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Tod dem Clan Niedersachsen Krimi von Nygaard, Hannes (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.10.2018
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Tod dem Clan

Ein Blick auf die Schattenseite unserer Gesellschaft. In Braunschweig werden zwei Männer erschossen, Mitglieder eines Familienclans, der ein Imperium von Leiharbeitsfirmen leitet. Über dubiose Scheinfirmen werden Sinti und Roma als Arbeiter auf Schlachthöfe, an Gebäudereinigungen und als Hilfen auf dem Bau vermietet. Haben die ausgebeuteten Menschen das Recht in die eigene Hand genommen, oder sucht eine konkurrierende Familie nach neuen Geschäftsfeldern? Frauke Dobermann und ihr Team vom LKA Hannover stoßen in ein Wespennest. Hannes Nygaard ist das Pseudonym von Rainer Dissars-Nygaard. 1949 in Hamburg geboren, hat er sein halbes Leben in Schleswig-Holstein verbracht. Er studierte Betriebswirtschaft und war viele Jahre als Unternehmensberater tätig. Hannes Nygaard lebt auf der Insel Nordstrand.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 11.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960414179
    Verlag: Emons Verlag
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Tod dem Clan

ZWEI

"Bitte, nehmen Sie Platz."

Kriminaloberrat Michael Ehlers war hinter seinem Schreibtisch hervorgekommen und reichte ihr die Hand. Der Dezernatsleiter der Zentralstelle für Organisierte Kriminalität trug zum offenen mittelblauen Hemd ein Sakko. Auf die Krawatte hatte er verzichtet. Er musterte seine Mitarbeiterin durch die Gläser der randlosen Brille. Dann nahm er wieder Platz. Der Kriminaloberrat war schlank. Bis auf den millimeterkurz geschorenen Haarkranz trug er eine Glatze.

Frauke Dobermann setzte sich ihm gegenüber.

"Braunschweig", sagte Ehlers kurz. "Was wissen wir?"

Die Erste Kriminalhauptkommissarin schlug die Beine übereinander. "Viel und nichts", antwortete sie.

Ehlers zog eine Augenbraue in die Höhe, griff zu einem Kugelschreiber und drehte ihn zwischen den Fingern in der rechten Hand. "Geht es etwas ausführlicher?"

"Ich erhielt gestern einen Anruf auf meinem Mobiltelefon. Nach Feierabend."

"Von wem?"

"Anonym."

"Wieso?"

Sie räusperte sich. "Anonyme Anrufe haben die Eigenschaft, dass sie die Identität des anderen Teilnehmers nicht preisgeben." In ihrer Stimme klang eine Spur Ironie mit. "Ich habe die Nachricht erst heute Morgen abgehört." Sie fingerte ihr Handy aus der Tasche ihrer Jeans und spielte die Meldung ab.

"Hallo. Hier in Braunschweig, im Östlichen Ringgebiet, genau in der Roonstraße, sind eben zwei Männer erschossen worden."

"Das ist alles?", fragte Ehlers enttäuscht.

Frauke nickte. "Leider fehlen die Namen des Täters und der Opfer. Hätte der Anrufer sich bei uns gemeldet, hätten wir ihn identifizieren können. Zum Glück wissen die Leute da draußen nicht, dass die Rufnummernunterdrückung bei Polizei und Rettungsdienst nicht wirkt."

"Sie haben keine Idee, wer der Anrufer war?"

Frauke schüttelte den Kopf.

"Was haben Sie inzwischen herausgefunden?"

"Die Braunschweiger Polizei ist von Anwohnern informiert worden. Das war sieben Minuten nach einundzwanzig Uhr. Eine Minute vorher hat der Anrufer auf meine Mobilbox gesprochen. Die Kollegen sind mit mehreren Streifenwagen ausgerückt. Gleichzeitig traf der Notarzt am Tatort ein. Der konnte nur noch den Tod der beiden Männer feststellen. Es handelt sich um Corneliu Andreescu, einunddreißig, und seinen Cousin Nicolae Andreescu, siebenundzwanzig."

"Andreescu?", unterbrach Ehlers die Leiterin der Ermittlungsgruppe Organisierte Kriminalität.

Frauke nickte. "Der Sohn von George Andreescu."

Ehlers lehnte sich zurück und legte die sorgsam manikürten Fingerspitzen zu einem Dach gegeneinander. "Verdammt. Ausgerechnet der."

Frauke nickte nachdenklich. "Andreescu ist für uns kein Unbekannter. Es gab schon mehrere Ermittlungsverfahren gegen ihn. Die sind alle im Sande verlaufen. Wir sind uns ziemlich sicher, dass er seine Finger in einer Reihe schmutziger Geschäfte hat. Im Geschäftsleben würde man sagen, er hat die Diversifikation erfolgreich betrieben. Den Grundstock für sein Imperium hat er klassisch mit Prostitution und Schutzgelderpressung gelegt. Seit ein paar Jahren betätigt er sich als Unternehmer. Und das gleich in mehreren Branchen. Bau. Reinigungsgewerbe. Fleisch. Spedition."

"Bereiche, in denen häufig Mitarbeiter ausgebeutet werden."

"Der Zoll hat ihn und seine Unternehmen im Visier. Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung. Andreescu ist ein Fuchs. Und er hat exzellente Berater, die alle rechtlichen Schlupflöcher ausnutzen. Die spielen mit den Möglichkeiten, die ihnen das EU -Recht bietet. Es ist keine neue Idee, dass die Beschäftigten in seinen Unternehmen von rumänischen Subunternehmern kommen."

"Und sein Sohn - der jetzt erschossen wurde?"

"George Andreescu ist das Oberhaupt einer weitverzweigten Familie."

"Das erinnert ein wenig an die Mafiastrukturen."

Frauke schob ihre Brille mit dem Zeigefinger auf der etwas zu spitzen Nase hoch. Dann be

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