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Verdammt lang tot Köln Krimi 25 von Schüller, Martin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.01.2017
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Verdammt lang tot

Nach vier Jahren in Lissabon kehrt Jan Richter nach Köln zurück. Nicht nur das Heimweh treibt ihn: Er hat die Aufgabe übernommen, das legendäre Bob-Keltner-Sextett noch einmal auf die Bühne zu bringen. Doch die Vergangenheit wirft lange Schatten. Wie starb der Saxofonist der Gruppe? Wurde er ermordet, entgegen allem Anschein? In einem Nebel aus Verdächtigungen, Widersprüchen und Alkohol begibt sich Jan auf die Suche nach einer Antwort. Dann liegt eine Tote im Rhein, und Jan wird zum Hauptverdächtigen in einem Mordfall. Der zweite Köln-Jazz-Krimi von Martin Schüller. Martin Schüller, Jahrgang 1960, geboren und aufgewachsen in Haan, lebt und arbeitet als freier Autor in Köln.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 16.01.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863585532
    Verlag: Emons Verlag
    Serie: Köln Krimi Bd.25
    Größe: 2806 kBytes
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Verdammt lang tot

Johanna war noch wach, als er nach Hause kam. Nach Hause, dachte er, bald glaub ich das wirklich. Er bat sie um einen Wecker, und sie fand nach einigem Suchen noch einen alten zum Aufziehen. Er hatte ein hellgrünes Emaillegehäuse und tickte so laut wie Big Ben.

"Ich muss um elf in der Stadt sein", sagte Jan. "Das ist so eine Uhrzeit, die es für mich eigentlich nur einmal am Tag gibt."

"Wird Ihnen mal gut tun. Gibt es eigentlich was Neues über Heidi Jung?"

"Man hat ihre Handtasche im Rhein gefunden."

"Oh mein Gott." Sie schlug die Hand vor den Mund.

"Das muss nichts heißen", sagte Jan und versuchte einen unerschütterlichen Blick, aber sie sah ihn gar nicht an.

"Es muss nicht. Nein", sagte sie leise. "Aber es kann."

"Jetzt ist es wohl zu spät, aber morgen früh rufe ich bei Richard Jung an. Vielleicht ist sie ja längst wieder zu Hause."

"Meinen Sie nicht, er hätte Bescheid gesagt?"

Nein, dachte Jan. Er griff nach dem Wecker und stand auf. "Ich werde so gegen Viertel vor zehn aufstehen. Zumindest versuch ich es."

Sie antwortete nicht.

"Es wird ihr schon nichts passiert sein", sagte er.

Sie nickte. Ohne ihn anzusehen und ohne Lächeln. Er stieg die Treppe hinauf. In seinem Zimmer zog er Bobs Umschlag aus der Tasche. Er drehte ihn ein paarmal in den Händen: ein einfacher, dicker DIN-A- 5-Umschlag. Jan steckte ihn in seine Reisetasche, ganz nach unten, unter die Schmutzwäsche. Langsam zog er sich aus, stellte den Wecker und legte sich ins Bett. Er wusste, dass er nicht würde einschlafen können, und er irrte sich nicht.

Die radiumgrünen Leuchtzeiger des Weckers zeigten Viertel nach drei, als er Heiner nach Hause kommen und erst im Bad, dann in seinem Zimmer verschwinden hörte. Um halb vier stand Jan auf, zog sich T-Shirt und Unterhose an und tastete sich im Dunkeln die Treppe hinunter. Erst im Wohnzimmer schaltete er Licht an. Er ging zum Telefon und nahm den Hörer ab, doch er legte wieder auf. Zögernd öffnete er den Schrank mit Heiners Schnapsvorrat. Es waren keine Gläser mehr drin. Er nahm die Tequilaflasche, schraubte den Deckel ab und nahm einen Schluck, dann noch einen.

"Scheiße", sagte er und stellte die Flasche wieder in den Schrank. Er ging zurück zum Telefon und wählte die Nummer des "Cool Moon of Lissabon". Es war Quitéria, die sich meldete.

"Hallo", sagte Jan. Er fühlte einen Frosch im Hals und räusperte sich. "Ich bin's. Viel los heute?"

"Es geht."

"Ich wollte nur sagen ..."

"Ja?"

Ich vermiss dich, war der Satz, aber warum konnte er ihn nicht sagen? "Geht's dir gut?", fragte er.

"So lala. Das Geschäft ist mau."

"Und du? Bist du gesund?"

"Ja."

"Mir geht's auch gut."

"Du bist betrunken."

"Na ja, ein bisschen."

Schweigen. Dann fragte sie: "Wann kommst du wieder?"

"Noch nicht. Bob hat ..."

"Was?"

"Er gibt mir fünfzehntausend Dollar."

"Wofür?"

"Für den Job hier. Für das Konzert."

"Das kann doch nicht sein. Was musst du noch tun?"

"Nichts! Nur die Musiker zusammenbringen und das Konzert veranstalten."

"Das glaub ich dir nicht."

"Wieso nicht? Die Hälfte krieg ich morgen."

"Niemand gibt dir fünfzehntausend Dollar für so einen Job. Ich würde ihn für ein Viertel davon machen."

Jan lachte. "Aber du könntest ihn nicht."

"Braucht Bob dafür einen Mann?"

"Nein. Nein. Einen Spinner."

"Gute Nacht, Jan", sagte Quitéria und legte auf.

"Ich vermiss dich", sagte Jan. Er zog die Nase hoch und ließ den Hörer auf die Gabel fallen. Dann öffnete er noch einmal den Schrank.

Er schaffte es. Das Klingeln zerriss ihm fast das Trommelfell, und er schaffte es aus dem Bett und unter die Dusche. Es reichte sogar noch für eine Tasse Kaffee. Um zwanzig nach zehn öffnete er die Haustür und mach

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