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Stille Nacht Roman von Clark, Mary Higgins (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.11.2012
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Stille Nacht

Ein modernes Weihnachtsmärchen, eine Parabel über die Macht des Glaubens - bewegend erzählt von der 'Königin der Spannung'. Manhattan am Heiligen Abend: Brian verschwindet im Gedränge und gerät in die Hände eines Mörders. Doch der siebenjährige Junge hat nur einen Gedanken: Er möchte seinem schwerkranken Vater ein Christophorus-Medaillon übergeben, denn er ist fest davon überzeugt, dass dieser dann wieder gesund werden wird. Mary Higgins Clark, geboren in New York, lebt und arbeitet in Saddle River, New Jersey. Sie zählt zu den erfolgreichsten Thrillerautoren weltweit. Ihre große Stärke sind ausgefeilte und raffinierte Plots und die stimmige Psychologie ihrer Heldinnen. Mit ihren Büchern führt Mary Higgins Clark regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten an. Sie hat bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten, u.a. den begehrten Edgar Award. Zuletzt bei Heyne erschienen: "Einsam bist du und allein".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 29.11.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641100667
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Silent Night
    Größe: 1043 kBytes
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Stille Nacht

1

E s war Heiligabend in New York City. Das Taxi schob sich langsam die Fifth Avenue hinunter. Es war beinahe fünf Uhr. Der Verkehr war dicht, und die Bürgersteige waren überlaufen von Menschen auf der späten Jagd nach Weihnachtsgeschenken, von Büroangestellten auf dem Heimweg und von Touristen, die unbedingt einen Blick auf die kunstvoll geschmückten Schaufenster und den legendären Christbaum am Rockefeller Center erhaschen wollten.

Es war bereits dunkel, und der Himmel überzog sich immer schwerer mit Wolken, eine offensichtliche Bestätigung der Wettervorhersage für ein weißes Weihnachtsfest. Die blinkenden Lichter jedoch, die Klänge von Weihnachtsliedern, die klingelnden Glöckchen von Weihnachtsmännern auf den Bürgersteigen und die allgemein fröhliche Stimmung der Menschenmenge verliehen der berühmten Hauptverkehrsstraße eine für den 24. Dezember angemessen festliche Atmosphäre.

Catherine Dornan saß kerzengerade auf der Rückbank des Taxis und hatte die Arme um ihre beiden kleinen Söhne gelegt. An der Steifheit ihrer Körper erkannte sie, daß ihre Mutter recht gehabt hatte. Die schroffe Haltung des zehnjährigen Michael und das Schweigen des siebenjährigen Brian waren ein sicheres Zeichen dafür, daß sich beide Jungen große Sorgen um ihren Dad machten.

Als sie früher am Nachmittag vom Krankenhaus aus ihre Mutter angerufen hatte, noch immer schluchzend, obwohl ihr Spence Crowley, der alte Freund und Arzt ihres Mannes, versichert hatte, Tom habe die Operation besser als erwartet überstanden, und sogar vorgeschlagen hatte, die Jungen könnten ihn noch am Abend desselben Tages um sieben Uhr besuchen, da hatte ihre Mutter sie energisch ins Gebet genommen: "Catherine, du mußt dich zusammenreißen", hatte sie gesagt. "Die Jungs sind so verstört, und du bist keine Hilfe. Ich glaube, es wäre eine gute Idee, wenn du versuchst, sie ein bißchen abzulenken. Geh doch mit ihnen zum Rockefeller Center, schaut euch den Baum an, und danach geht ihr irgendwo essen. Daß du dir solche Sorgen machst, hat sie praktisch davon überzeugt, daß Tom sterben muß."

Was da passiert, darf doch einfach nicht wahr sein, dachte Catherine. Mit jeder Faser ihres Wesens wünschte sie, sie könnte die vergangenen zehn Tage ungeschehen machen, und zwar von dem schrecklichen Augenblick an, als das Telefon läutete und der Anruf aus dem St. Mary's Hospital kam. "Catherine, kannst du sofort rüberkommen? Tom ist zusammengebrochen, während er seinen Rundgang gemacht hat."

Ihr unmittelbarer Eindruck zu jenem Zeitpunkt war, daß es sich um einen Irrtum handeln mußte. Schlanke, athletische, achtunddreißigjährige Männer brechen nicht einfach zusammen. Und Tom scherzte doch immer darüber, daß Kinderärzte von Haus aus gegen all die von ihren Patienten angeschleppten Viren und Bakterien resistent seien.

Aber Tom war nicht gegen die Leukämie resistent, welche die sofortige Entfernung seiner enorm vergrößerten Milz erforderlich machte. Im Krankenhaus berichteten sie ihr, er müsse schon seit Monaten Warnzeichen ignoriert haben. Und ich war zu dumm, es zu bemerken, dachte Catherine, während sie das Zittern ihrer Lippen zu unterdrücken versuchte.

Sie blickte aus dem Fenster und sah, daß sie gerade am Plaza Hotel vorbeifuhren. Elf Jahre zuvor, an ihrem dreiundzwanzigsten Geburtstag, hatten sie im Plaza ihren Hochzeitsempfang abgehalten. Bräute sollten eigentlich nervös sein, dachte sie. War ich aber nicht. Ich bin damals praktisch auf ihn zugerannt.

Zehn Tage später hatten sie dann ein bescheidenes Weihnachten in Omaha gefeiert, wo Tom in der angesehenen Kinderstation des Krankenhauses eine Stellung angenommen hatte. Wir haben uns diesen verrückten künstlichen Baum im Ausverkauf besorgt, dachte sie bei der Erinnerung daran, wie Tom ihn hochgehalten und verkündet hatte: "Alle mal herhören, K-mart-Kunden ..."

Dieses Jahr aber stand der Baum, den sie so sorgfältig ausgewählt h

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