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Und die Schuld trägt deinen Namen von Böhm, Jörg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.10.2016
  • Verlag: CW Niemeyer Buchverlage GmbH
eBook (PDF)
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Und die Schuld trägt deinen Namen

DU HAST GESÜNDIGT. DU KAMST DAMIT DURCH. JETZT WIRST DU DAFÜR STERBEN. Emma Hansens zweiter Fall Ein ungewöhnlicher Todesfall führt Emma Hansen in das kleine Dorf Burrweiler in der Pfalz: Der Winzer Alois Straubenhardt wird tot in seinem Weinberg gefunden - vom eigenen Traktor überfahren. Ein tragischer Unfall? Als ein weiterer Dorfbewohner auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, gerät die Hauptkommissarin immer stärker unter Druck, die Vorfälle aufzulösen. Zu spät erkennt sie, dass eine lange verdrängte Schuld endlich gesühnt werden will ... Der Journalist Jörg Böhm ( 1979) war nach seinem Studium der Journalistik, Soziologie und Philosophie unter anderem Chef vom Dienst der Allgemeinen Zeitung in Windhoek/Namibia. Danach arbeitete Jörg Böhm als Kommunikationsexperte und Pressesprecher für verschiedene große deutsche Unternehmen. Seit 2014 widmet er sich nur noch seinen schriftstellerischen Tätigkeiten. Neben dem 1. Kreuzfahrtkrimi 'Moffenkind', den er exklusiv in Kooperation mit der Reederei AIDA Cruises geschrieben hat, sind mittlerweile drei Krimis um seine dänisch-stämmige Kriminalhauptkommissarin Emma Hansen erschienen. Aktuell schreibt er an seinem vierten Emma-Hansen-Krimi, der im März 2017 erscheinen wird. Als bester Nachwuchsautor wurde er für seinen ersten Krimi 'Und nie sollst du vergessen sein' mit dem Krimi-Award 'Black Hat' ausgezeichnet. Mehr über Jörg Böhm und seine Aktivitäten erfahren Sie unter jörgböhm.com

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 20.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783827185211
    Verlag: CW Niemeyer Buchverlage GmbH
    Serie: Emma Hansen Bd.2
    Größe: 2545 kBytes
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Und die Schuld trägt deinen Namen

Kapitel 10

Montag, 27. Januar 2014

Das ÖIP, das Önologische Institut der Pfalz, lag auf halbem Wege zwischen Gleisweiler und Frankweiler. Zum 1. Januar 2008 gegründet, sollte die Forschungseinrichtung den Weinbau wissenschaftlich analysieren und den Menschen das jahrtausendealte Geheimnis des vergorenen Traubensafts näherbringen.

Doch dafür hatte Professor Michael Häußler keinen Gedanken übrig. Ja, er trank sogar noch nicht einmal gerne Wein, weswegen er sich auch weder für die Herstellung noch für die Lagerung oder die verschiedenen Kompositionsnoten interessierte.

Seine Motivation, sich mit den Weinreben, genauer gesagt mit dem nach dem Keltern übrig gebliebenen Most zu beschäftigen, richtete sich auf die Gewinnung erneuerbarer Energien. Für dieses neue Forschungsgebiet hatte er für seine Abteilung im Önologischen Institut vom Bundeswirtschaftsministerium in Kooperation mit den Bundesministerien für Verkehr und Landwirtschaft eine große Geldsumme zur Verfügung gestellt bekommen, verbunden mit dem Ziel, aus Trauben Biokraftstoff herzustellen.

Ein Vorhaben, um das sich viele seiner Kollegen im In- und Ausland gerissen hatten und das eine hohe Reputation bedeuten würde, wenn es gelänge, das sogenannte Bioethanol wettbewerbsfähig, also kostengünstig zu produzieren. Er wusste, eigentlich hätte er nie diesen Auftrag bekommen, aber die Zusicherung gegenüber dem Komitee, einen fast kompletten Weinberg an der Südlichen Weinstraße zur Verfügung zu haben und diesen für seine Forschung nutzen zu können, hatte letztendlich den Ausschlag gegeben, wenn auch nur unter größtem Vorbehalt, wie ihm der Komiteeleiter auf dem anschließenden Empfang zugeflüstert hatte.

Die werden mir eines Tages noch dankbar sein, wenn sie aufgrund meiner Forschungsergebnisse im Geld schwimmen, dachte Michael Häußler und es schüttelte ihn, wenn er nur an die arroganten Herren des Komitees denken musste.

Doch die Zeit drängte. Das Komitee wollte bald erste Zahlen und Forschungsansätze sehen, um einen weiteren finanziellen Zuschuss in die Pfalz und damit auf das Konto der Abteilung zu überweisen. Und Anfang Juni stand die "Regenerativa", die große internationale Messe für Antriebsstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, in Brüssel auf dem Programm und spätestens da musste er Erfolge vorweisen können, wollte er seinen guten Ruf in den Fachkreisen nicht einbüßen.

Und er hatte das Geld dringend nötig. Erst gestern war ihm die letzte Forderung des Inkassounternehmens zugestellt worden. Michael Häußler zitterte auf einmal so heftig, dass er sich an seinem Labortisch abstützen musste. Vorsichtig kramte er ein Taschentuch aus der Kitteltasche und tupfte sich damit wieder und wieder die Stirn ab. So langsam wuchs ihm die ganze Sache über den Kopf. An einen guten und gesunden Schlaf, der mehr als zwei Stunden dauerte, war schon seit Monaten nicht mehr zu denken. Und auch seine Lebensweise hatte alles andere als etwas von einem gesunden Rhythmus oder einer klaren Struktur. Er war ein Getriebener. Und wenn bald kein Geld mehr aus Berlin kam, dann wusste er nicht, ob er den möglichen Erfolg seiner Forschung überhaupt noch erleben würde.

Wenigstens konnte er sich auf Paul Straubenhardt verlassen. Der war zu allem bereit, und genau so einen Handlanger brauchte er, wollte er Erfolg haben. Er musste Erfolg haben, koste es, was es wolle. Und wenn erst einmal das Straubenhardt'sche Grundstück auf den Sohn überschrieben war, dann war die größte Hürde genommen. Und dann würde sich das mit dem Geld auch schon regeln lassen.

"Wie sehen Sie denn aus?", fragte Paul Straubenhardt, als er ins Labor gestürmt kam. Immer noch etwas außer Atem schaute er den Professor irritiert an, der mit den Gedanken woanders zu sein schien.

"Alles gut, Paul. Es wurde mir gerade etwas zu warm, als ich so über den Bunsenbrenner gebeugt war", erwiderte Häußler und fächelte sich mit einer Aktenmappe,

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