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Stein Thriller von Kleindl, Reinhard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.09.2018
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Stein

Die ehemalige Wiener Mordermittlerin Anja Grabner will den Fall, der sie ihre Karriere kostete, einfach nur vergessen: die Entführung des Bankiers Bert Köhler, das grausame Katz-und-Maus-Spiel des Täters, die Lösegeldforderungen, denen Körperteile des Opfers beigelegt waren. Und den Ort Stein, wo sich nach einem anonymen Hinweis die Spur verlor. Doch ein Anruf ihres ehemaligen Partners zwingt Anja genau dorthin zurück. Und die schrecklichen Geheimnisse und der abgrundtiefe Hass der verschworenen Dorfgemeinschaft von Stein drohen ihr erneut zum Verhängnis zu werden ... Reinhard Kleindl, 1980 in Graz geboren, hat ein Faible für Hochspannung. Der studierte Naturwissenschaftler ist professioneller Slackliner und spannte sein Band schon über die Victoriafälle. Seine zweite Leidenschaft ist das Schreiben. "Stein" ist der erste Thriller um die Ermittlerin Anja Grabner.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 17.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641227500
    Verlag: Goldmann
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Stein

Mittwochvormittag

Symptome: Kopfschmerzen, Unwohlsein, flauer Magen. Chemische Ursachen: Dehydration, Dysäquilibrium, Denaturierung körpereigener Eiweiße durch Acetaldehyd. Letzteres entsteht, wenn der Körper Ethanol abbaut. Die Summe dieser Anzeichen wird in der Medizin Veisalgia genannt, besser bekannt unter dem Begriff "Kater".

Anja Grabner wälzte sich aus dem Bett und landete auf einem Haufen benutzter Kleidungsstücke, die ihren Aufprall dämpften. Sie musste dringend auf die Toilette, doch als sie so auf dem Rücken lag, die Arme links und rechts ausgestreckt, ließ der Druck in ihrem Kopf nach, und sie gab sich dem Gefühl hin. Der Euphorieschub währte nur kurz, bevor ihr Magen rebellierte und sie feststellte, dass sie wirklich auf dem schnellsten Weg zur Toilette musste.

Mühsam kam sie auf die Beine, wankte nackt über den Flur und versuchte, die kreisenden Bewegungen ihres Kopfes unter Kontrolle zu bekommen. Er schien einfach zu weit oben zu sein, sie konnte ihn nicht ruhig halten. Schon als Kind war sie sehr groß für ein Mädchen gewesen. "Den Kopf in den Wolken", hatten ihre Lehrer gesagt. Später bei der Polizei hatte ihre Größe ihr Autorität verschafft. Heute kam sie sich noch größer vor als sonst, wie ein schwankender Mast, der jeden Moment umzustürzen drohte.

Nachdem sie sich erleichtert hatte, ging sie in die Küche, um etwas zu trinken. Wasser, für alles andere war es zu früh. Auf dem Tisch standen benutzte Gläser, daneben lag ihr Handy und blinkte nervös. Sie nahm es und sah, dass sie eine Reihe neuer Facebook-Nachrichten erhalten hatte.

Super Bilder!!! :D :D schrieb Fred, ihr Arbeitskollege.

Welche Bilder?

Als Anja auf ihre Timeline ging, starrte ihr ein Foto von ihr selbst entgegen: gerötete Augen, glänzende Haut, enthemmtes Lachen. Ihr langes dunkelblondes Haar war zerzaust, sah aber gar nicht schlecht aus, fand sie. Ihre Naturlocken hatten sich ohnehin noch nie bändigen lassen, ein geringer Preis dafür, dass sie durch ihre Mähne erheblich jünger wirkte - eine attraktive Mittdreißigerin in Partylaune. Der Hintergrund des Bildes war dunkel, vereinzelte bunte Lichter durchbrachen die Schwärze. Jemand namens Mi Ka hatte das Foto auf ihre Timeline gestellt, vor wenigen Stunden erst. Wer zur Hölle war Mi Ka? Laut Facebook war sie mit ihm befreundet.

Vor ihrem geistigen Auge tauchten Erinnerungsfetzen des vergangenen Abends auf. Anja ging zurück ins Schlafzimmer und stellte fest, dass jemand in ihrem Bett lag, den nackten Rücken und kurzhaarigen Hinterkopf ihr zugewandt.

Ja, da war etwas gewesen. Nun wusste sie es wieder.

Was genau passiert war, konnte sie nicht mehr sagen, aber sie hatte eine ziemlich gute Vorstellung davon. Das Prozedere war immer das gleiche, nur die Männer wechselten. Zumindest glaubte sie, dass es sich bei der halb zugedeckten Person in ihrem Bett um einen Mann handelte. Eigentlich stand sie auf Männer, möglichst so groß wie sie selbst oder größer, doch so genau konnte sie nie einschätzen, was ihr einfiel, wenn sie etwas getrunken hatte. Dann übernahm eine wildere, zwanzig Jahre jüngere Anja die Kontrolle. Eine Version ihrer selbst, auf die sie im Moment keine Lust hatte, obwohl der Typ, der sich gerade auf den Rücken drehte und zu ihr aufsah, ihr sogar gefiel. Wieder ein Junger. Nicht schlecht, kleine Anja, du hast es immer noch drauf.

Ihr fiel auf, dass sie nach wie vor nackt war, also griff sie nach dem schwarzen Slip, der vor ihr auf dem Boden lag, und zog ihn an. Dann trat sie mit verschränkten Armen näher an das Bett.

"Sorry", sagte sie, "du musst jetzt gehen. Ich fliege in den Urlaub und muss noch packen. Nichts für ungut, aber ich sag's dir gleich. Ich habe keine Ahnung mehr, wie du heißt. Und was gestern passiert ist, hat nichts zu bedeuten. Ist nichts Persönliches, okay?"

Er rieb sich die Augen. "Okay", antwortete er nach einer Schrecksekunde. "Ka

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