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Teufelskälte von Sveen, Gard (eBook)

  • Erschienen: 16.06.2017
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
12,99 €
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Teufelskälte

'Hier kommt ein neuer heißer Krimi-Stoff aus dem hohen Norden.' Brigitte, Angela Wittmann

Wie sehr kann man sich selbst hassen? Nie war Tommy Bergmann verzweifelter, nie einsamer. Da wird sein schlimmster Albtraum wahr. Er hielt seinen ersten Fall für gelöst. Doch nun geht das Morden wieder los. Auf die gleiche Weise wie damals. Hat er den falschen eingesperrt? Ist der wahre Mörder seit Jahren auf freiem Fuß? Hat er als Kommissar auf ganzer Linie versagt? Bergmanns neue Kollegin entdeckt eine Spur. Sie ist eine Frau nach seinem Geschmack: klug, verletzlich und schön. Doch sie hat einen Hang zu den falschen Männern.

Gard Sveen, geboren 1969, ist Staatswissenschaftler und hat viele Jahre als Seniorberater im norwegischen Verteidigungsministerium gearbeitet, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Der erste Band der Serie um Tommy Bergmann DER LETZTE PILGER wurde mit dem Rivertonpreis 2013 und dem Glass Key Award 2014 ausgezeichnet, dem wichtigsten skandinavischen Krimipreis. Gard Sveen lebt in Ytre Enebakk, einem kleinen Ort in der Nähe von Oslo.

Produktinformationen

    Größe: 1350kBytes
    Herausgeber: Ullstein
    Untertitel: Kriminalroman
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 416
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783843715058
    Erschienen: 16.06.2017
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Teufelskälte

1

E in Erlöser ist uns geboren, dachte Tommy Bergmann.

Er warf einen Blick durch die Scheiben des dicht an der Straße stehenden Hauses. Hinter dem mittleren Fenster brannte Licht, ein einzelner Weihnachtsstern aus goldenem Messing strahlte in das Winterdunkel.

Ein paar Meter oberhalb des Hauses stand ein Mann. Dunkel gekleidet, den Körper etwas gebeugt, sah er aus, als würde er das Auto kaum bemerken. Tommy Bergmanns Partner, der alte Kåre Gjervan, hielt den Wagen an und legte den Leerlauf ein. Der Mann am Straßenrand bewegte nun langsam den Kopf und sah in Richtung des Streifenwagens. Auf der Windschutzscheibe klebte matschiger Schnee. Gjervan stellte den Scheibenwischer schneller. Der Mann blieb regungslos stehen und starrte vor sich hin, auch der Hund neben ihm stand wie versteinert da, den Blick fest auf das Licht der Scheinwerfer gerichtet, das sich durch den dicht fallenden Schnee bohrte, als wäre die Welt nicht mehr als eine Schneekugel, frei von jeder Bosheit.

Noch Jahre später phantasierte Tommy davon, was gewesen wäre, wenn er in diesem Augenblick einfach aus dem Auto gestiegen und davongelaufen wäre, in die andere Richtung, zurück in die Stadt, so weit seine Beine ihn tragen konnten.

Kåre Gjervan fluchte leise vor sich hin, wie er es schon an der Tankstelle in Mortensrud getan hatte, als Tommy den Funkspruch der Zentrale entgegengenommen hatte. Ihre Schicht war fast um, sie hatten nur noch eine Stunde, aber Tommy war langweilig, so dass er nicht gewartet hatte, bis ein anderer Wagen sich meldete. Er war nicht wie der alte Gjervan, der nur Däumchen drehte und es nicht erwarten konnte, wieder zurück zu Frau und Kindern zu kommen, Tommy war dreiundzwanzig und wollte etwas erleben.

Gjervan klopfte mit der Hand ein paarmal auf den Schaltknüppel, so dass das Klicken seines Eherings metallisch durch den Wagen hallte.

"Los, sieh zu, dass du die beiden da ins Auto kriegst", sagte er.

Als Tommy die Tür öffnete, kam Leben in den Mann am Straßenrand.

Er stieg ein, und sie fuhren noch ein paar Minuten durch die Dunkelheit, bis auch die letzten Häuser hinter ihnen lagen. Um sie herum war jetzt nur noch dichter, schwarzer Wald. Irgendwann löste sich auch der Weg im Nichts auf, als wären sie am Ende der Welt angekommen. Nur das Licht der Scheinwerfer, das auf die Nadelbäume fiel, verriet, dass es da draußen noch weiterging. Der nasse Hund, ein Labrador, legte den Kopf zur Seite, als Tommy sich umdrehte. Die Schnauze war noch immer schwarz vom Blut. Der Mann auf dem Rücksitz starrte durch die Windschutzscheibe.

"Was haben Sie da im Wald eigentlich gemacht?", fragte Tommy leise.

Er erhielt keine Antwort.

Kåre Gjervan justierte den Rückspiegel und betrachtete den Mann, der aus einem der Häuser an der Straße in der Zentrale angerufen hatte.

"Das ist wirklich ...", sagte der Mann auf dem Rücksitz.

Er machte eine Pause, schloss die Augen.

"Ich sage Ihnen, das ist wirklich ... ein Werk des Teufels."
2

T rotz des kräftigen Lichtscheins der Maglite wirkte alles um sie herum schwarz. Tommy Bergmann dachte für einen Moment, dass es tief im Wald keine Farben gab und die Sonne nicht einmal im Sommer bis hierher vordringen würde, so dicht wie die Nadelbäume standen. Kåre Gjervan setzte umständlich einen Fuß vor den anderen, hielt aber ein gleichmäßiges Tempo. Der Mann, der die Meldung gemacht hatte, war ein Stück weit vor ihnen, der Hund zog ihn unerbittlich vorwärts. Tommy fiel ein paar Meter zurück und umklammerte seine Maglite noch fester. Es gurgelte unter seinen Füßen, eiskaltes Wasser drang in seine Marschstiefel, und ein moderiger Geruch stieg vom Boden auf. Er ging, so schnell er konnte, um zu Gjervan aufzuschließen. Als er dicht hinter ihm war, hörte er irgendwo weiter vorn den Mann rufen.

"Hier rüber!" Er konnte den Hund jetzt kaum mehr zurückhalten.

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