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Täubchenjagd von Fölck, Romy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.03.2014
  • Verlag: Kahl Verlag
eBook (ePUB)
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Täubchenjagd

An einem kühlen Märzmorgen wird in den Elbwiesen ein verstümmelter Taubenkadaver entdeckt. Alsbald wiederholen sich diese abscheulichen Funde, bis man einen massakrierten Schäferhund und endlich auch einen Verdächtigen für diese Taten findet. Der Sitzungssaal ist überfüllt, als der junge Strafrichter Raik Winter die Verhandlung gegen Hans Nowotny, einen ehemaligen Kriminalisten, eröffnet. Obwohl er spürt, dass alle Welt von ihm eine Verurteilung erwartet, spricht Winter den Angeklagten frei. Doch kurz darauf findet man in der Dresdner Heide den entstellten Leichnam eines Mädchens im Laub. Alles deutet darauf hin, dass auch hier der Täubchenmörder seine Hand im Spiel hatte. Es beginnt eine Hetzjagd auf Nowotny und für den jungen Richter eine gefährliche Suche nach der Wahrheit. Romy Fölck wurde 1974 in Meißen geboren. Nach ihrem Abitur studierte sie Jura in Dresden und beendete das Studium 2001 mit dem Zweiten Juristischen Staatsexamen. Romy Fölck ging in die Wirtschaft und arbeitete 10 Jahre in einem großen Unternehmen. Mittlerweile lebt sie als freie Autorin in der Nähe von Hamburg. Während des Jurastudiums schrieb sie ihren ersten Kriminalroman "Blutspur", der im März 2006 im Kahl-Verlag erschien. Weitere Kriminalromane im Kahl-Verlag: "Täubchenjagd" (2007), "Duell im Schatten" (2012). Seit 2008 erscheinen zahlreiche Kurzgeschichten der Autorin in diversen Anthologien und Zeitschriften.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 11.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783938916254
    Verlag: Kahl Verlag
    Serie: krimikahl 3
    Größe: 1151 kBytes
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Täubchenjagd

1
Raik Winter setzte die dünne Aktentasche auf einen der Stühle auf der Sonnenterrasse und warf den Mantel über die Lehne. Noch im Stehen winkte er der Bedienung mit dem ihm eigenen Nachdruck.
"Ich komme sofort", rief ihm das Mädchen zu und war mit dem Tablett von der Terrasse verschwunden.
Bis zum nächsten Termin am Landgericht blieb ihm noch etwas Zeit. Er hatte sich eine Tageszeitung gekauft und einen seiner Lieblingsplätze aufgesucht, das Café Elbblick auf der Brühlschen Terrasse an der Elbe. Heute war es nur mäßig gefüllt; nicht wie am Wochenende, wenn die Dresdner Altstadt Tummelplatz von Touristen war.
Raik Winter setzte sich entspannt an den Tisch in die Sonne, lockerte die Krawatte, öffnete seinen Hemdkragen und sah sich um. Ihm bot sich ein freier Blick auf die Elbe, die sich im Herbstwind locker kräuselte. Darüber spannte sich in der Ferne die Augustusbrücke, auf der nun am Nachmittag ein reger Verkehr herrschte. Er ließ seinen Blick weiter gleiten. Das altehrwürdige Gebäude des Finanzministeriums am anderen Elbufer spiegelte sich träge im Wasser. Warm und einschläfernd schien die Herbstsonne.
Winter streifte sich die Ärmel des weißen Hemdes hoch. Dieser Mittwoch meinte es gut mit ihm. Er schützte die Augen mit einer Hand vor der Sonne und sah auf zur Hofkirche, die zu seiner linken majestätisch in den Himmel ragte. Er lächelte und blinzelte in die Sonne.
"Sie wünschen?", fragte die Bedienung, die plötzlich neben ihm stand.
Winter sah in ihre Richtung und starrte ihr sprachlos ins Gesicht. Sie hatte hohe Wangenknochen und ein kleines Stupsnäschen. Die schwarzen Haare wurden von einem Zopf zusammengehalten, aber eine Strähne hatte sich gelöst und fiel ihr widerspenstig in die Stirn. Dunkle Augen unter langen Wimpern blickten fragend auf ihn herab und irgendwie muteten sie exotisch an. Etwas Asiatisches schimmerte in ihnen.
"Haben Sie sich schon entschieden oder soll ich noch einmal wiederkommen?", fragte sie, weil er nichts sagte.
"Nein, nein. Einen Cappuccino und ein Wasser, bitte", antwortete er automatisch.
"Fehlt noch etwas?", fragte sie, weil er sie immer noch anstarrte.
"Oh", er schüttelte den Kopf. "Nein, im Moment nicht. Danke."
Sie entfernte sich, und er blickte ihr hinterher und genoss ihren elfenhaften Gang. Dann wandte er sich ab und sah sich um, ob ihn jemand beobachtet hatte. Wie ein pubertierender Teenager hatte er der Bedienung hinterher gegafft.
Er schüttelte den Kopf. Ach was, er war Richter und kein Bischof! Vor allem war er jung, frei und sicherlich keine schlechte Partie.
Winter griff nach der Zeitung und begann wie immer, von hinten zu blättern. Aber er nahm nichts von dem auf, was er las. Noch immer hatte er die Augen des Mädchens im Kopf. Er wischte sich über die Stirn und blätterte zur Titelseite.
&8218;Der Taubenschlächter endlich vor Gericht?', sprang ihm die Headline entgegen und er zog tief den Atem ein. Er hatte schon seit Tagen darauf gewartet, doch nun traf es ihn unvorbereitet. In seinem Magen rumorte es.
Er vertiefte sich in den Artikel. Dieser umriss kurz, wie der Obdachlose Hans N. im August, unweit des schwer misshandelten Kadavers eines Schäferhundes, an der Elbe aufgefunden worden war und die Beamten in seinen Habseligkeiten die Tatwaffe sichergestellt hatten. Nun werde am Amtsgericht um dessen Schuld verhandelt. Endlich sei ein Ende der Tiermetzelei in Sicht hieß es dort; jetzt, da der Angeklagte Hans N. vor Gericht stehe, würden diese grausamen Taten hoffentlich ein Ende finden. Man betonte zum wiederholten Male, dass der Strafrichter Raik Winter die Haup

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