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Und in dir die Finsternis Thriller von O'Brien, Kevin (eBook)

  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
8,99 €
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Und in dir die Finsternis

Seattle in den USA. Megan hütet ein Geheimnis. Ein dunkles Geheimnis. Seit dem Tag vor 14 Jahren, als sie ihren Tod vortäuschte, um ihrem sadistischen Ehemann zu entkommen, und ein neues Leben unter neuem Namen begann. Josh, Megans 14-jähriger Sohn, weiß nichts von ihrer schrecklichen Vergangenheit. Doch jemand anderes schon. Zuerst sind es nur anonyme E-Mails und Anrufe, die nach Lisa, ihrem richtigen Namen, fragen. Aber dann passiert das Unfassbare: Ein maskierter Mann bricht in ihr Zuhause ein und entführt Josh. Um ihren Sohn zu retten, bleibt Megan keine andere Wahl, als sich ihren Dämonen zu stellen. Kevin O'Brien wuchs in Chicago auf und studierte Journalismus an der Marquette Universität in Milwaukee. Fast zwanzig Jahre lang reiste er tagsüber als Gleis-Inspektor einer Eisenbahngesellschaft quer durchs ganze Land, während er nachts seine ersten Romane schrieb. Inzwischen ist er Bestsellerautor und seine Thriller erscheinen in mehr als vierzehn Ländern. Kevin O'Brien lebt in Seattle.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 638
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732540587
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Terrified
    Größe: 730 kBytes
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Und in dir die Finsternis

Kapitel eins

G LENVIEW , I LLINOIS - 25. O KTOBER 1996

Ihr Sohn war plötzlich so auffallend still.

Maggie hatte es sich auf einer der Parkbänke des kleinen Spielplatzes gemütlich gemacht und verbrachte die Zeit damit, eine Einkaufsliste zu erstellen und gleichzeitig ihren vierjährigen Sohn Mark zu beaufsichtigen, der auf dem Klettergerüst spielte.

BBQ Kartoffelchips schrieb sie auf den personalisierten Notizblock, dessen Zettel jeweils am Oberrand mit Ms. Margaret Farris und der kitschigen Abbildung eines Kürbisfeldes bedruckt waren. Bekommen hatte sie den Block entweder von der American Cancer Society, der March of Dimes oder irgendeiner dieser anderen Wohltätigkeitsorganisationen, die einen ständig mit Postwurfsendungen und Werbebriefen bombardierten. Ein bisschen hatte sie immer ein schlechtes Gewissen, wenn sie ihr "persönliches Geschenk" behielt und den Rest wegwarf. Aber nur ein bisschen - im Büro spendete sie dem Netzwerk United Way.

Maggie arbeitete halbtags und verkaufte Werbeflächen in der P IONEER P RESS , einem Nachrichtenmagazin für die Metropolregion Chicago, das jede Woche in mehreren Städten des North Shore District erschien. Sie liebte es, freitags nicht arbeiten zu müssen, und verbrachte den Tag immer mit Mark. Nach dem Spielplatz würden sie bei Dominic's ihre Lebensmitteleinkäufe tätigen. Wie sie die Freitagabende verbrachten, hatte inzwischen Tradition: Sie und Mark holten ihren Ehemann Ed in Glenview vom Bahnhof ab und gingen anschließend zum Abendessen ins The Willow Inn.

Wie sie so auf dieser Parkbank saß, eingemummt in eine doppelreihige Jacke aus festem Tuch, und ihr hellbraunes Haar im Wind flatterte, hatte Maggie keine Ahnung, dass das hier keiner ihrer normalen Freitagabende werden würde. Der Supermarktbesuch würde heute ausfallen.

Sie schrieb Reis auf ihre Einkaufsliste und dann Kmart-Riegel . So nannte Mark die Special-K -Müsliriegel. Maggie war es gelungen, ihn dazu zu verleiten, gesunde Snacks zu essen, aber sie arbeitete noch daran, ihm beizubringen, diese bei ihrem richtigen Namen zu nennen. Folglich hießen sie im Farris-Haushalt Kmart-Riegel, nach der Ladenkette Kmart, die für ihre großen Spielzeugabteilungen bekannt war. Und wenn man zu viele von denen aß, bekam man unter Umständen Bauchschmerzen und musste dann nicht Pepto-Bismol, sondern Pepsi Mussmal trinken - eine weitere Mark'sche Wortkreation.

Bekleidet mit Jeans, roten Tennisschuhen und seiner blauen Jacke der Chicago Bears mit dem orangefarbenen C-Logo auf dem Rücken, rannte er auf die Rutsche zu. Das Licht der Sonne traf ihn aus einem ganz bestimmten Winkel und sorgte so dafür, dass sein lockiges, dunkelbraunes Haar golden strahlte.

Es war ein traumschöner, kühler und klarer Herbstnachmittag. Die Bäume waren ein Tumult aus Farben, und abgefallene Blätter tanzten über das Gras. Der Spielplatz befand sich am äußeren Ende einer großen Grünfläche. Ein paar Büsche in der Nähe des Klettergerüsts bildeten eine natürliche Barriere zu einem Abwasserkanal, der an Eisenbahnschienen entlangführte. Es roch, als würde irgendwo jemand Laub verbrennen.

Sie beobachtete, wie Mark die Rutsche runterschlitterte - ohne dabei einen Mucks von sich zu geben. Er spielte, wie manche Menschen lernten - still und konzentriert. Beim Fernsehen und beim Essen, selbst wenn er im Bett lag, war er indes eine regelrechte Quasselstrippe. Dann unterhielt er sich sogar mit sich selbst. Jetzt jedoch nicht. Er konzentrierte sich auf die anstehende Aufgabe, die darin bestand, die Rutsche runterzurutschen.

Maggie war froh, dass es so war. Die Stille war herrlich - kein Verkehrslärm, nur hin und wieder das Zwitschern irgendwelcher Vögel. Sie beschäftigte sich wieder mit ihrer Einkaufsliste. Es musste unbedingt etwas her für die

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