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Tod einer Bikerin Fünftes Buch mit Sigi Siebert von Heimann, Klaus (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2019
  • Verlag: edition oberkassel
eBook (ePUB)

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Tod einer Bikerin

Sigi Siebert, pensionierter Hauptkommissar, trifft sich mit seinem Kumpel Ecki und seinem ehemaligen Kollegen Erich in seiner Lieblingskneipe. Im Laufe des Abends kommt die Thekenrunde auf Erichs aktuellen Mordfall zu sprechen. Eine Frau wurde in ihrer Wohnung in Essen-Werden erschossen. Ihr Partner schlief zur Tatzeit volltrunken im Nachbarzimmer. Er ist nachweislich nicht der Mörder. Zufällig kommt Sigi zu Hause auf den Fall zu sprechen. Im Gespräch mit seiner Frau Frau Lotte erinnert er sich, dass er den Partner der Ermordeten kennt: es ist ein gemeinsamer Schulkamerad. Sigi kann nicht widerstehen. Er nimmt Kontakt zum alten Bekannten auf, versucht, ihn auszuhorchen, entwickelt ein Tatszenario, lädt ihn in eine Pizzeria ein und konfrontiert ihn mit seiner Theorie. Als Erich davon Wind bekommt, zerstört das Erichs Vertrauen zu seinem Ex-Kollegen. Er gibt ihm keine Auskünfte mehr. Auch Lotte wird immer misstrauischer, was die Aktivitäten ihres Mannes angeht, bis es für den ganz brenzlig wird. Klaus Heimann, Jahrgang 1959. Schon als Jugendlicher liebte er es, anderen Kindern Märchen oder aus dem Stegreif erfundene Geschichten zu erzählen. Die Lust am Erzählen begleitete ihn ins Erwachsenenalter und er begann mit dem Schreiben. Bisher verfasste er Kurzprosa, Lieder, ein Kindermusical und mehrere Romane. Neben seiner Heimatstadt Essen und dem Ruhrgebiet liefern Klaus Heimann Reiseerlebnisse Inspiration für sein schriftstellerisches Schaffen. 2015 erschien sein erster Kriminalroman 'Taxi zum Nordkap'. Ihm folgten und folgen noch weitere. Klaus Heimann ist Mitglied im Syndikat, der Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 250
    Erscheinungsdatum: 01.10.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958131958
    Verlag: edition oberkassel
    Serie: Krimi 061
    Größe: 1490 kBytes
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Tod einer Bikerin

Ein merkwürdiger Fall

Ich betrat die Kneipe durch die ehrwürdige alte Pforte. Ihr hufeisenförmiger Tresen aus dunklem Holz war gut besetzt. Einen Moment blinzelte ich, noch von der Sonne geblendet. Dann entdeckte ich meinen Freund Ecki an einer der Rundungen des Tresens stehen. Aufmunternd prostete er mir mit einem Pils zu. Das verstärkte das Trockenheitsgefühl in meiner Kehle schlagartig.

Mit ausgebreiteten Armen ging ich auf Ecki zu, um ihn standesgemäß zu begrüßen. "Hallo mein Freund. Vorsprung? Das sehe ich nicht gerne!"

"So weit geht unsere Freundschaft nicht, dass ich hier verdurste, während ich auf dich warte!"

Der lockere Ton, der zwischen uns herrscht, lässt jeden gemeinsamen Umtrunk wie eine nahtlose Fortsetzung des vorangegangenen wirken. Wir fielen uns herzlich in die Arme und tätschelten uns gegenseitig den Rücken. Als ich von Ecki abließ, stellte Guido gerade unaufgefordert den ersten schäumenden Longdrink des Abends vor mir ab. Ein aufmerksamer Wirt! Da braucht es keine extra Bestellung.

"Danke Guido. Alles im Lack?"

"Bestens, Sigi. Schau dich um! Da sage einer, mit den alten Kneipen ginge es bergab."

"Anderswo sieht es nicht so gut aus."

"Ich behaupte nicht, dass es einfach ist. Aber bei mir geht beinahe jeden Abend die Post ab."

"Du machst eben alles richtig", lobte Ecki. "Bist ein Freund von Traditionen, ohne den Anschluss an Trends zu verpassen."

Ein bemerkenswerter Satz für einen Ecki! Dass Guido das ebenfalls auffiel, sah ich an seinem Blick. Er wurde jedoch anderswo gebraucht und tippte sich, ohne etwas zu erwidern, zum Dank für das Lob mit zwei Fingern an die Schläfe und verschwand.

"Erich ist noch nicht da?", stellte ich mehr fest, als dass ich fragte.

"Nöö. Wann wollte der denn kommen? Du hast mit ihm telefoniert."

Erich, mein langjähriger Wegbegleiter im Polizeidienst, hatte sich beim letzten Mal in die Runde eingeklinkt und gefragt, ob er bei Gelegenheit wieder dazustoßen dürfte. Da er ein angenehmer Kerl ist, hatten Ecki und ich gerne zugestimmt. Wir mussten auch an Guido denken. Der war angewiesen auf Nachwuchs.

Letzte Woche hatte ich Erich den Termin durchgegeben. Bestimmt würde er wieder von Möhrchen hier abgeliefert, der Dritten im Team meiner letzten Dienstjahre. Nach langem Nebeneinander hatte es vor ungefähr zwei Jahren endlich zwischen den beiden jüngeren Kollegen gefunkt. Besser: Endlich bei Erich gefunkt, dem ewigen Schürzenjäger.

Möhrchen hatte ich immer in Verdacht, dass sie heimlich in unseren Mitstreiter verschossen war. Die beiden hatten vor Kurzem geheiratet und mir war die Ehre zugefallen, einer ihrer Trauzeugen zu sein.

Ich war seltsam gerührt gewesen, als ich meine Unterschrift unter die Dokumente setzen durfte. Anschließend hatte es eine kleine Feier gegeben mit vielleicht zwanzig, fünfundzwanzig Gästen. Allesamt angenehme Leute. Ich hatte mich sehr wohlgefühlt in diesem Kreis. Selten habe ich eine glücklichere Braut gesehen. Wie sagt man so schön: Was ewig währt ...

Die Tür schlug auf und Erich erschien im Rahmen. Mit seinen einsneunzig und dem breiten Kreuz füllte er ihn gut aus. In seinem Schatten spazierte Möhrchen herein. Seit unserer gemeinsamen Zeit hatte sie kräftig abgenommen. Die weiche Knautschzone um die Hüfte herum war sie trotzdem nicht losgeworden. Ein ungleiches Paar. Erich mit sportlichem, trapezförmigem Körperbau, seine Frau einen guten Kopf kleiner als er, schmal in den Schultern, mit insgesamt kegelartiger Silhouette. Ohne ihre üppige, möhrenfarbige Lockenpracht, wäre die Kleine komplett neben ihrer männlichen Begleitung verblasst. Wen sie allerdings ansah, den zog sie unweigerlich hinein in ihre tellergroßen, saphirblauen Augen. Männer wie mich jedenfalls. Ihre Sommersprossen sahen dunkelbraun aus. Erst im Winter würden sie blasser werden. Ich wusste, wie sehr die Kleine diese sommerliche Veränderung hasste.

Erich

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