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Tot im Winkel Cosma Pongs ermittelt - Kriminalroman von Dälken, Ella (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.07.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Tot im Winkel

Ein einsamer Landgasthof. Ein Moor, das alles verschluckt. Ein Ermittlerduo wider Willen.
Ausgerechnet in einem einsamen Hotel im Moor führt die Düsseldorfer Kriminalpolizei einen Profilingworkshop durch. Da muss ja was passieren, glaubt Hobby-Krimiautorin Cosma Pongs und mietet sich in das Hotel ein. Sehr zum Unmut ihrer Tochter, Kriminalhauptkommissarin Paula Pongs. Und tatsächlich: Während Paula mit dem smarten Gerichtsmediziner Doc Fischgrät einen lauschigen Abend in der Hotelbar verbringt, stürzt der arrogante Star-Profiler vom Balkon seines Hotelzimmers und landet direkt vor Cosmas Füßen. Ein Mord, das steht für Cosma außer Frage.

Geboren wurde Ella Dälken in einem malerischen Kurort am Rande des Teutoburger Waldes. Nach dem Studium der Germanistik, Geschichte und Geografie in Osnabrück und Nottingham zog sie 2001 nach Düsseldorf. Sie schreibt Fachpublikationen, Kurzgeschichten und Krimis. 2013 gewann sie den zweiten Platz beim Sylter Kurzgeschichtenpreis.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 09.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641198473
    Verlag: Heyne
    Serie: Cosma Pongs .2
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Tot im Winkel

COSMA

AUF ZUM GALGENVENN

S tellen Sie sich doch nur vor: Wir entdecken eine Moorleiche!" Ich schüttle mich mit freudigem Grausen und sehe es direkt vor mir: In meinen hübschen rot gepunkteten Gummistiefeln wate ich durch das modrige Wasser, auf einmal blubbert es, und ein halb vermoderter Kopf taucht neben mir auf. Ein perfektes Wochenende. Und dass die nächsten Tage genau das werden, steht außer Frage. Denn ich bin mit meinen Mitbewohnern - allesamt Kriminalschriftsteller - auf dem Weg zu einem Schreiburlaub am Galgenvenn, einem der schaurigsten Moore am Niederrhein. "Natürlich würden wir den Fall sofort übernehmen", lege ich fest.

Mein Mitbewohner Herr von Itzenplitz streicht nachdenklich über sein Bärtchen. Er sitzt neben mir auf der Rückbank des Wagens, sein grauer Anzug hebt sich kaum von den Polstern ab. "Frau Cosma, der Tod der aufzufindenden Person dürfte bereits vor Hunderten von Jahren erfolgt sein. Glauben Sie, wir können nach so langer Zeit den Tathergang rekonstruieren?"

Hm, da hat er recht. "Vielleicht passiert ja etwas anderes. Immerhin findet im Hotel gleichzeitig der Workshop der Mordkommission statt. Was wirkt anziehender auf Verbrecher als die Polizei?"

Ich sehe an Herrn von Itzenplitz' Gesichtsausdruck, dass er meiner Argumentation nicht folgt. Dabei ist er wie ich eng mit der Materie verbunden, er schreibt nämlich Arbeiterkrimis. Gerade hat er ein Manuskript beendet mit dem Titel Glückauf in den Tod. Mord an einem kapitalistischen Ausbeuter im Umfeld der proletarischen Genossenschaft. Ich bin nicht sicher, ob der Titel glücklich gewählt ist.

"Sie haben die Information erhalten, dass ein echter Profiler vor Ort sein wird, Frau Cosma?", unterbricht Herr von Itzenplitz meine Gedanken.

"Absolut, mein Lieber. Und zwar kein Geringerer als Ralf Maria Kleinert. Er ist eine absolute Koryphäe, hat den Düssel-Würger dingfest gemacht und die Kölner Giftmischer überführt. Ich bin wirklich gespannt, ihn kennenzulernen." Wie gut, dass ich aus zuverlässiger Quelle weiß, dass er in diesem Landhotel in der Nähe des Galgenvenn einen Vortrag halten wird. Sofort haben wir für unsere WG ein Autorenwochenende in dem Hotel arrangiert, und jetzt sind wir auf dem Weg dorthin. Unsere Mitbewohnerin Gerda hat heute Morgen ihr silberfarbenes Mercedes Cabrio aus der Garage geholt, und inzwischen liegt Düsseldorf ein gutes Stück hinter uns.

"Vielleicht hat der Profiler Anregungen, wie ich mein Opfer möglichst lange leben lassen kann, während ich es zerstückele." Gerda lächelt entrückt und überholt schnittig auf der rechten Seite einen Porschefahrer. Ihre grauen Löckchen wirbeln im Fahrtwind, und sie winkt ihm freundlich zu.

"Es war wirklisch Jlück, dat Sie von dem Polizeiseminar jehört haben", unterbricht Ewald Meier-Zuhorst meine Gedanken. Er wendet seinen kleinen runden Körper zu uns, sodass wir endlich mehr von ihm sehen als nur sein Resthaar, das wie ein Lorbeerkranz um seinen Kopf liegt. Offenbar hat er beschlossen, sein eingeschnapptes Schweigen zu unterbrechen. Den ganzen Morgen hat er nämlich keinen Ton gesagt, und das nur, weil er den Mercedes nicht aus der Garage fahren durfte. Ewald Meier-Zuhorst fährt unheimlich gerne. Egal womit. Genau wie Eddi Mei-Zu, der Held seiner Agententhriller, der mit müheloser Eleganz jedes noch so abwegige Gefährt lenkt. Ob Rennwagen, Panzer oder Zeppelin, am Ende hat der Agent immer den Bösewicht vertrieben und das niederrheinische Weeze vor dem Untergang gerettet. Der echte Eddi verfügt dagegen nicht über ganz so viel Talent. Bei seinem letzten Ausflug mit einem Bagger zerstörte er einen kompletten Schrebergarten. Seitdem halten wir alle fahrbaren Geräte von ihm fern.

"Lieber Eddi, es war kein Glück, dass ich von dem Seminar im Moorhotel erfahren habe. Das war knallharte Ermittlungsarbeit", stelle ich

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