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Tod auf der Insel von Schnabel, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.04.2016
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Tod auf der Insel

Comisario García Vidal wurde wegen eines Diebstahls zum kleinen Bergkloster von s'Alqueria Blanca gerufen. Als er das letzte Mal gesehen wurde, war er Beifahrer in einem Streifenwagen der Guardia Civil. Dieser Wagen wurde kurz darauf gefunden. Am Steuer saß noch der junge Polizist, vom Beifahrersitz aus erschossen, mit der Dienstwaffe des Comisarios. Unmittelbar darauf werden zwei weitere Menschen kaltblütig aus nächster Nähe exekutiert. Die Spuren scheinen eindeutig: Comisario García Vidal ist ein Serienmörder. Nur der Residente, Gräfin Rosa und Carmen, die junge Polizei-Kadettin, halten zu ihm. Sie sehen den Comisario als Opfer. Doch wer ist der eiskalte Killer? Andreas Schnabel, geboren 1953 in Hamburg, ist ausgebildeter Rettungssanitäter, arbeitete als Hauptbrandmeister, Taxifahrer, Rundfunkreporter, RTL-Sportredakteur, TV-Producer, Filmproduzent, Event- & TV-Regisseur und Theater-Autor. Er lebt als Autor in Pulheim bei Köln und veröffentlichte bereits zwei Mallorca Krimis bei Emons. www.andreas-schnabel.com

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 210
    Erscheinungsdatum: 21.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863587185
    Verlag: Emons Verlag
    Serie: Mallorca Krimi Bd.3
    Größe: 3971 kBytes
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Tod auf der Insel

1

Dem Süden Mallorcas drohte wieder ein sehr heißer Tag. Es war zwar erst kurz vor zehn Uhr, dennoch stand die Luft schon, selbst an der Küste.

Über dem gräflichen Anwesen in der Nähe von Cala Figuera flirrte nicht nur die aufgeheizte Luft, dort waberte auch so etwas wie eine gefühlte dunkle Wolke. Das spürte Michael Berger, den sie überall nur "El Residente" nannten, schon, als er mit seiner frisch renovierten, inzwischen über zwanzig Jahre alten Dyane die leichte Steigung zum Herrenhaus des über dreihunderttausend Quadratmeter großen Gutes hochfuhr. Eigentlich hatte er heute wieder mit seinem Boot zum Fischen hinausfahren wollen, doch der Anruf seines Freundes und gräflichen Gutsverwalters Tomeu hatte ihn davon abgehalten. Berger war in einem langen Telefonat von Tomeu darum gebeten worden, zwischen ihm und der Gräfin zu vermitteln - lang deshalb, weil es eine Weile dauerte, bis der zum Herzerweichen stotternde Mallorquiner diese Bitte ausgesprochen hatte.

Natürlich hatte Berger sich sofort auf den Weg gemacht. Handelte es sich bei Gräfin Rosa und Tomeu doch um die beiden wichtigsten Menschen in seinem Leben. Hinzu kam, dass die Gräfin nicht nur seine Arbeitgeberin war, sondern sich zwischen ihr und ihm, fast so wie ein hauchzartes Pflänzchen, etwas wie eine Beziehung entwickelt hatte. Obwohl der tragische Unfalltod seiner Frau und seiner beiden Kinder schon einige Jahre zurücklag, war es ihm nicht leichtgefallen, sich etwas Neuem zu öffnen. Er war den Schritt sehr zögerlich, fast ängstlich gegangen. Und trotz der aufkeimenden Liebe siezten sie sich auch weiterhin. Das schaffte die nötige Distanz, um nicht betriebsblind zu werden, wie der Residente immer behauptete.

Berger wunderte sich. Was konnte zwischen Tomeu und der Gräfin nur vorgefallen sein? Sonst waren sie immer ein Herz und eine Seele. Er machte sich Sorgen, dass auf der gräflichen Finca ein ernstes Problem aufgetreten sein könnte.

Er parkte seinen Wagen unter einem schattigen Carport und ging sofort um das Haus herum, zur direkt über dem Meer an einer Steilküste gelegenen Terrasse.

Dort fand er die Gräfin, die mit finsterem Gesicht an ihrem Freiluftschreibtisch saß und, die Pupillen auf endlos gestellt, auf das Meer hinausstarrte.

Sie hörte ihn kommen und sagte, ohne ihren Blick vom Horizont zu nehmen: "Ach, ich denke, Sie wollten fischen gehen. Hat Sie dieser Unmensch zu Hilfe gerufen?" Wütend griff sie nach einem Limonadenglas und versuchte, sich mit diesem erfrischenden Getränk noch mehr Wut anzutrinken.

Er wollte sie mit einem Kuss begrüßen, doch Rosa drehte ihren Kopf weg.

"Nanu, was ist denn jetzt los? Gestern Abend haben Sie mich noch gefragt, ob ich nicht bei Ihnen übernachten wolle."

"Da war ich mir auch noch sicher, dass ich in Ihnen einen Kameraden gefunden habe, der zu mir hält."

"Und jetzt?", wollte er wissen.

"Bin ich mir genauso sicher, dass damit Schluss ist."

Unter ihrem Stuhl war ein anklagendes Quieken zu hören. Es war ein Quieken, wie es nur von einem verzweifelten kleinen Spanferkel stammen konnte, das nicht mehr viel Kraft hatte, sich gegen sein Schicksal zu stemmen, da es bereits den größten Kampf seines männlichen Lebens verloren hatte.

Berger schaute mit einer gewissen Vorahnung unter den Stuhl und erblickte ein trauriges Schwein, das tapfer versuchte, seinen durch ein Desinfektionsmittel blau eingefärbten, schlaffen Hodensack zu ignorieren.

Das war also der Grund für die Missstimmung im Herrenhaus. Berger nahm den Arm der Gräfin und versuchte, sie durch einen zärtlichen Handkuss zu besänftigen.

Sie zog ihre Hand brüsk zurück.

"Sie brauchen mit Ihren Dackelaugen gar nicht um gut Wetter zu bitten. Wer mein Schwein kastriert, der kastriert auch mich!"

Er schüttelte besorgt den Kopf. "Na, hoffentlich wurde das bei Ihnen auch fachmännisch gemacht. Bei Filou sieht es ja ganz ordent

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