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Toteneis Thriller von Peters, Katharina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.10.2017
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)

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Toteneis

Vermisst und ermordet... Hannah Jakob übernimmt einen Fall, der eigentlich keiner ist. Valerie Frieth wird von ihrem Mann als vermisst gemeldet. Doch da auch ihre geliebte Katze verschwunden ist, glaubt man, die Frau sei aus eigenem Entschluss gegangen. Dann jedoch wird Valeries Leiche auf dem zugefrorenen Ziestsee gefunden. Sie wurde stranguliert und dann versenkt. Hannah erkennt, dass sie Valerie schon einmal begegnet ist. Da war sie die Exfrau eines hohen Polizeibeamten, von dem sich herausstellte, dass er früher beim rumänischen Geheimdienst war. Dieser Exmann sitzt im Gefängnis, aber könnte er den Mord in Auftrag gegeben haben, weil Valerie zu viele Dinge über ihn wusste? Katharina Peters, Jahrgang 1960, schloss ein Studium in Germanistik und Kunstgeschichte ab. Sie ist passionierte Marathonläuferin, begeistert sich für japanische Kampfkunst und lebt am Rande von Berlin. An die Ostsee fährt sie, um zu recherchieren, zu schreiben – und gelegentlich auch zu entspannen. Aus der Rügen-Serie mit Romy Beccare sind "Hafenmord", "Dünenmord", "Klippenmord", "Bernsteinmord", "Leuchtturmmord", "Deichmord", "Strandmord" und "Fischermord" lieferbar. Mit der Kriminalpsychologin Hannah Jakob als Hauptfigur sind "Herztod", "Wachkoma", "Vergeltung", "Abrechnung" und "Toteneis" lieferbar. Aus der Ostsee-Serie sind "Todesstrand", "Todeshaff", "Todeswoge" und "Todesklippe" lieferbar.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 09.10.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841214041
    Verlag: Aufbau Verlag
    Serie: Hannah Jakob 5
    Größe: 4718 kBytes
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Toteneis

1

Kotti schnaufte leise, während Hannah fröstelnd in den trübkalten Morgen blickte und die Entscheidung für die frühe Joggingrunde durch den Treptower Park bereute. Aber nun war es zu spät. Ihr vierbeiniger Begleiter sah mit aufgeregt zitternden Flanken zu ihr hoch und wartete nur darauf, dass sie endlich die Haustür öffnete und mit ihm gemeinsam in den neuen Tag startete.

Sie zog den Reißverschluss bis unters Kinn hoch, dehnte sich zwei Minuten und zog schließlich die Tür auf. Kotti wischte jaulend um die Ecke, und Hannah folgte ihm leise seufzend in die bleigraue nebelgetränkte Novemberluft. Der Regen setzte nach wenigen Metern ein, was Kottis Begeisterung keinerlei Abbruch tat, ganz im Gegenteil. Er wetzte durchs Gebüsch und begrüßte jeden Zweig, jeden Grashalm und Baum, als wäre er zum ersten Mal hier. Hund müsste man sein, dachte Hannah und beschleunigte ihr Tempo. Unabänderliches nicht in Frage stellen, Alltägliches immer wieder neu erfahren.

Am sowjetischen Ehrenmal blieb sie stehen und band ihre Schnürsenkel neu. Kotti hatte einen Hundekumpel entdeckt, der zum Spielen aufgelegt war, während der Regenschauer immer dichter wurde. Hannah zog die Schultern hoch und schüttelte sich. Schnee wäre toll, dachte sie. Wenigstens das.

Das Jahr taumelte müde und abgekämpft dem Ende entgegen. Das war nach den jüngsten aufreibenden Ermittlungen in und um Berlin nicht weiter verwunderlich. Der letzte Fall war in einem fulminanten Finale gelöst worden, und endlich - nach zweiundzwanzig Jahren - hatte sich auch das Rätsel um Livs Verschwinden aufgeklärt. War das Familiendrama damit beendet? Man fiel sich weinend in die Arme, jeder verzieh jedem, und alles war gut? Keineswegs. An die Stelle der zehrenden Ungewissheit war die unabänderliche Tatsache getreten, dass Liv einem grausamen Verbrechen zum Opfer gefallen war. Aber immerhin konnte zwischen Hannah und ihren Eltern so etwas wie Besänftigung einkehren, wenn sich alle Beteiligten darum bemühten. Ein Quäntchen Zuversicht, dass sich die Wogen glätteten und es nun zumindest die Chance gab, einen großen Schritt aufeinander zuzugehen. Die alte Wunde würde sich nie vollständig schließen, und die Jahrzehnte währende Distanz zwischen Hannah und ihren Eltern war womöglich ein lebenslanger Begleiter. Immerhin war bei den Ermittlungen auch herausgekommen, dass jener erbitterte Streit zwischen Hannah und ihrer Schwester mit den nachfolgenden Ereignissen nicht das Geringste zu tun gehabt hatte. Doch zweiundzwanzig Jahre Schuldgefühle waren ein hoher Berg, der nicht mal eben so abgetragen werden konnte, und die leisen Vorwürfe würden ihre Eltern wahrscheinlich mit ins Grab nehmen.

Hannah rief nach Kotti und lief am Spreeufer zurück. Was blieb in der Rückschau noch von diesem Sommer? Florian. Staatsanwalt Florian Schneider. Attraktiv, motiviert, leidenschaftlich und seit Beginn der Ermittlungen interessiert an ihr. Verheiratet, zwei Kinder, mit seinen vierzig Jahren etwas jünger als sie; eine stürmische Affäre, in die sie sich nach anfänglichen Bedenken dann doch Hals über Kopf gestürzt hatte. Nach einigen Wochen hatte er sich von seiner Familie getrennt und war in eine Dienstwohnung gezogen. Zeit, etwas Neues zu beginnen, hatte er vollmundig erklärt, und ihr Herz hatte tausend Sprünge gemacht vor Aufregung.

Doch die Trennung von seiner Familie schmerzte mehr, als er je für möglich gehalten hätte. Sie sah es an seinem nachdenklichen Blick, dem Lächeln, das von Woche zu Woche abwesender wirkte, an seinen unruhigen Händen. Er verließ zum Telefonieren grundsätzlich das Zimmer, und er vertraute ihr nicht an, was ihn bedrückte; sie sprachen immer weniger über ihr Vorhaben, im späten Herbst gemeinsam in den Urlaub zu fahren, um dem grauen Berlin zu entfliehen und Zeit für sich zu haben.

Hannah spürte von Tag zu Tag deutlicher, dass ihre Beziehung keine Chance hatte, und das wiederum verletzte sie tiefer, als sie es sich

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