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Und ich bringe dir den Tod von Böhm, Jörg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.10.2016
  • Verlag: CW Niemeyer Buchverlage GmbH
eBook (ePUB)
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Und ich bringe dir den Tod

DER TOD HATTE DIE AUFGABE, MENSCHEN ZU ERLÖSEN, OB SIE ES WOLLTEN ODER NICHT Emma Hansens dritter Fall Die Landesgartenschau 2015 soll das Ereignis für Landau werden. Doch das Großprojekt droht zu scheitern, als zwei Skelette auf dem Gelände entdeckt werden. Wer sind die beiden Toten? Und vor allem: Wer hat sie dort verscharrt? Je weiter Hauptkommissarin Emma Hansen in die Fälle einsteigt, desto tiefer wird sie in einen Strudel aus abgrundtiefem Hass und unbändiger Gier hineingezogen. Und begeht schließlich einen tödlichen Fehler ... Der Journalist Jörg Böhm ( 1979) war nach seinem Studium der Journalistik, Soziologie und Philosophie unter anderem Chef vom Dienst der Allgemeinen Zeitung in Windhoek/Namibia. Danach arbeitete Jörg Böhm als Kommunikationsexperte und Pressesprecher für verschiedene große deutsche Unternehmen. Seit 2014 widmet er sich nur noch seinen schriftstellerischen Tätigkeiten. Neben dem 1. Kreuzfahrtkrimi 'Moffenkind', den er exklusiv in Kooperation mit der Reederei AIDA Cruises geschrieben hat, sind mittlerweile drei Krimis um seine dänisch-stämmige Kriminalhauptkommissarin Emma Hansen erschienen. Aktuell schreibt er an seinem vierten Emma-Hansen-Krimi, der im März 2017 erscheinen wird. Als bester Nachwuchsautor wurde er für seinen ersten Krimi 'Und nie sollst du vergessen sein' mit dem Krimi-Award 'Black Hat' ausgezeichnet. Mehr über Jörg Böhm und seine Aktivitäten erfahren Sie unter jörgböhm.com

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 17.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783827183224
    Verlag: CW Niemeyer Buchverlage GmbH
    Serie: Emma Hansen Bd.3
    Größe: 2264 kBytes
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Und ich bringe dir den Tod

Kapitel 2

Sieben Monate später

Sonntag, 17. August 2014

"Luiz, Mündchen auf und happ." Emma schob den Kinderlöffel in einen weit aufgerissenen Babymund. Der kleine Mann im Kinderwagen hüpfte vor Freude, während sich sein Mund nicht entscheiden konnte, ob er weiter lachen, drau os brabbeln oder einfach nur das Vanilleeis lutschen wollte. Erste milchige Speichelfäden liefen ihm die Mundwinkel hinunter, als er den Löffel freudestrahlend wieder freigab.

"Hättest du dem Jungen nicht wenigstens einen dänischen Vornamen geben können? Frederik, Magnus oder den schönen Namen deines Bruders, Erik? Musste es gerade ein brasilianischer sein?" Emmas Mutter Marit Hansen, die gerade eine neue Diät ausprobierte und sich daher nur einen grünen Tee bestellt hatte, schaute widerwillig auf den kleinen Wonneproppen, der seit gut einem Jahr ihr Stiefkind und ihr Pflegeenkel in einer Person war.

Es war das erste Mal, dass sie ihn nun hautnah und live erlebte, denn bisher hatte sie ihn noch nie gesehen. Sehen wollen. Sie lehnte dieses Etwas - wie sie den unehelichen Sohn ihres Mannes seit dem Bekanntwerden seiner Existenz nur nannte - mit jeder Faser ihres Körpers ab. Er existierte für sie einfach nicht. Deshalb hatte sie auch ihre regelmäßigen Besuche bei Emma eingestellt. Seitdem fand jede zwischenmenschliche Beziehung zwischen Mutter und Tochter nur noch am Telefon oder via Kurznachricht übers Handy statt. Bis zu einem Dienstag vor drei Wochen, als Emma aufgelöst und nervlich angespannt bei ihr angerufen und sie um Unterstützung gebeten hatte. Schweren Herzens hatte sie zugesagt, um ihre Tochter bei der neuen und nicht ganz freiwilligen Herausforderung, als ungeplante Mutter Kind und Karriere unter einen Hut zu bekommen, zu unterstützen.

"Papa hat sich diesen Namen gewünscht. Er sprach immer von seinem Luiz. Er war sein Lichtblick." Leider hat er ihn ja nicht mehr persönlich kennenlernen dürfen, ergänzte Emma gedanklich, setzte sich wieder ihre Sonnenbrille auf, die sie sich zuvor ins Haar gesteckt hatte und schaute über den Landauer Rathausplatz, das pulsierende Herz der pfälzischen Hauptstadt, wie die Landauer ihre Stadt liebevoll nannten.

Das Eiscafé lag direkt neben einem großen Drogeriemarkt. Folgte man dem Blick weiter in nördliche Richtung, dann erhob sich nach einigen weiteren kleinen Geschäften das Alte Kaufhaus, eines der ältesten Gebäude der Stadt, in dem seit einigen Jahren verschiedene Kulturveranstaltungen stattfanden. Mitten auf dem Platz stand ein weiteres Wahrzeichen der ehemaligen Garnisonsstadt: das Luitpold-Denkmal. Ein bronzenes Reiterstandbild, das der Bildhauer Ruemann bis 1893 angefertigt hatte und an dessen Sockel sich jetzt zwei Mädchen sonnten und dabei ebenfalls genüsslich an ihren Eistüten schleckten.

Es war einer der wenigen Sommertage, die erträglich waren und an denen man sich bedenkenlos im Freien aufhalten konnte. Denn auch wenn vom Pfälzer Hügelland immer mal wieder eine angenehme Böe über Landau wehte und das Klima, die Landschaft und die Lebensweise nicht umsonst an die italienische Toskana erinnerten, so hatte sich in diesem Jahr der Sommer schon seit Wochen mit einer lähmenden Trockenheit übers Land gelegt. Die Erde lechzte nach Wasser, Reben und Weinstöcke waren trocken wie Zunder und auch die satt- und tiefgrünen Wipfel der mächtigen Buchen, Fichten und Kiefern des Pfälzerwaldes waren an vielen Stellen bereits braun vor Wassermangel.

Selbst die Gauner und Halunken - so hatte Emmas Opa, der selbst Hauptkommissar in Kopenhagen gewesen war, die Schwerverbrecher immer genannt, um Klein-Emma die Angst vor seiner Arbeit zu nehmen - hielten sich in diesem Sommer auffallend zurück. Einige urlaubsbedingte Einbrüche, die angespülte Wasserleiche eines seit Monaten vermissten Mannes im Altrhein, einem Seitenarm des Hauptstroms, und ein Überfall auf eine Bankfiliale in Schifferstadt waren die einzigen aktuell

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