovac hat mehr als zwanzig Jahre als Produzentin und Redakteurin im Nachrichtenjournalismus gearbeitet, unter anderem für NBC News. Mit ihrer Familie lebt sie in einem Vorort von Washington, D.C. 'Stadt der Intrigen' ist ihr erster Thriller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 10.04.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641213848
    Verlag: Penguin Verlag
    Originaltitel: The Cutaway
    Größe: 2483 kBytes
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Stadt der Intrigen

Kapitel 1

Es begann mit der Geschichte einer anderen. Eine Frau hatte sich mit einem Mann verabredet, und auf dem Weg zu diesem Treffen verschwand sie. Ich kannte die Frau nicht. Doch vor meinem inneren Auge sah ich genau, wie sie durch die Straßen von Georgetown lief, hörte förmlich, wie ihre Absätze auf dem Gehsteig klapperten, im Rhythmus der Musik, die aus den Bars und Clubs auf die Straße drang. Tausendmal war ich dort selbst entlanggegangen.

Sie hieß Evelyn Carney. Ihr Mädchenname war Sutton, und sie entstammte einer wohlhabenden Familie aus einer Kleinstadt im kalten Norden. Über ihre Verwandten bekam ich nie viel heraus, außer dass sie sich nicht weiter für sie interessierten und ihr Verschwinden daher bloß mit einem müden Schulterzucken zur Kenntnis nahmen. Hatte sie ihrer Heimat den Rücken gekehrt, um nicht länger in ihrer Nähe sein zu müssen, oder war sie wie viele andere junge Frauen - so wie ich - nach Washington, D. C. gekommen, in der Hoffnung, noch mal ganz von vorn anzufangen? Sie brachte keinerlei Voraussetzungen mit, um hier in der Stadt Karriere zu machen - keinen mächtigen Gönner, keine herausragenden akademischen Leistungen, kein großes Vermögen. Sie hatte keine familiären Beziehungen, die ihr irgendwie weitergeholfen hätten. Aber sie hatte Ehrgeiz und kein Problem damit, ihre starke Anziehungskraft auf Männer zu ihrem Vorteil zu nutzen.

Warum das mein Interesse weckte, weiß ich nicht genau; nur, dass sie mich nicht mehr losließ, nachdem ich ihr Gesicht zum ersten Mal gesehen hatte. Es passiert schnell, dass mir ein Bild nicht mehr aus dem Kopf gehen will, und ich hätte vorsichtiger sein müssen. Ich war gewarnt gewesen. Als ich noch ein kleines, gehorsames Mädchen gewesen war, hatte der Pfarrer zu mir gesagt: "Überleg dir genau, was du dir ansiehst, denn es wird unweigerlich ein Teil von dir."

Den Ratschlag hätte ich wohl besser beherzigt, doch das tat ich nicht, weder als kleines Mädchen noch als bemerkenswert junge leitende Producerin, die mit der Macht der Bilder spielte. Zu jenem Zeitpunkt aber hatte ich mich schon mit Haut und Haar in die Suche nach Evelyn Carney verstrickt. Und da war es bereits zu spät.

Zum ersten Mal stieß ich in einem Stapel Pressemeldungen auf sie. Ich saß gerade an meinem Schreibtisch und ging den Papierkram durch, als mir acht große, fett gedruckte Lettern - VERMISST - ins Auge stachen. Der Text darunter lautete:

Das D.C. Police Department bittet um Ihre Hilfe bei der Suche nach Evelyn Marie Carney. Zuletzt wurde sie am Sonntag, den 8. März, um ca. 21:48 Uhr auf Höhe der 1200er-Nummern der Wisconsin Avenue gesehen.

Die amtliche Beschreibung - 30-jährige Frau, weiß, 1,65 m groß, 53 Kilo schwer - hätte auf jede zweite Frau zutreffen können. Zum Beispiel auf mich.

Maximal dreißig Sekunden Sendezeit, doch dann dachte ich: Georgetown? Niemand verschwindet spurlos aus Georgetown, wo an jeder Ecke Polizisten stehen, die Villen, Edelboutiquen und angesagte Restaurants bewachen.

Unter dem Text befand sich ein schlecht kopiertes, unscharfes Foto der Vermissten, ihr Gesicht grau und körnig, die Augen zwei weiße Flecken - eine regelrechte Maske des Grauens -, und mir schoss durch den Kopf, dass sie wahrscheinlich tot war. Es geschah mit erschreckender Häufigkeit, dass Frauen von Menschen aus ihrem unmittelbaren Umfeld ermordet wurden, von Menschen, die sie einst geliebt hatten; oder, seltener, von Fremden, denen sie mehr oder weniger zufällig über den Weg liefen. Seit gut zehn Jahren lebte ich nun hier und hatte derartige Fälle gefühlte tausendmal miterlebt.

Es klopfte an meiner Tür, und Isaiah kam herein. Er war der Chefredakteur, meine rechte Hand, ein Crack, der alles wusste, egal ob es um die neuesten Medientechnologien, die Geschichte der Stadt, Lok

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