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Tod auf der Tageskarte Roman von Mähr, Christian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.02.2014
  • Verlag: Deuticke im Paul Zsolnay Verlag
eBook (ePUB)
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Tod auf der Tageskarte

Matthäus Spielberger, der Wirt der 'Blauen Traube' in Dornbirn, hat einen Traum, in dem zwei Männer eine nackte Leiche von der Brücke über die Rappenlochschlucht werfen. Er erzählt seiner Stammtischrunde davon, zu der der cholerische Holzschnitzer Lothar Moosmann, der pensionierte Chemieprofessor Lukas Peratoner und der verhinderte Bariton Franz-Josef Blum gehören. Sie überreden ihn, gemeinsam zur Schlucht zu fahren, um nachzuforschen. Auf dem Weg begegnet ihnen jemand, den Matthäus erkennt: Es ist einer der Männer aus seinem Traum. Die Freunde verstricken sich tiefer in den Fall, bis es in einem abgelegenen Tal schließlich zur finalen Auseinandersetzung kommt. Spannend, bösartig und von abgründigem Humor - ein Krimi für Leser, die das Besondere lieben.

Christian Mähr wurde 1952 in Nofels bei Feldkirch (Vorarlberg) geboren und lebt heute in Dornbirn. Er ist Autor, Bienenzüchter und Doktor der Chemie und langjähriger freier Mitarbeiter des ORF für die Redaktion Wissenschaft und Umwelt. Werke (u. a.): Magister Dorn (1987), Fatous Staub (1991), Simon fliegt (1998), Die letzte Insel (2001), Vergessene Erfindungen. Warum fährt die Natronlok nicht mehr? (2002), Von Alkohol bis Zucker (2010) und bei Deuticke die Romane Semmlers Deal (2008), Alles Fleisch ist Gras (2010), Das unsagbar Gute (2011) und Knochen Kochen (2015).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 03.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783552062498
    Verlag: Deuticke im Paul Zsolnay Verlag
    Größe: 2594 kBytes
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Tod auf der Tageskarte

Prolog Der Himmel hatte aufgeklart, was nicht seiner Erwartung entsprach. Gedacht hatte er, die Fahrt in diese entlegene Ecke würde vergeblich gewesen sein. Wie so vieles andere in seinem Leben. Aber jetzt besserte sich seine Laune. Das Haus fand er schnell, das dritte nach dem Ortseingang, rechts oben, das konnte man nicht verfehlen. Er bog von der schmalen Straße ab und fuhr die noch schmalere Zufahrt hinauf; es sei geräumt, hatte es geheißen, richtig, aber geräumt heißt nur, dass der Bauer, der das mit seinem Traktor erledigt, mit dem vorn montierten Schubschild den Schnee wegschiebt – den ganzen Schnee (von der einen Schneeperiode zu Weihnachten) bis auf die unteren zwei, drei Zentimeter, die bleiben liegen und verfestigen sich mit jedem Fahrzeug zu einer immer glatteren, später eisigen Bahn. So ist das halt, er hatte nichts anderes erwartet. Er schaltete den Vierradantrieb ein, der Suzuki spurte den Weg hinauf wie auf Schienen. Er freute sich, er liebte den Wagen. Es gibt eben keine schlechten Straßen, es gibt nur unzureichende Autos. Natürlich, wenn es frisch geschneit hat ... aber der Bauer mit seinem Traktor kommt dann jeden Tag, die Gemeinde bezahlt dafür, da kann man nichts sagen. Der Weg war nicht steil und nicht lang. Er stellte den Suzuki ab. Genügend Platz, das war schon einmal gut, Parken hinter dem Haus gegen den Hang zu, auch das war besser als vorn, wo jeder sehen könnte, was aus- und eingeladen wurde. Er nahm den Alukoffer und das Stativ vom Rücksitz und ging zur Tür. Der Schlüssel passte, da hatte er auch schon anderes erlebt, aber da hing ja auch eine stabile Marke am Bund mit der Aufschrift "Ebnit". Wie das eben Menschen machen, die in allen Dingen eine gewisse Ordnung halten, ihre Schlüssel beschriften, den Ort draufschreiben, wo das Ferienhaus steht. Und dem Gast nicht den Schlüssel zum heimatlichen Holzschuppen mitgeben, der dann nicht passt. Tausend Meter höher und vierzig Kilometer weiter, nachts um zwei. Auch schon vorgekommen. Dieser Schlüssel passte. Es war eiskalt im Haus. Strom vorhanden, Wasser, alles da. Er trat in den großen Wohnraum, öffnete die Schiebetür auf den Balkon. Schön breit, wie Martin Grau gesagt hatte, drei Meter mindestens. Im vorderen Teil lag der alte Schnee so hoch, dass dort an eine Aufstellung nicht zu denken war, aber in der Nähe der Tür schützte das überstehende Dach. Hier setzte er das Stativ ab, öffnete den Alukoffer und nahm sein Fernglas heraus. Nichts, was man sich gemeinhin unter diesem Begriff vorstellt. Es war laut Prospekt ein "Semi-Apo-Bino" mit 88 Millimeter Objektivdurchmesser und seine neueste Erwerbung. Zwei kurze, aneinander montierte Fernrohre, schwarz lackiert, am unteren Ende machte die Optik einen Neunzig-Grad-Knick; die Okulare schauten nach oben, und nur von oben konnte man hineinschauen, nicht von hinten, wie bei einem gewöhnlichen Fernglas. Das ist praktisch, wenn man das Glas oft oder ausschließlich nach oben richtet, auf den Himmel, man würde sich mit einem normalen Fernglas den Hals verrenken. Das "Semi-Apo-Bino" war auch dafür gedacht, auf den Himmel zu schauen, diente ausschließlich astronomischen Zwecken, nicht zur Beobachtung der Rehlein am Waldesrand. Ohne Stativ war es nutzlos, es wog über sechs Kilo, das hätte auch Schwarzenegger nicht lang hochhalten können. Er montierte das Glas, nahm die Objektivschutzdeckel ab, holte sich einen Stuhl aus dem Wohnzimmer. Während der ganzen Zeit grinste er, murmelte beglückt vor sich hin. Der Himmel. Der Himmel war es, der ihn glücklich machte. Atemberaubend. Einfach nur atemberaubend. Die Fahrt hatte sich gelohnt, das war jetzt schon klar. Und zehntausend Jahre Glück, wie die Ch

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