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Unschuldsengel Kappes neunter Fall. Kriminalroman von Bauer, Petra A. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.01.2013
  • Verlag: Jaron Verlag
eBook (ePUB)
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Unschuldsengel

Hermann Kappes neunter Fall 1926: Mina, eine junge, lebensbejahende Frau voll hochfliegender Träume und Hoffnungen, verlässt ihre Heimat in der Niederlausitz und kommt nach Berlin, um hier ihr Glück zu versuchen. Tatsächlich findet sie schon nach kurzer Zeit eine Anstellung in einem Fabrikantenhaushalt, in dem sie sich mit der Tochter ihrer Herrschaften anfreundet. Ihr Glück scheint vollkommen, als sie wenig später einen charmanten, gutaussehenden Mann kennenlernt, der sie regelrecht ihrer Sinne beraubt. Doch eines Tages ist die junge Frau wie vom Erdboden verschluckt. Wurde sie das Opfer des mörderischen Triebtäters, der seit geraumer Zeit in Berlin sein Unwesen treibt? Hermann Kappe nimmt sich des Falles an ... Petra A. Bauer, geboren 1964, lebt als freie Journalistin und Autorin in ihrer Geburtsstadt Berlin. Neben Krimis, Kinder- und Jugendbüchern schreibt sie Ratgeber, Fachartikel und Kolumnen zum Themenbereich Familie, Frauen und Lifestyle. Sie gehört sowohl der Vereinigung deutschsprachiger Krimiautorinnen an, den 'Mörderischen Schwestern', als auch dem 'Syndikat', der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur. 2006 gab sie ihr Krimidebüt mit dem erfolgreichen Roman 'Wer zuletzt lacht, lebt noch'. In der Reihe 'Es geschah in Berlin' erschienen von ihr die Krimis 'Unschuldsengel' (2009) und 'Kunstmord' (2010).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 22.01.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955520083
    Verlag: Jaron Verlag
    Größe: 414 kBytes
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Unschuldsengel

ACHT

OBERKOMMISSAR KAPPE betrachtete finsteren Blickes die Akte Adelmann, die sich nach monatelanger erfolgloser Ermittlungsarbeit in drei Ordnern auf seinem Schreibtisch türmte. Keine Spur dabei, nicht einmal eine eiskalte. Er hatte keine besondere Lust, die Ordner aufzuschlagen, und überlegte, was er davon noch auswendig wusste.

Alfons Adelmann war der zehntausendste Besucher der ersten Grünen Woche Berlin gewesen. Man hatte ihm am Eingang einen Präsentkorb überreicht, was ungeschickt war, denn er hätte diesen während seines gesamten Messebesuches mit sich herumtragen müssen. Aber Adelmann wollte glücklicherweise ohnehin seinen alten Kumpel Paule Krumbiegel besuchen. Trotz seines blaublütig anmutenden Namens war Adelmann nämlich Bauer in Königs Wusterhausen. Er hatte Paul Krumbiegel einst auf der Hochzeit seiner Schwester Annemarie kennengelernt, die einen Bauern in Lübars geheiratet hatte. Ganz Lübars war bei der Hochzeit anwesend gewesen und wohl noch ein paar Dörfer mehr im Umkreis. Jedenfalls hatte sich die Schwiegerfamilie seiner Schwester nicht lumpen lassen und eine richtig große Bauernhochzeit veranstaltet. Nach dem fünften Bier hatte Adelmann mit Paule Brüderschaft getrunken, und seither standen die beiden in unregelmäßigem Kontakt. Dies alles hatte Kappe von Paul Krumbiegel selbst erfahren.

Alfons Adelmann war mit dem Präsentkorb bei Krumbiegel aufgetaucht, der seine prämierten Schweine auf der Messe präsentierte, und selbstredend hatte Krumbiegel nichts dagegen gehabt, dass Adelmann seinen Präsentkorb bei ihm am Stand unterstellte.

"Ick hab noch jesacht: 'Klar, wenn de mir dafür die Flasche Wein als Miete abjibst, kannste dein Körbchen da hinstellen, Rotkäppchen. '"

Kappe erinnerte sich daran, wie traurig Krumbiegel dabei ausgesehen hatte. Bei der damaligen Vernehmung hatte er noch unter Schock gestanden. Immerhin hatte er kurz zuvor seinen Kumpel Alfons erstochen in dem Verschlag entdeckt, in dem sich zuvor der Präsentkorb befunden hatte.

Krumbiegel gab an, zur Toilette gegangen zu sein.

Sein Stallbursche Franz habe sich vor dem Schweinegehege mit potentiellen Interessenten unterhalten und behauptete, weder Adelmann noch sonst irgend jemanden in der Nähe des Verschlages gesehen zu haben.

Und gehört hatte offenbar auch niemand etwas. Und daran hatte sich seit Monaten nichts geändert.

Kappe stieß die Luft heftig durch die Nasenlöcher aus und fragte sich, an wen er diesen Fall wohl delegieren könnte. Vielleicht konnte er von Grienerick fragen.

Der Mord hatte damals ziemlichen Presserummel verursacht. Gleich auf der ersten Landwirtschaftsmesse ein Mord! Und dann noch am zehntausendsten Besucher! Die Zeitungen hatten am nächsten Tag zwei Bilder von Adelmann abgedruckt: einmal Adelmann lächelnd mit Präsentkorb und dann als Leiche, allerdings mit einem Tuch abgedeckt.

Wie überhaupt ein Photograph dieses zweite Photo hatte schießen können, war Kappe mindestens genauso rätselhaft wie die Tatsache, dass dieser Mord inmitten des Messerummels offensichtlich unbemerkt geschehen war. Der Mörder hatte ja danach auch noch den Mut gehabt, mit dem auffälligen Präsentkorb durch die Hallen zu laufen. Und wieso konnte sich niemand an das Gesicht des Korbträgers erinnern?

Zumindest hatte sich die Tat nicht als geschäftsschädigend entpuppt, denn es waren insgesamt tatsächlich noch über fünfzigtausend Besucher zur Grünen Woche gekommen, und es wurden noch vier weitere Präsentkörbe gebraucht.

Je länger Kappe darüber nachdachte, umso eher hielt er von Grienerick für den richtigen Mann. Sein Kollege hatte sich einmal in Frauenkleider gehüllt und zusammen mit ihm im Wald ein verliebtes Pärchen gemimt, um dem sogenannten "Liebespaarmörder" eine Falle zu stellen. Er scheute sicher auch die Photographen nicht, die unweigerlich auftauchen würden, wenn er den Grüne-Woche Mord aufklärte. Kappe würde sich zwar selbst auch gerne mit

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