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Sylter Blut Kriminalroman von Tomasson, Ben Kryst (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.02.2018
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)

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Sylter Blut

Mördersuche undercover. Kari Blom kehrt auf Wunsch der Sylter Kollegen für einen neuen Undercover-Einsatz auf die Insel zurück: Eine Diebesbande raubt dort Villen aus und stiehlt wertvollen Schmuck - und plötzlich gibt es einen Toten. Eine heiße Spur führt zu einem Sicherheitsunternehmen, das die Objekte eigentlich schützen soll. Kari wird in das Familienunternehmen eingeschleust und stößt schon bald auf tiefe Konflikte unter den Mitarbeitern. Und auch privat gerät sie in eine Zwickmühle: Der attraktive Hauptkommissar Jonas Voss kennt nun Karis wahre Identität. Gefährliche Ermittlungen mit der ungewöhnlichen Heldin Kari Blom. Ben Kryst Tomasson, geboren 1969 in Bremerhaven, ist Germanist und Pädagoge (M.A.) und promovierter Diplom-Psychologe. Er hat einige Jahre in der Bildungsforschung gearbeitet, ehe er sich als freier Autor selbständig gemacht hat. Tomassons Leidenschaft gehört den Geschichten, die das Leben schreibt, den vielschichtigen Innenwelten der Menschen und dem rauen Land zwischen Nordsee und Ostsee. Wenn er nicht schreibt, verbringt er seine Zeit am liebsten mit einem guten Buch am Meer – oder mit seiner Frau im Café. Im Aufbau Taschenbuch liegen seine Romane 'Sylter Affären', "Sylter Intrigen", "Sylter Blut" und "Sylter Gift" vor.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 16.02.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841215147
    Verlag: Aufbau Verlag
    Serie: Kari Blom 3
    Größe: 4108 kBytes
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Sylter Blut

2.

Jonas Voss schreckte hoch, weil er ein dumpfes Klingeln hörte. Er richtete sich auf und stöhnte unwillkürlich, als ein scharfer Schmerz durch seinen Kopf schoss. Er hatte am Abend zu viel getrunken, wieder einmal. Seit dem letzten Sommer griff er öfter zur Flasche, als ihm guttat. Seit Kari Blom wieder verschwunden war. Seit sie ihn zum zweiten Mal verlassen hatte.

Er wälzte sich aus dem Bett und taumelte die Stufen ins Wohnzimmer hinunter. Wie so oft in den letzten Monaten sah es aus, als wäre ein Sturm hindurchgefegt.

Voss watete zwischen Sofakissen, dem Lego-Nachbau einer mittelalterlichen Schlacht und den Greenpeace-Broschüren hindurch, in denen Finja zur Vorbereitung ihres Referats über die Gefährdung der Meere gelesen hatte. Dabei hatte er am gestrigen Abend eigentlich für Ordnung sorgen wollen, nachdem er Jasper und Finja bei Schulfreunden zu einer Übernachtungsparty abgesetzt hatte. Aber dann war er doch vor dem Fernseher versackt. Und eine Haushaltshilfe gab es nicht mehr.

Olivia Fernandez, das spanische Au-pair-Mädchen, das zwei Jahre bei ihnen gelebt hatte, war nach ihrem Herbsturlaub in der Heimat nicht zurückgekehrt. Sie hatte sich in einen jungen Mann verliebt und war ihm nach Sevilla gefolgt, wo er studierte und sie ihren Schulabschluss nachholen wollte. Eine vernünftige Entscheidung, soweit sie Olivias Lebensweg betraf, aber eine Katastrophe für Jonas. Wenn er ehrlich war, konnte er seine beruflichen Fälle als Kriminalhauptkommissar weitaus besser lösen als die Probleme eines alleinerziehenden Vaters.

In den letzten Monaten hatte er eine ganze Reihe von Kindermädchen engagiert. Die eine Hälfte hatte aufgegeben, weil Jasper sie nicht gemocht hatte und ihnen so lange auf die Nerven gegangen war, bis sie die Arbeit hinwarfen. Und die andere Hälfte war von Finja vergrault worden, die sich mit ihren dreizehn Jahren für erwachsen genug hielt, um allein auf sich und ihren drei Jahre jüngeren Bruder aufzupassen. Hätte Jonas' Vater, Opa Redlef, nicht ab und an ausgeholfen, hätte Voss längst Schiffbruch erlitten. Aber auf die Dauer konnte es so nicht weitergehen.

Er fand das klingelnde Telefon zwischen zwei Sofakissen und nahm das Gespräch an. Während er sich anhörte, was seine Kollegin Hannah Behrends zu berichten hatte, verstärkten sich seine Kopfschmerzen.

Es hatte wieder einmal ein Einbruch in eine Kampener Villa stattgefunden. Doch dieses Mal waren nicht nur Geld und teurer Schmuck entwendet worden. Dieses Mal gab es auch einen Toten.

Als er eine halbe Stunde später seinen rostigen Passat vor dem Grundstück im Brönshooger Weg abstellte, waren die Rechtsmedizinerin aus Kiel und die Kollegen von der Spurensicherung aus Flensburg bereits vor Ort. Offenbar hatte er nicht zu den Ersten gehört, die informiert worden waren.

Die Haustür der reetgedeckten Villa öffnete sich, und Voss' Kollegin Hannah Behrends trat heraus. Sie streifte ungeduldig den weißen Tyvek-Anzug ab, der zum Betreten eines Tatorts nötig war. Darunter trug sie Jeans und Turnschuhe und einen roten Pullover, der ebenso leuchtete wie unter dem blonden Bob ihre blauen Augen. Vermutlich, weil sie im Gegensatz zu ihm Fälle liebte, die spannender waren als der Diebstahl von Fahrrädern und Handtaschen.

"Endlich", sagte sie und betrachtete ihn stirnrunzelnd. "Ich habe drei Stunden lang versucht, dich zu erreichen."

Jonas Voss konnte an ihrem Blick ablesen, dass er genauso zerschlagen aussah, wie er sich fühlte. Er hatte nicht die Energie aufgebracht, sich zu rasieren, und seine wirren braunen Haare hatten sich den Bemühungen, sie mit der Bürste zu bändigen, erfolgreich widersetzt. Er schob die Ärmel seiner abgewetzten Lederjacke nach oben und dachte, dass er sich wirklich zusammenreißen musste. Andernfalls würde er über kurz oder lang wie ein Penner herumlaufen.

"Ich habe das Telefon nicht gehört", sagte er lahm. "Es lag unter den Sofakissen."

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