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Todesurteil im Old Bailey Ein Daniel-Pitt-Roman von Perry, Anne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.03.2019
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Todesurteil im Old Bailey

London, 1910: Der junge Daniel Pitt, Sohn des berühmten Sir Thomas Pitt, nimmt seinen ersten großen Fall als junger Anwalt an. Russell Graves soll seine Ehefrau kaltblütig ermordet haben. Alle Indizien sprechen gegen ihn, die Verteidigung ist auf verlorenem Posten. Und tatsächlich wird Graves schließlich im ehrwürdigen Strafgerichtshof Old Bailey zum Tod durch den Strang verurteilt. 21 Tage Galgenfrist bleiben Daniel, um doch noch die Unschuld seines Mandanten zu beweisen. Eine Unschuld, an die er selbst kaum glaubt ... Die Engländerin Anne Perry, 1938 in London geboren, verbrachte einen Teil ihrer Jugend in Neuseeland und auf den Bahamas. Ihre historischen Kriminalromane begeistern ein Millionenpublikum und gelangten international auf die Bestsellerlisten. Anne Perry lebt und schreibt in Schottland.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 11.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641231743
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher 42300
    Originaltitel: 21 Days (Daniel Pitt 1)
    Größe: 1112 kBytes
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Todesurteil im Old Bailey

KAPITEL 1

Sie befanden sich allein in dem kleinen Besucherraum, in dem der Anwalt mit dem Angeklagten sprechen durfte.

"Man wird mich zum Tod durch den Strang verurteilen, nicht wahr?", fragte Roman Blackwell leise mit um Festigkeit bemühter Stimme. Doch Daniel erkannte die Angst in seinen Augen. Was sollte er dem Mann sagen? Schon den ganzen Tag hatte er sich vor diesem Moment gefürchtet. Erst seit einem knappen Jahr war er als Strafverteidiger zugelassen, der vor höheren Gerichten bei Kapitalverbrechen plädieren durfte. Da war es kein großes Wunder, dass der Prozess, in dem es für seinen Mandanten um Leben und Tod ging, ungünstig stand.

Wie aber hätte er das Mandat ablehnen können? Sein Vater, Sir Thomas Pitt, hatte den Leiter der Anwalts-Sozietät gefragt, ob er bereit sei, Daniel den Fall anzuvertrauen. Blackwell war als privater Ermittler tätig gewesen, und aufgrund seiner Abenteurernatur war es durchaus vorgekommen, dass er hier und da Aufträge übernommen hatte, die nicht ganz einwandfrei waren, wie auch der eine oder andere seiner Auftraggeber nicht unbedingt ein Unschuldsengel war.

In den Jahren, in denen Pitt Leiter der Polizeiwache in der Bow Street im Herzen Londons gewesen war, lange bevor er zum Staatsschutz gegangen war, hatte Blackwell als Polizeibeamter zu seiner Dienststelle gehört. Pitt hatte ihn wegen seines bisweilen skurrilen Humors und trotz seiner mitunter etwas fragwürdigen Moralvorstellungen gut leiden können. Mehr als einmal hatte er ihn vor den Folgen seiner Handlungsweise, bei der er sich nur selten an die Vorschriften hielt, bewahrt. Blackwell seinerseits hatte gelegentlich auch Pitt aus der Patsche geholfen. Dennoch war schließlich der Augenblick gekommen, in dem Pitt ihm nahegelegt hatte, den Polizeidienst zu quittieren, bevor er sich etwas zuschulden kommen ließ, wobei man nicht wie bisher ein Auge hätte zudrücken und anschließend wieder zur Tagesordnung hätte übergehen können. Zögernd hatte Blackwell diesen Rat befolgt.

Pitt hatte sein nahezu freundschaftliches Verhältnis zu Blackwell nie vergessen, und jetzt, da der Mann wegen eines schweren Gesetzesverstoßes vor Gericht stand, hatte er nichts Besseres für ihn tun können, als seinen Sohn Daniel darum zu bitten, dass er, wie von Blackwell gewünscht, dessen Verteidigung übernahm.

Unmöglich hätte Daniel sich dieser Bitte versagen können. Auch er konnte seinen Mandanten gut leiden, vermutlich aus denselben Gründen wie sein Vater: der Mann besaß Humor, Vorstellungskraft und war von einem durch nichts zu erschütternden Optimismus.

Wenn er sich selbst gegenüber ehrlich war, musste Daniel zugeben, dass ihn die Juristerei mittlerweile ziemlich anödete. Das Studium der Rechtswissenschaft hatte ihn begeistert, aber der juristische Alltag mit seinen Aktenbergen langweilte ihn. Seine anfänglichen Träume von glanzvollen Kämpfen, die es im Dienst der Gerechtigkeit auszutragen galt, waren zerplatzt wie Seifenblasen.

Seine Situation als unerfahrener Neuling bedrückte ihn.

Sein Gegenspieler war Douglas Sefton, ein ebenso fähiger wie wortgewandter Anklagevertreter, der fest entschlossen war, im fünften Anlauf endlich einen Schuldspruch gegen Roman Blackwell zu erwirken. Immerhin lautete die Anklage diesmal auf Mord.

Aufmerksam sah Blackwell Daniel an. Er wartete auf eine Antwort. Der Mann würde es sofort merken, wenn er ihn belog. Und welchen Sinn hätte es im Übrigen, ihm die Unwahrheit zu sagen? Er würde ihn damit nur gegen sich aufbringen.

"Ja", gab Daniel ähnlich leise zurück. "Und genau deshalb müssen wir beweisen, dass nicht Sie John Hintons Mörder sind."

"Sie wollen auf 'begründeten Zweifel' plädieren?", fragte Blackwell mit einem Anflug von Hoffnung.

"Damit würden wir nicht

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