text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Tropfen auf kalten Stein Roman von Schneider, Ulla (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.12.2012
  • Verlag: hey! publishing
eBook (ePUB)
4,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Tropfen auf kalten Stein

Wer jung stirbt, den lieben die Götter. Mord auf offener Bühne! Doch wer kann den Hauptdarsteller, den attraktiven Andrea Merschmann, umgebracht haben? Die Kriminalpolizei aus Lüdenscheid tappt im dunkeln, denn es gibt weder klare Mordmotive noch Spuren eines Täters. Hauptkommissar Plate bittet die Ärztin Leo Piepenstock als Kennerin des Mordumfeldes um Mithilfe, denn ihre Nichte war eine Klassenkameradin des Toten. Doch dann wird eine weitere Leiche gefunden, und lähmende Angst legt sich über die Kleinstadt. Schließlich wird Leo in den Strudel der furchtbaren Ereignisse hineingezogen ... Packend und treffsicher erzählt Ulla Schneider in ihrem Debütroman von einer rätselhaften Mordserie und einer engagierten Frau, die unfreiwillig zur Privatdetektivin wird. Ulla Schneider, geboren 1951 in Lüdenscheid, war in Dortmund als Redakteurin bei einer Tageszeitung tätig. Nach einem einjährigen Aufenthalt in Südamerika studierte sie Kunst und Deutsch und arbeitete anschließend unter anderem als Museumspädagogin, Dozentin für Deutsch und als Kunsterzieherin. Seit einigen Jahren arbeitet sie wieder häufiger als Journalistin für Magazine und Tageszeitungen. Sie hat einen Sohn und wohnt in Münster. (c) Foto: Privat

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 259
    Erscheinungsdatum: 13.12.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783942822138
    Verlag: hey! publishing
    Größe: 634 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Tropfen auf kalten Stein

1

Der Regen strömte von einem bleigrauen Himmel herab. Die Pfützen in der festgestampften Erde auf dem Parkplatz vergrößerten sich stetig, so dass die Besucher noch einige Augenblicke zögernd in ihren Wagen saßen, ehe sie einen vorsichtigen Schritt nach draußen wagten.

In orangeroten Umhängen mit heruntergezogenen Kapuzen kamen die Ordner an die halb geöffneten Fensterscheiben, um feuchte Parkscheine auszuhändigen.

Leonie Piepenstock war auf einen der wenigen noch freien Parkplätze gefahren und suchte in ihrer Tasche nach Geld. Sie kannte den jungen Mann, der ihr mit einem freundlichen Lächeln einen Zettel durch das Fenster reichte. Er war ein Mitschüler ihrer Nichte Jennifer, die in dieser Saison unter die Schauspieler gegangen war.

"Sebastian?" fragte sie vorsichtshalber.

Er nickte und sagte: "Hoffentlich haben Sie eine Decke mit, oben ist es verdammt kalt."

Das wusste Leo aus Erfahrung. Sie zog einen alten Schlafsack hervor und stopfte ihn unter ihren Mantel, damit er einigermaßen vor den Regenfluten geschützt war. Dann sprang sie über die nächste Pfütze und versuchte möglichst schnell den steilen Weg zur Höhle hinaufzulaufen.

Oben vor dem Eingang drängten sich bereits die Besucher, die möglichst rasch ins Trockene kommen wollten. Der Eingang der Höhle, sonst eine imposant gerundete Öffnung im Fels, war jetzt mit den Stahlrohren und Brettern der Zuschauertribüne zugebaut, die von innen zum Höhleneingang hin steil nach oben anstieg.

Der Betonboden war glitschig von der hereingetretenen Erde, und Leo ärgerte sich über ihre ungeeigneten Schuhe mit den glatten Sohlen, die bereits durchweicht waren und ihre Füße während der langen Aufführung in kalte Klumpen verwandeln würden.

Die Plätze waren numeriert, und sie landete ziemlich weit hinten, wahrscheinlich, weil sie ihre Karte so spät gekauft hatte. Sie versuchte ihren Schlafsack so über sich zu drapieren, dass er möglichst viele Körperteile bedeckte, und suchte nach ihrem Programmheft.

"Der arabische Prinz" stand in dieser Saison auf dem Programm, Jennifer würde eine der bezaubernden Haremsdamen spielen. Wahrscheinlich in Ermangelung reiferer Darstellerinnen hatte die Spielleitung auf vierzehnjährige Schülerinnen zurückgreifen müssen.

Die hölzernen Ränge füllten sich allmählich, im Publikum waren hauptsächlich Kinder und deren Eltern. Der Geräuschpegel stieg und erreichte langsam unangenehme Höhen. Leo konzentrierte sich auf die Hinterköpfe der vor ihr Sitzenden und versuchte sie zu identifizieren. Eigentlich hatte sie erwartet, jede Menge Bekannte zu treffen, aber es waren offenbar viele Zuschauer von außerhalb da. Die Balver Sommerspiele waren seit Jahren eine Attraktion, und die Reisebusse kamen aus dem gesamten Märkischen Kreis und sogar aus dem Ruhrgebiet, um sich die Aufführungen anzusehen.

Einige Reihen vor sich entdeckte Leo schließlich einen bekannten Hinterkopf. Er gehörte Richard Schwartpaul, der neben seiner Enkeltochter saß, die ihm gerade eine Ladung Popcorn in den Mund stopfte. Leo hatte ihn schon heute Morgen in seiner Apotheke begrüßt, und er hatte ihr erzählt, dass er am Nachmittag in die Höhle gehen würde.

Sie kannte Richard seit ihrer Studienzeit. Er war der erste gewesen, der sie damals, als sie die Stelle in Balve angenommen hatte, auf einen Kaffee zu sich nach Hause eingeladen hatte. Leo erinnerte sich noch sehr gut an die

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen