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Sturmtief von Nygaard, Hannes (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.12.2011
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Sturmtief

Die Mächtigen in Politik und Wirtschaft fürchten Robert Havensteins journalistische Arbeiten - bis der unerschrockene Aufklärer in aller Öffentlichkeit von einem Profikiller hingerichtet wird. Von höchster Ebene wird Kriminalrat Lüder Lüders vom polizeilichen Staatschutz des LKA Kiel beauftragt, die Ermittlungen aufzunehmen, da Havenstein an einer Story arbeitete, die einen internationalen Konflikt heraufbeschwören könnte. Lüder Lüders beginnt zu ermitteln - und was er nach mühevoller und lebensgefährlicher Ermittlungsarbeit aufdeckt, ist dazu gemacht, die Grundfesten der Republik zu erschüttern. Rainer Dissars-Nygaard, Jahrgang 1949, studierte Betriebswirtschaft und war als Unternehmensberater tätig. Er lebt als freier Autor auf der Insel Nordstrand. Im Emons Verlag erschienen unter dem Pseudonym Hannes Nygaard 'Tod in der Marsch', 'Vom Himmel hoch', 'Mordlicht', 'Tod an der Förde', 'Todeshaus am Deich', 'Küstenfilz', 'Todesküste', 'Tod am Kanal', 'Der Inselkönig ', 'Der Tote vom Kliff' und 'Mord an der Leine'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 12.12.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863580438
    Verlag: Emons Verlag
    Größe: 3026 kBytes
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Sturmtief

ZWEI

Lüder hatte eine unruhige Nacht verbracht. Immer wieder war er aufgewacht und hatte an den neuen Fall denken müssen. Erst gegen Morgen hatte ihn die Müdigkeit übermannt, und er war in einen tiefen Schlaf gefallen, aus dem ihn das schrille Zirpen des Weckers unsanft aufschreckte.

Margit war schon wach. Sie musste unbemerkt von Lüder aufgestanden sein und bereitete den Tag vor. Lüder bewunderte jedes Mal aufs Neue, mit welcher stoischen Ruhe sie die vielfältigen Aufgaben um Haushalt, Schule und Partnerschaft meisterte. Die drei Großen waren in einem Alter, das alles andere als pflegeleicht war. Und Margit und Lüder wurde oft genug bewusst, dass ihre Kinder in der Schule nicht durch exklusive Genialität glänzten, sondern zusätzlich zum Familienalltag dieses oder jenes Problem mit nach Hause brachten.

Am Frühstückstisch in der geräumigen Küche herrschte lebhaftes Treiben. Thorolf, der Fünfzehnjährige, wollte sich nicht setzen. Dazu reichte ihm die Zeit nicht. Viveka stritt sich mit Jonas, weil das Enfant terrible der Familie sich mit seinen Schulsachen zu sehr auf dem Tisch ausgebreitet hatte.

"Kannst du Blödi deine Schularbeiten nicht am Nachmittag machen?", schimpfte Viveka.

"Nö", entgegnete Jonas, biss von seinem Brötchen ab und schmierte mit dem Daumen einen Marmeladenklecks auf seinem Schulheft breit. "Ich brauch das doch am Vormittag."

"Ich mein doch, am Vortag."

"Keine Zeit", beschied sie Jonas. "Nun halt endlich die Klappe." Dann besann er sich eines Besseren und schob Viveka sein Heft hinüber. "Oder sag mir, wie man das übersetzt." Prompt erhielt es zurück.

"Mach deinen Mist allein."

"Ich will auch zur Schule", mischte sich Sinje, das Nesthäkchen, ein.

Jonas lachte und tippte sich an die Stirn. "So bescheuert können auch nur Mädchen sein, dass sie freiwillig zur Penne wollen."

"Geht's ein bisschen friedlicher?", beschwerte sich Lüder, als er die Küche betrat.

Thorolf klopfte ihm jovial auf die Schulter. "Na, schwere Nacht gehabt? Bist du wieder auf einer heißen Spur?" Dabei kiekste seine Jungmännerstimme irgendwo in der Mitte zwischen Kind und Stimmbruch.

Plötzlich war es still. Alle starrten Lüder an. Auch Margit hatte ihr Hantieren mit Küchengerätschaften unterbrochen.

"Nein!", sagte Lüder mit fester Stimme.

"Das wäre aber geil, wenn du mal wieder was Richtiges machst", sagte Jonas.

"Machen würdest - heißt das", korrigierte ihn Viveka und bekam dafür den Stinkefinger gezeigt.

"Jonas!", ermahnte ihn Lüder.

Thorolf winkte ab. "Lüder hat gestern angerufen und gesagt, er muss nach Eckernförde. Da haben sie doch einen Journalisten plattgemacht. Das dröhnt aus allen Lautsprechern."

"Wenn ein Mensch stirbt, heißt es nicht 'plattgemacht'", belehrte ihn Lüder. Thorolf hob die Schultern und verließ, eine Brötchenhälfte zwischen den Zähnen, die Küche.

"Ist es wahr, dass du wieder im Ermittlungsdienst bist?", fragte Margit und baute sich vor Lüder auf.

Statt einer Antwort nahm er sie in den Arm und zog sie an sich. Doch Margit löste sich von ihm.

"Ich bin traurig", sagte sie mit vorwurfsvoller Stimme. "Und ich habe Angst. Warum begibst du dich ständig in Gefahr?"

"Du musst keine Sorge haben", versicherte Lüder. "Ich bin fernab vom Geschehen, wo es gefährlich ist, tätig."

Doch Margit schenkte ihm keinen Glauben.

Auf dem Weg zum Landeskriminalamt hatte sich Lüder mehrere Tageszeitungen besorgt, darunter auch überregionale. Natürlich war der Mord der Aufmacher auf den Titelblättern. Neben der dünnen Berichterstattung stand die Person Robert Havensteins im Mittelpunkt. Die Presse berichtete über seine investigative Arbeit für Fernsehen, Rundfunk und Presse und fragte in Kommentaren, ob eine neue Welle der Gewalt zu erwarten sei. Lüder war nicht überrascht, dass ein paar Zeitungen kritisch hinterfragten, ob der Mord in Verbindung mit dem Atommeiler st

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