text.skipToContent text.skipToNavigation

Tod am Teide Kanaren-Krimi von Börjes, Irene (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.11.2014
  • Verlag: Zech Verlag
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Tod am Teide

Lisa Sommer ist frischgebackene Reiseleiterin. Als sie am Flughafen von Teneriffa ihre erste Wandergruppe in Empfang nimmt, fällt ihr der Starfußballer vom Verein Real Madrid tödlich getroffen vor die Füße. Die Reisegruppe entwickelt detektivischen Ehrgeiz. Kein leichter Job für Lisa, die sich wacker bemüht, ihren munteren Trupp durch die Landschaften Teneriffas zu führen. Ob bei Wanderungen im Naturpark Teno oder im Nationalpark Las Cañadas del Teide, beim Museumsbesuch oder bei der Osterprozession in La Laguna, viele Spuren deuten auf einen Zusammenhang mit traditionellen Inselbräuchen...

Irene Börjes (Hamburg, 1948) arbeitete zunächst als Sozialarbeiterin und Gewerkschaftssekretärin in Hamburg und ging dann nach La Palma, wo sie noch heute lebt. Auf den Kanarischen Inseln baute sie ein Reiseunternehmen auf und war als Tourenbegleiterin tätig. Sie schreibt Reise- und Wanderführer für La Palma, Teneriffa und Gran Canaria, u.a. für den Michael Müller Verlag.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 220
    Erscheinungsdatum: 27.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788494150180
    Verlag: Zech Verlag
    Größe: 360kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Tod am Teide

Montag

"...sechs, sieben, da fehlt noch jemand."

"Das ist Gabriele, die muss noch den Rucksack umpacken", meldete Laura.

"So geht das aber nicht." Martin pochte auf Disziplin. "Wer zu spät kommt, muss einen Euro Strafe zahlen, sonst kommen wir ja nie los. Wer ist dafür?" Er hob den Arm.

Jenny und Laura tippten sich synchron an die Stirn.

"Nur, wenn wir das Geld am Ende der Reise versaufen", rief Georg von hinten. Den Arm ließ er trotzdem unten. Martins Vorschlag war abgeschmettert.

Gabriele, eine sportlich wirkende 40-jährige Lehrerin aus Wuppertal mit kurzer dunkler Fransenfrisur, hetzte heran und ließ sich mit einem "'tschuldigung, kommt nicht wieder vor" in einer freien Sitzreihe nieder. Sie trug eine hochmodische Brille, die ich immer wieder fasziniert anschauen musste. Kleine runde Gläser, in einer honigfarbenen Fassung, die ihre braunen Augen warm schimmern ließ, wurden von einem extrem hohen Steg gehalten.

"Acht, completo ", verkündete ich Ramón, und er ließ den Motor an.

"Du musst immer wieder die Teilnehmer durchzählen", hatte mir Frank eingeschärft. "Wenn jemand bei einer Tour nicht dabei sein kann, weil Du nicht nachgezählt hast, kann dich das einen Tagessatz plus Schmerzensgeld für entgangene Urlaubsfreude kosten."

Frank konnte zufrieden mit mir sein, obwohl ich nach dem gestrigen Telefongespräch und dem folgenden Fax nicht mehr zufrieden mit ihm war.

"Wie niedlich, die Pärchen bleiben im Hotel. Die sind wohl in den Flitterwochen", hatte Hildegard mit schelmischem Gesicht auf die Ankündigung von vier Teilnehmern reagiert, am ersten Ausflug nicht teilzunehmen.

Von Flittern konnte allenfalls bei Hajo und Regina die Rede sein. Holger und Dörte, das dritte Paar in der Gruppe, hatten alles andere als glücklich ausgesehen. Wie eine überbesorgte Mutter hatte sie während der Vorstellungsrunde, die wir auf die Terrasse verlegt hatten, seinen Rücken gestreichelt.

"Es war ein Fehler, diese Reise zu buchen", hatte er dumpf auf die Frage nach den Wünschen an diesen Urlaub geantwortet.

Die empörten Rufe des Frauendoppels, das schon vor dem Frühstück gebadet hatte und sich die Haare in der Sonne trocknend äußerst vergnügt in der Runde saß, ignorierte er, und ebenso dumpf fuhr er fort:

"Ich wollte an die Nordsee, ich liebe die Nordsee im Frühjahr. Aber mein Arzt und auch Dörte meinten, die milden Temperaturen und die Sonne hier würden mir gut tun. Das war ein Fehler."

"Warum?", schallte es vielstimmig.

Er zögerte, dann deutete er über die lang gezogene Strandbucht hinweg auf die nicht eben hübschen Häuser längs der Promenade. "Als ich diese Umgebung sah, wusste ich sofort, es war ein Fehler." Er senkte den Kopf.

"Und das Meer, die Wärme und die Sonne sind für dich nicht wichtig?"

"Die Sonne blendet mich nur", kam es zurück.

Allgemeines Grimassenschneiden war die Antwort. Beide hatten es nicht gesehen, denn er hielt weiter den Kopf gesenkt, Dörte streichelte jetzt seine Hände.

"Ihr müsst das verstehen, er ist nicht ganz gesund, und dann auch noch der Schock gestern Abend, das ist alles zuviel für ihn", wandte sie sich an die Runde.

Was heißt hier Schock für ihn. Der hat wahrscheinlich noch seine Koffer gesucht, während ich schon unter der Leiche lag. So ein Weichei.

"Kranke Leute sollten zu Hause bleiben", hatte Martin brutal kommentiert.

Die Polizei war nicht gekommen. Wahrscheinlich hatten sie längst einen durchgeknallten Weitwurfspezialisten verhaftet. So konnten wir unsere Reise programmgemäß beginnen, und alles würde gut werden, sicher auch für das Weichei und seine Glucke.

"Guckt mal, was steht denn da?" Hildegard hatte die Enttäuschung darüber, dass niemand ihre Fleißarbeit der letzten Nacht lesen wollte, gut weggesteckt. Wissensdurstig deutete sie auf ein Graffiti an der Autobahnbrücke.

" Godos fuera ", las ich vor, "das

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen