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Und dann kommt der Tod herbei von Clark, Mary Higgins (eBook)

  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Und dann kommt der Tod herbei

Eine Stewardess, die unter höchster Gefahr einen armen Flüchtling aus dem Land schmuggelt. Eine junge Frau, die auf der verzweifelten Suche nach ihrer Schwester, einem bekannten Model, in Lebensgefahr gerät. Eine frühere Putzfrau, die sich nach einem hohen Lottogewinn der Aufklärung von Kriminalfällen widmet - Mary Higgins Clark entwirft seit über fünfzig Jahren geniale Heldinnen und Plots. Diese Sammlung von spannenden Storys wird gekrönt von einem neuen Kurzroman. Mary Higgins Clark, geboren in New York, lebt und arbeitet in Saddle River, New Jersey. Sie zählt zu den erfolgreichsten Thrillerautoren weltweit. Ihre große Stärke sind ausgefeilte und raffinierte Plots und die stimmige Psychologie ihrer Heldinnen. Mit ihren Büchern führt Mary Higgins Clark regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten an. Sie hat bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten, u.a. den begehrten Edgar Award. Zuletzt bei Heyne erschienen: "Einsam bist du und allein".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641188702
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Death Wears a Beauty Mask
    Größe: 1800 kBytes
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Und dann kommt der Tod herbei

Der blinde Passagier

C arol versuchte ihre zunehmende Nervosität zu verbergen und sah sich im Wartebereich des Terminals um. Die farbenfroh gekleideten Folklorepuppen in den Schaukästen wollten so gar nicht zu den grimmigen Polizisten passen, die davor auf und ab patrouillierten. Die Handvoll Passagiere, die darauf warteten, an Bord zu gehen, warfen ihnen hasserfüllte Blicke zu.

"Die Suche dauert schon zu lange", sagte einer von ihnen, als sich Carol in ihrer rauchblauen Uniform der Gruppe näherte. "Die Schlächter sind sauer." Er wandte sich an Carol. "Wie lange fliegen Sie schon, Stewardess?"

"Drei Jahre", antwortete Carol.

"Dafür sehen Sie noch sehr jung aus. Sie hätten das Land vor der Besatzung erleben sollen. Damals war hier alles voller fröhlicher Menschen. Zwanzig Verwandte haben mich bei meinem letzten Besuch verabschiedet. Jetzt wagt es keiner mehr, sich blicken zu lassen. Es ist nicht klug, sich in der Öffentlichkeit mit Leuten zu zeigen, die Verbindungen nach Amerika haben."

Carol senkte die Stimme. "Heute sind sehr viel mehr Polizisten als sonst hier. Kennen Sie den Grund dafür?"

"Ein Dissident ist ihnen entkommen", flüsterte er. "Angeblich ist er vor einer Stunde irgendwo in der Nähe gesichtet worden. Sie werden ihn bestimmt schnappen. Ich hoffe nur, ich muss das nicht mit ansehen."

"In einer Viertelstunde beginnt das Boarding", entgegnete Carol. "Entschuldigen Sie mich, ich muss zum Kapitän."

Tom kam soeben von der Zentralen Disposition. Als sich ihre Blicke trafen, nickte er ihr zu. Wie lang würde es ihr noch einen Stich versetzen, wenn sie ihn sah, diesen wunderbaren, groß gewachsenen Mann in seiner dunklen Uniform? Dabei wäre es längst an der Zeit, in ihm nichts weiter als einen Piloten zu sehen und nicht mehr den Mann, in den sie so verliebt gewesen war.

"Du wolltest mich sprechen, Kapitän?", sagte sie so förmlich wie möglich.

"Hast du nach Paul gesehen?", fragte Tom ebenso kühl wie sie.

Carol musste sich eingestehen, dass sie seit ihrer Landung in Danubia keinen Gedanken mehr an den Chefsteward verschwendet hatte. Aufgrund der Nebenwirkungen einer Auffrischimpfung war ihm nicht ganz wohl, deshalb war er im Ruheabteil der Crew geblieben, solange die Maschine für den Rückflug nach Frankfurt aufgetankt wurde.

"Nein, Kapitän. Das Räuber-und-Gendarmspiel unserer Freunde hier hat mich mehr interessiert." Mit dem Kopf deutete sie in Richtung der Polizisten.

Tom nickte. "Ich möchte nicht in der Haut dieses armen Kerls stecken, wenn sie ihn erwischen. Sie gehen davon aus, dass er sich irgendwo auf dem Flughafen herumtreibt."

Kurz spürte sie wieder die Vertrautheit zwischen ihnen. Gespannt sah sie auf, aber dann war er doch wieder nur der Kapitän, der sich mit der Stewardess unterhält. "Geh bitte an Bord und sieh nach, ob Paul irgendetwas braucht. Ich lasse die Passagiere vom Bodenpersonal rausbringen."

Carol nickte und trat hinaus aufs Flugfeld.

Im trüben Licht des Oktobernachmittags vermittelte der Flughafen einen durch und durch trostlosen Eindruck. Sie sah, wie drei Polizisten an Bord des Flugzeugs neben ihnen gingen. Ein Schauer durchfuhr sie, bevor sie die Treppe hochstieg und in der Maschine zu Paul ging.

Er schlief noch. Fürsorglich breitete sie eine weitere Decke über ihn, kehrte in die Passagierkabine zurück und sah auf ihre Uhr. Noch zehn Minuten, bevor die Passagiere an Bord kamen. Sie zückte ihren Handspiegel und fuhr sich mit einem Kamm durch die kurzen blonden, sich unter dem Schiffchen ringelnden Haare.

In diesem Moment bemerkte sie im Spiegel eine schmale Hand, die die Stange im kleinen, offen stehenden Stauraum hinter ihrem Sitz umklammert hielt. Sie zuckte zusammen. Jemand will sich dort verstecken! Hektisch sah sie durch das Fenster neben ihrem Sitz. Die Polizisten hatten das Flugzeug nebenan verlassen und kamen nun zu ihnen.

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