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Sturm Thriller von Laub, Uwe (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.02.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)

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Sturm

Weltweit häufen sich scheinbar unerklärliche Wetterphänomene. Australien: Extreme Wasserverdampfung bringt Ökosysteme zum Einsturz. Sibirien: Nach einem signifikanten Temperaturanstieg taut der Permafrostboden. Gebäude sacken zusammen, Straßen und Städte werden zerstört. Deutschland: Das Olympiastadion in Berlin wird von einem Tornado verwüstet, in weiten Teilen Hannovers wüten Hagelstürme. Zahllose Tote und Verletzte werden geborgen, die Nation ist im Schockzustand. Es beginnt der Kampf gegen einen Feind, der uns alle umgibt ... Uwe Laub wurde 1971 in Rumänien geboren. Er war zwei Jahre alt, als seine Eltern mit ihm nach Deutschland zurückkehrten. Laub arbeitete mehrere Jahre im Pharma-Außendienst, seit 2010 führt er das Unternehmen eigenständig. Seine Liebe gilt dem Schreiben. Für seine Wissenschafts-Thriller recherchiert er jahrelang. Sein Roman "Sturm" wurde zum Bestseller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 12.02.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641191153
    Verlag: Heyne
    Größe: 1058 kBytes
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Sturm

1

BERLIN

D aniel Bender schloss die Augen und wünschte sich weit weg. Bis vor einer halben Stunde war er noch in absoluter Hochstimmung gewesen, voller Energie, bereit, es mit der ganzen Welt aufzunehmen. Dieser Samstagnachmittag entwickelte sich jedoch zu einem echten Albtraum, und das lag keinesfalls nur am Wetter, das sich beständig verschlechterte. Mit einem Auge beobachtete Daniel die rasch aufquellenden Gewitterwolken über dem Berliner Olympiastadion, aber das wahre Grauen spielte sich auf dem Spielfeld ab. Der FC Bayern hatte gerade das 3:0 erzielt, dabei war noch nicht einmal Halbzeit. Daniel warf Ben einen Blick zu, der neben ihm stand und seinen Hertha- BSC -Schal um Augen und Ohren gewickelt hatte. Sein Kumpel litt wie ein Hund. Daniel klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter. "Noch ist nichts verloren."

Ben zog den Schal herunter. "Heb dir solche Sprüche für deine Zuschauer auf." Er sah Daniel vorwurfsvoll an und blickte dann flehend gen Himmel.

Daniel erwiderte nichts. Nach dem Spiel, bei einem kühlen Bier, würde Ben sich schon wieder beruhigen. Daniel zupfte an seinem Trikot. Es klebte am Körper. Die für diese Jahreszeit ungewöhnlich schwülwarme Luft machte ihm zu schaffen. Seit Tagen ging das schon so. Die Boulevardpresse sprach bereits von einer "Hitzewelle". Die übliche Übertreibung. Daniel betrachtete die Sache etwas nüchterner. Er wusste, dass für die momentane Hochdrucklage eine Blocking-Situation verantwortlich war, wie Meteorologen dieses Phänomen nannten. Dabei lenkten stabile Hochdruckgebiete in der oberen Troposphäre Tiefdruckgebiete links und rechts von sich ab und sorgten somit für "Schönwetterinseln", die sich mit Durchmessern von über zweitausend Kilometern über große Teile Europas erstrecken konnten. Eigentlich eine tolle Sache. Wie so viele Menschen sehnte sich Daniel jedoch allmählich etwas Abkühlung herbei. Er folgte Bens Beispiel und blickte nach oben.

Die Wolkenmasse hatte sich zu einer imposanten Säule in den Himmel erhoben. Daniel zog eine Grimasse. Eine Cumulonimbuswolke mit ausgeprägter Amboss-Form verhieß nichts Gutes. Tatsächlich erklang jetzt ein dumpfes, lang gezogenes Donnergrollen und schwoll mit einer solchen Intensität an, dass es sogar die Fan-Gesänge auf den Tribünen übertönte.

Daniel blickte entlang des Stadionovals durch die Öffnung über dem Marathontor, in Richtung des Glockenturms. Dieser befand sich etwa zweihundert Meter vom Stadion entfernt, am Ende einer weitläufigen Rasenfläche, dem Maifeld. Von seinem Platz in der Ostkurve aus konnte Daniel den oberen Teil des Turms gut erkennen. Mit offenem Mund starrte er auf die schwarze Wolkenwand, die sich urplötzlich von der Unterseite der Gewitterwolken im Westen absenkte, bis sie so knapp über dem Boden hing, dass sie fast an der Spitze des siebenundsiebzig Meter hohen Turms kratzte.

Eine Wallcloud , dachte er. Aber das ist unmöglich .

Ein greller Blitz zuckte vom Himmel, unmittelbar gefolgt von einem krachenden Donnerschlag. Die gesamte Tribüne erzitterte.

"Wow", kommentierte Ben.

Keiner achtete mehr auf das Spiel. Alle starrten nach oben. Viele zeigten mit ausgestreckten Fingern auf die tief hängende Wolkenwand über dem Glockenturm, andere filmten das Geschehen mit ihren Handys. Auch Daniel zückte jetzt sein Handy. Gut möglich, dass er sich hier in den nächsten Minuten interessantes Bildmaterial für seine nächste Show sichern konnte.

Es begann zu schütten. Blitze erhellten den Himmel, einer greller als der andere. Donnerschläge krachten durch die Luft, laut wie der Knall von Düsenjägern beim Durchbrechen der Schallmauer. Ein Blitz schlug in die Spitze des Glockenturms ein, wo sich die über vier Tonnen schwere Olympiaglocke befand. Daniel meinte zu sehen, wie sie vor dem pechschwarzen Hintergrund für einen Augenblick rot aufglühte.

Wind kam auf. Mit zunehmender Sorge beo

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