text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Verbrannte Saat Eine Kriminalerzählung von Osswald, Franz (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.08.2016
  • Verlag: Verlag Johannes Petri
eBook (ePUB)
18,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Verbrannte Saat

Journalist Oskar Behrens auf Erkundung - Die Leiche eines Mannes wird aus dem Rhein geborgen: Es ist Fritz Hauser. Seine Frau bestätigt die Identität, er wird kurz darauf bestattet. Die Polizei geht aufgrund eines Abschiedsbriefs von einem Suizid aus, hatte Hauser wegen angeblicher Veruntreuung von Firmengeldern doch seinen Job verloren und keine Aussicht auf eine neue Anstellung. Seine Frau Bertha aber möchte Klarheit. Sie setzt den Journalisten Oskar Behrens auf den Fall an. Er soll herausfinden, weshalb ihr Mann wirklich entlassen wurde. Kaum stellt Behrens erste Erkundungen an, wird die verkohlte Leiche des Firmenchefs gefunden. Schon bald überschlagen sich die Ereignisse und nichts ist mehr so, wie es scheint. Und überhaupt: Ist Fritz Hauser wirklich tot? Behrens muss bis auf die Halbinsel Nordstrand reisen, um Gewissheit zu erlangen. Oskar Behrens ist freier Journalist, Liebhaber von klassischer Musik, deutschen Weinen und feinen Vesperplättchen - und schwul. Das tut zwar nichts zur Sache, hilft ihm aber in diesem Kriminalfall ein wenig auf die Sprünge. Franz Osswald, geboren 1962, lebt und arbeitet in Basel als Redaktor und freier Journalist. Bisher hat er als Herausgeber mehrere Sachbücher veröffentlicht, nun legt er mit Verbrannte Saat seine erste Kriminalerzählung vor.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 196
    Erscheinungsdatum: 24.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783037841174
    Verlag: Verlag Johannes Petri
    Größe: 3123 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Verbrannte Saat

Samstag, 28. Juni

"Guten Morgen, Frau Wagner, Sie sind aber schon früh auf den Beinen." Bertha Hauser stand vor der offenen Wohnungstüre ihrer Nachbarin und war im Begriff, das Haus zu verlassen.

"Ja, ich konnte nach der Beerdigung Ihres Mannes schlecht schlafen und bin seit 6 Uhr früh wach. Gut, dass Sie in diesen schweren Stunden nicht alleine sind."

Bertha Hauser erschrak, ein leichter Schwindel überfiel sie. "Wie kommen Sie denn auf so etwas?"

"Nein, nein, Frau Hauser, ich bin keine von denen, die an der Türe ihrer Nachbarn horchen. Aber Geräusche aus der Wohnung über mir höre ich recht gut. Und wenn mich nicht alles getäuscht hat, dann ..."

"... haben Sie Schritte von zwei Personen vernommen", unterbrach Bertha Hauser ihre Nachbarin. "Sie haben recht. Ich hatte Besuch von einer Freundin, die bei mir blieb, bis ich einschlafen konnte."

"Schön, wenn man solche Freundinnen hat. Da bin ich aber froh", sagte Irmi Wagner und ging in ihre Wohnung zurück.

"Ich auch", murmelte Bertha Hauser. Als sie unten an der Haustüre ankam, schnaufte sie aus, als wäre sie die Treppe eben hochgerannt. "Das ist ja noch mal gut gegangen", dachte sie sich.

"Dr. Mangold, ist mit dem Bericht über den Toten aus dem Rhein alles in Ordnung?" Der Leiter der Rechtsmedizin, Dr. Willi Katzenbach, war etwas beunruhigt, denn seinen neuen Mitarbeiter erlebte er zuweilen als einen etwas fahrigen und nicht immer ganz nach den Regeln der Kunst arbeitenden Kollegen. Das störte zwar die Toten nicht mehr, aber ihn umso mehr.

"Ja, die Untersuchung hat eindeutig ergeben, dass der Tote ertrunken ist. Der Körper wies keine Verletzungen auf, die auf Dritteinwirken hätten schliessen lassen. Der Mann war zudem mit 2,1 Promille stark alkoholisiert", fasste Mangold sein Protokoll zusammen. "Es lag ein authentifizierter Abschiedsbrief vor. Die Ehefrau hat den Toten als ihren Mann, Fritz Hauser, identifiziert. Die beim Toten gefundenen Gegenstände passten ins Bild, und die Röntgenbilder der Zähne, die Frau Hauser mitgebracht hatte, stimmten überein", leierte er seinen Sermon weiter herunter. "Fritz Hauser wurde gestern Morgen bestattet." Damit war für Mangold alles gesagt und der Fall erledigt.

Katzenbach war so weit beruhigt, denn so kurz vor seiner Pensionierung wollte er nicht noch Ärger im Haus. Während seiner Amtszeit waren nie Zweifel an Befunden der Rechtsmedizin aufgekommen, darauf war er stolz. So sollte es auch bis zum Schluss bleiben!

Es war schon Nachmittag, die Sonne stand hoch am Himmel. Oskar Behrens sah gerade auf sein Handy. Das Display zeigte zwei Nachrichten an. "Verdammt!", entfuhr es ihm, wieder hatte er das Vibrieren des Telefons nicht mitbekommen. Aber den Klingelton wollte er nicht einschalten, denn nichts ärgerte ihn mehr, als wenn sich das Handy in unpassenden Momenten meldete - egal ob es sein eigenes oder jenes von andern war.

Walo hatte sich gemeldet, endlich. "Habe einen super Auftrag erhalten, in Parma! Abreise bald. Wir sehen uns noch zuvor. Küsse : , dein Walo." Die Mitteilung stimmte Behrens froh, denn nun wusste er, dass es seinem Freund gut ging. Und wenn es Walo gut ging, dann war auch er gut drauf.

Die zweite Meldung lautete 'Verpasster Anruf'. Die Nummer sagte ihm nichts. Auf der Combox meldete sich eine aufgewühlte Stimme. "Hier spricht Bertha Hauser. Könnte ich bitte mit Ihnen sprechen; es ist wichtig. Ich wohne an der Thannerstrasse 38 in Basel." Dann brach die Stimme ab.

Behrens verstand nichts, notierte sich aber die Adresse und nahm sich vor, gegen Abend dort vorbeizugehen.

Er überlegte - Hauser. Wo hatte er den Namen nur schon gehört oder gelesen? Aber wenn er etwas hatte, dann ein schlechtes Namensgedächtnis. Wenn Behrens an einer Pressekonferenz fünf Leute begrüsste, dann war ihm der Name der ersten Person bereits wieder entschwunden, wenn er bei der fünften angelangt war. Für Journ

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen