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Totengedenken Roman von Airth, Rennie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.05.2015
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Totengedenken

England 1947. Die Wunden des Zweiten Weltkriegs sind kaum verheilt, als eine erschreckende Mordserie der Polizei Rätsel aufgibt: Wer tötet anscheinend unbescholtene Männer, die keine erkennbare Verbindung zueinander hatten? Und warum hat sich ein Opfer kurz vor seinem Tod nach dem ehemaligen Scotland-Yard-Inspector John Madden erkundigt? Der pensionierte Madden nimmt an der Seite seines früheren Protegés Detective Inspector Billy Styles die Ermittlungen auf und stößt auf eine alte Rechnung, die noch lange nicht beglichen ist ...

Rennie Airth wurde in Südafrika geboren und arbeitete einige Zeit als Auslandskorrespondent für Reuters. Er hatte in England bereits zwei Romane veröffentlicht, bevor ihm mit "Nacht ohne Gesicht", dem Auftakt der Serie um den Ermittler John Madden, der internationale Durchbruch gelang.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 18.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641152253
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: The Reckoning
    Größe: 698kBytes
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Totengedenken

Prolog

Lewes, Sussex, 1947

Oswald Gibson befestigte gerade eine neue Fliege am Haken, als er zufällig den Kopf hob und zwei Gestalten oben auf dem Hügelkamm sah. Sie hatten offenbar eine Angelausrüstung dabei, denn sie trugen beide einen langen zylindrischen Behälter über der Schulter, in den eine zerlegte Angelrute passte.

"Verdammt!"

Sie kamen über den grünen Hügelkamm, und sobald sie Oswald mit seiner Angelrute am grasbewachsenen Ufer entdeckten, würden sie wahrscheinlich sofort auf ihn zusteuern. Der Bach bildete hier ein kleines Becken, in dem die Forellen standen, als warteten sie nur auf eine leckere Fliege. Es war der beste Angelplatz weit und breit, und Oswald betrachtete ihn mittlerweile mehr oder weniger als sein Eigentum.

Er wusste genau, was als Nächstes passierte, als ob es vom Schicksal vorherbestimmt wäre. Sie würden sich höflich grüßen, und nachdem sich die beiden umgesehen hatten, würden sie sagen: "Haben Sie was dagegen, wenn wir uns zu Ihnen gesellen?" Darauf würden sie, vermutlich ohne überhaupt eine Antwort abzuwarten, ihre Angelruten auspacken.

Und Oswald würde sich nicht beklagen und entgegnen, dass es ihm etwas ausmache und ob sie nicht bitte schön abhauen und woanders angeln könnten. Nein, er würde schweigen und sich ärgern und wie eh und je hinnehmen, dass er nicht in der Lage war, anderen die Stirn zu bieten. Er ließ sich immer wie ein Fußabtreter behandeln.

"Um Himmels willen, Oswald! Setz dich doch endlich mal durch." Diese Worte hatten sich ihm ins Gedächtnis eingebrannt, als ob sie in Stein gemeißelt wären, allerdings auch kein Wunder, so oft wie er sie zu hören bekommen hatte. "Warum lässt du alle Welt auf dir herumtrampeln?"

Darauf hätte er ja schlecht antworten können, dass er eben ein Fußabtreter sei, obwohl er mehr als einmal in Versuchung geraten war. Doch das Rad der Zeit brachte so manche gerechte Vergeltung, wie es bei Shakespeare heißt. Das war einer von Oswalds Lieblingssprüchen. Immer noch war ihm jener Morgen vor einem Jahr frisch in Erinnerung, als er mit Mildreds Frühstückstablett nach oben gekommen war und sie mit starren Augen und offenem Mund im Bett vorgefunden hatte - mausetot.

"Steif wie ein Brett", hatte er verwundert vor sich hin gemurmelt, als er zum letzten Mal die Hand seiner Frau berührte.

Nun kamen die Männer den Hügel herunter, wobei sie eine grasende Schafherde passierten, die von einem Hund gehütet wurde. Sie befanden sich auf einem Pfad, der auf den schmalen Weg entlang der Talsohle traf, der schließlich zu seiner Haustür führte. Oswald wappnete sich für die unvermeidliche Begegnung. Zumindest könnte er die beiden abweisend behandeln, dachte er, ihnen zu verstehen geben, dass sie nicht willkommen seien. Vielleicht würden sie den Hinweis kapieren und weitergehen. Während er noch so dastand und seine Entschlossenheit bereits ins Wanken geriet, weil er im Grunde seines Herzens wusste, dass er Auseinandersetzungen einfach nicht gewachsen war, hörte er einen durchdringenden Pfiff und bemerkte, wie der Hund, ein Border Collie, aufsprang und anfing, die Herde zu umkreisen, um sie in Bewegung zu setzen. Oswald hielt nach dem Schäfer Ausschau, den er vom Sehen kannte, und erspähte ihn am Rande eines Wäldchens oben am Hang. Seine vertraute Gestalt war im Schatten der Bäume kaum auszumachen. Eine Weile liefen die Schafe, angetrieben von dem Hund, über den Hang, bis ein Pfiff in einer anderen Tonhöhe bewirkte, dass die Herde stehen blieb und wieder anfing zu grasen.

Von dem Schauspiel abgelenkt, hatte Oswald beinahe die herannahende Bedrohung vergessen. Doch als er sich erneut nach den Anglern umdrehte, stellte er fest, dass er verschont worden war. Während er den Schäfer beobachtet hatte, hatten die beiden Männer die Wegkreuzung erreicht, doch anstatt, wie befürchtet, den Pfad zu ihm bachaufwärts einzuschlagen, waren sie in die andere Richtung gegangen. Ihre St

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