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Vergeltung & Abrechnung Zwei Thriller in einem E-Book von Peters, Katharina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.07.2017
  • Verlag: Aufbau Verlag
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Vergeltung & Abrechnung

Vergeltung Abrechnung

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 860
    Erscheinungsdatum: 03.07.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841214416
    Verlag: Aufbau Verlag
    Größe: 4433 kBytes
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Vergeltung & Abrechnung

1

Krüger kam zügig zur Sache, als er wenige Minuten nach Hannahs Dienstbeginn am Montagmorgen in ihrem Büro im BKA aufkreuzte.

"Du kriegst heute Nachmittag Besuch von einem LKA-Kollegen, der Unterstützung bei einem Fall braucht. Ein arroganter, rotznäsiger Spinner", bemerkte ihr Vorgesetzter, während er sich einen Stuhl heranzog. "Gibt vor, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, und kommt in keinem Team klar - soviel kann ich im Namen seines Kommissariatsleiters vorausschicken."

"Das klingt vielversprechend."

Krüger strich über seine Halbglatze und deutete ein Lächeln an. "Es geht um einen Vermisstenfall hier in Berlin. Vielleicht hast du davon gehört - ein Anwalt, Anfang Fünfzig. Trotz wochenlanger Suche und Recherchen einer Sonderkommission hat man nicht den geringsten Hinweis gefunden, jedenfalls keine konkrete Spur, die eine weitere Beschäftigung mit dem Fall in großem Stil rechtfertigen würde."

Nein, davon Hannah hatte nichts mitbekommen. Nach dem aufreibenden Fall in Lübeck war sie Anfang August nach Berlin zurückgekehrt, um auszuspannen und ihre Beziehung mit Achim zu kitten. Dieses Vorhaben war, um es kurz und bündig auf den Punkt zu bringen, gescheitert. Auch Korsika hatte ihren tiefsitzenden Konflikten nicht die Schärfe nehmen können, ganz im Gegenteil. Nicht den Hauch einer vagen Chance hatte Hannah ihrer Partnerschaft noch eingeräumt, und sie war nach wenigen Tagen alleine in die Hauptstadt zurückgeflogen, um während des restlichen Urlaubs ihren Umzug zu managen.

Seit einigen Tagen wohnte sie in einem Dachgeschossapartment in Treptow, ganz in der Nähe ihrer Dienststelle, und fühlte sich dort zu ihrer eigenen Verblüffung seit der ersten Stunde wohl. Nach sechs Jahren Beziehung und Zusammenleben im gediegenen Idyll am Nikolassee schien ihr der Nachhall der Trennung auffällig still oder genauer gesagt: Sie hatte deutlich Schlimmeres erwartet als ein paar unruhige Nächte, in denen sie ihre Entscheidung immer wieder durchkaute. Auch Windhundmischling Kotti wirkte - ja: unbeeindruckt. Allerdings war Kotti immer ihr Hund gewesen, ihr ständiger Begleiter, seit sie ihn vor Jahren am Kottbusser Tor aufgegabelt hatte, und für ihn war die Sache ganz einfach: Er blieb schlicht an ihrer Seite, egal, wohin sie ging und mit wem. Oder ich mache mir etwas vor und träume klammheimlich von einer zweiten Chance, grübelte sie. Möglicherweise erwischt mich der Schock in den nächsten Tagen oder Wochen völlig unvermutet, und mein Leben bricht dann wie ein Kartenhaus zusammen ... Abschied, Trennung, Verlust, Vermisste. Scheint durch und durch mein Lebensthema zu sein. Dagmar hatte bei ihrem letzten Telefonat so etwas angedeutet. Der Kontakt zur Lübecker Kommissariatsleiterin, die ihr nach anfänglichen Reibereien im Laufe der gemeinsamen Ermittlungen in der Hansestadt immer mehr ans Herz gewachsen war, gestaltete sich erfreulich lebhaft.

Krüger will mich ablenken, wurde Hannah plötzlich klar - natürlich wusste er, dass sie ausgezogen war, aber es war nicht seine Art, viele Worte darüber zu verlieren oder sich als Gesprächspartner für Liebeskummer anzubieten. Was hatte eigentlich sie, deren Spezialgebiet vermisste Frauen und Kinder waren, und zwar bundesweit, mit dem Verschwinden eines Berliner Anwalts zu schaffen, nachdem eine LKA-Sonderkommission mit ihren Recherchen erfolglos geblieben war und ein junger Ermittler schlechte Manieren bewiesen hatte? Beschäftigungstherapie?

Krüger räusperte sich, und Hannah wurde plötzlich klar, dass er seit geraumer Zeit auf eine Entgegnung von ihr wartete. "Tut mir leid, die Sache muss an mir vorbeigegangen sein. Aber verrat mir doch mal, warum der Kollege ..."

"Mark Springer."

"Okay, warum der Kollege Springer sich immer noch damit befasst, wenn nicht einmal eine Sonderkommission fündig und der große Alarm abgeblasen wurde."

Krüger verschränkte die Hände. "Es gab und gibt einiges an Aktenmaterial aufzuarbeite

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