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Totenbuch Kay Scarpettas 15. Fall von Cornwell, Patricia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.10.2012
  • Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
eBook (ePUB)
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Totenbuch

Ein kleiner Junge liegt in der Kühlkammer von Dr. Kay Scarpettas Labor in Charleston. Sein toter Körper wurde in einem abgelegenen Sumpf nahe der traditionsreichen Südstaatenstadt gefunden. Scarpettas Untersuchungen beweisen, dass er in den sechs Jahren seines kurzen Lebens schwer misshandelt wurde, aber seine Identität bleibt für sie trotz aller Anstrengungen im Verborgenen. Und keine Mutter, kein Vater, niemand scheint das Kind zu vermissen. Mit dem Mord an dem amerikanischen Tennisstar Drew Martin in Rom steht Scarpetta vor einem weiteren Rätsel, das sie trotz modernster Hightech-Forensik nicht zu lösen vermag. Währenddessen inszeniert die so populäre wie dubiose TV-Psychologin Dr. Marilyn Self eine üble Rufmordkampagne gegen die renommierte Gerichtsmedizinerin. Scarpetta ahnt nicht, dass Dr. Self in E-Mail-Kontakt mit einem Irakkriegsveteranen steht. Er nennt sich Sandman und kündigt übers Internet grausame Verbrechen an. So grausam wie im Fall der jungen Drew Martin, deren leere Augenhöhlen mit Sand gefüllt wurden, bevor der Mörder ihr die Lider mit Sekundenkleber für immer verschloss.

Patricia Cornwell, 1956 in Miami, Florida, geboren, arbeitete als Polizeireporterin und in der Rechtsmedizin, bevor sie vor mehr als zwanzig Jahren mit ihren bahnbrechenden Thrillern um die Gerichtsmedizinerin Dr. Kay Scarpetta begann. Ihre Bücher wurden mit allen renommierten Preisen ausgezeichnet und sind weltweit Bestseller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 444
    Erscheinungsdatum: 04.10.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455810943
    Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
    Serie: Kay Scarpetta Bd.15
    Originaltitel: Book of the Dead
    Größe: 852 kBytes
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Totenbuch

Rom

Wasser plätschert. Eine Wanne aus grauen Mosaikfliesen, tief im Terrakottaboden versenkt.

Langsam rinnt das Wasser aus dem alten Messinghahn; durch ein Fenster dringt Dunkelheit herein. Auf der anderen Seite der schmutzigen Glasscheibe liegen die piazza , der Brunnen, die Nacht.

Reglos sitzt sie im Wasser. Das Wasser ist sehr kalt, Eiswürfel schwimmen darin. Inzwischen ist ihr Blick stumpf. Fast alles Leben scheint aus ihren Augen gewichen. Anfangs waren ihre Augen noch wie Hände, die sich ihm entgegenstreckten und ihn um Gnade anflehten. Nun aber haben sie einen schmutzig-trüben Blauton angenommen. Was einst in ihnen gewesen war, ist nahezu verschwunden. Bald wird sie eingeschlafen sein.

"Hier." Er reicht ihr einen Cognacschwenker aus mundgeblasenem Muranoglas. Wodka.

Ihn faszinieren die Teile ihres Körpers, die noch nie die Sonne gesehen haben. Sie sind bleich wie Kalkstein. Er dreht den Hahn fast ganz zu, aus dem Rinnsal werden einzelne Tropfen, und beobachtet, wie ihr Atem immer schneller geht und ihre Zähne klappern. Ihre hellen Brüste, zart wie weiße Blüten, treiben dicht unter der Wasseroberfläche. Ihre von der Kälte steifen Brustwarzen sind feste, rosige Knospen. Er muss an die Bleistifte mit dem rosafarbenen Radiergummistummel denken, die er als Schüler abgekaut hat. Seinem Vater – und manchmal auch seiner Mutter – erklärte er, er brauche keine Radiergummis, er mache sowieso keine Fehler. Aber in Wahrheit kaute er nun mal gern drauf herum. Dagegen war er einfach machtlos.

"Du wirst dich an meinen Namen erinnern", sagt er zu ihr.

"Nein, bestimmt nicht", erwidert sie. "Ich kann ihn wieder vergessen." Ihre Zähne klappern.

Er weiß, warum sie das sagt. Wenn sie seinen Namen vergisst, könnte er vielleicht ihr Schicksal neu überdenken wie in einem Schlachtplan, der an eine veränderte Lage angepasst werden muss.

"Wie heiße ich?", fragt er. "Sag mir meinen Namen."

"Ich kann mich nicht erinnern." Sie zittert und schluchzt.

"Sag ihn mir", herrscht er sie an und betrachtet dabei ihre sonnengebräunten, von Gänsehaut bedeckten Arme mit den blonden aufgestellten Härchen, ihre jungen Brüste und die dunkle Stelle im Wasser zwischen ihren Beinen.

"Will."

"Und wie weiter?"

"Rambo."

"Du findest diesen Namen komisch", sagt er und lässt sich nackt auf dem Toilettensitz nieder.

Sie schüttelt heftig den Kopf.

Lügnerin. Sie hat sich über ihn lustig gemacht, als er ihr seinen Namen sagte, und gelacht, das sei doch ein erfundener Name, ein Name aus einem Film. Nein, sagte er, der Name ist schwedisch. Unsinn, das ist kein schwedischer Name. Doch, es ist ein schwedischer Name. Oder woher soll er denn sonst stammen? Es gibt diesen Namen wirklich. Na klar, so wie Rocky. Sie kicherte. Schau doch im Internet nach, den Namen gibt es wirklich. Es gefiel ihm nicht, sich wegen seines Namens rechtfertigen zu müssen. Das war vor zwei Tagen. Er hat es ihr zwar nicht übelgenommen, es sich jedoch gemerkt. Aber er verzeiht ihr. Schließlich leidet sie sehr. Ihr Leid ist geradezu unerträglich.

"Meinen Namen zu kennen ist wie ein Echo", sagt er. "Eigentlich spielt er keine Rolle. Er ist nur ein Geräusch, das ausgesprochen wird."

"Ich würde ihn niemals aussprechen." Panik.

Ihre Lippen und ihre Nägel sind blau, und sie zittert am ganzen Leib. Sie starrt ihn an. Er fordert sie auf, noch mehr zu trinken. Sie wagt nicht, sich zu weigern. Sie weiß genau, was ihr blüht, wenn sie auch nur im Ansatz Widerstand leistet. Ein kl

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