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Verrat am Lancaster Gate Ein Thomas-Pitt-Roman von Perry, Anne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.11.2016
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Verrat am Lancaster Gate

London 1898: Als bei einem Bombenattentat am Lancaster Gate zwei Polizisten sterben, werden wie selbstverständlich die Anarchisten beschuldigt. Doch Thomas Pitt, der Chef des Staatsschutzes, erkennt schnell, dass die beiden Toten keine zufälligen Opfer sind: Sie scheinen sich der Korruption und noch schlimmerer Verbrechen schuldig gemacht zu haben. Mit Entsetzen erkennt er, welche Missstände im Polizeiapparat herrschen - und gerät in kürzester Zeit gnadenlos zwischen alle Fronten. Die Engländerin Anne Perry, 1938 in London geboren, verbrachte einen Teil ihrer Jugend in Neuseeland und auf den Bahamas. Schon früh begann sie zu schreiben. Ihre historischen Kriminalromane zeichnen ein lebendiges Bild des spätviktorianischen Englands und begeistern ein Millionenpublikum. Anne Perry lebt und schreibt in Schottland.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 14.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641192211
    Verlag: Heyne
    Serie: Thomas Pitt Bd.31
    Originaltitel: Treachery at Lancaster Gate / Pitt 31
    Größe: 996 kBytes
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Verrat am Lancaster Gate

KAPITEL 1

Von der Straße aus betrachtete Pitt die schwelenden Ruinen des Hauses. Nachdem die Feuerwehr auch hier und da wieder aufflackernde Glutnester gründlich gelöscht hatte, sammelte sich jetzt das Wasser in den Kratern, die der vor einer Dreiviertelstunde gezündete Sprengsatz im Boden des Gebäudes hinterlassen hatte. Dichter Qualm verdunkelte den Mittagshimmel, und in der Luft hing der Geruch von Sprengstoff.

Pitt trat beiseite, als zwei Sanitäter einen Verletzten auf einer behelfsmäßigen Trage zu einem wartenden Wagen brachten. Der Brandgeruch ließ die vor den Wagen gespannten Pferde unruhig stampfen, und jedes Mal, wenn ein durchgebrannter Balken herabstürzte, scheuten die Tiere.

"Das wär's, Sir. Jetzt sind alle draußen", teilte ihm der Polizeibeamte mit, der das Gebäude bewachte. Man merkte sei nem Gesicht das Entsetzen an - kein Wunder, denn die fünf Opfer des Anschlags waren seine Kollegen.

"Danke", sagte Pitt. "Wie viele sind tot?"

"Hobbs und Newman, Sir. Wir haben alles gelassen, wie es war." Er hustete und räusperte sich. "Ednam, Bossiney und Yarcombe hat es ziemlich übel erwischt, Sir."

"Danke", sagte Pitt erneut. Seine Gedanken jagten sich, doch ihm fiel nichts ein, was er dem Beamten zum Trost hätte sagen können. Pitt stand an der Spitze des Staatsschutzes, jener geheimdienstlichen Abteilung, die immer dann tätig wurde, wenn es um eine Bedrohung der nationalen Sicherheit durch Sabotage, Attentate, Bombenanschläge oder irgendeine Art von Terrorismus ging. Schon viel zu häufig war er Zeuge von Zerstörung und gewaltsamem Tod geworden. Vor seiner Zeit beim Staatsschutz hatte er wie die Männer, die diesem Anschlag zum Opfer gefallen waren, der regulären Polizei angehört, wo es seine Aufgabe gewesen war, Mordfälle aufzuklären.

Allem Anschein nach hatte sich dieser Anschlag bewusst gegen die Polizei gerichtet. Einige der Kollegen kannte er, hatte viele Jahre mit ihnen zusammengearbeitet. Er konnte sich an Newmans Hochzeit und an Hobbs' erste Beförderung erinnern. Jetzt musste er, unbeeinflusst davon, dass er sie gekannt hatte, die Trümmer nach dem durchsuchen, was von ihnen übrig geblieben war. Jeder Mensch konnte sein Leben verlieren, und wahrscheinlich hatte jeder jemanden, der ihn im Falle seines Todes entsetzlich vermisste. Aber wenn es sich anders verhielte, wäre das nicht sogar noch schlimmer?

Pitt wandte sich um und bahnte sich langsam seinen Weg durch die Trümmer, bemüht, alles so zu lassen, wie es war - denn gewissermaßen handelte es sich um Beweismaterial. In dem Haus war eine Bombe gezündet worden - Passanten hatten einen lauten Knall gehört und Trümmer durch die Luft fliegen sehen. Als die Holzteile des Gebäudes Feuer gefangen hatten, waren Flammen emporgeschlagen. Überall lagen Glassplitter von den geborstenen Fenstern. Zwei Personen, ein Mann und eine Frau, waren so nahe am Tatort gewesen, dass sie als Zeugen infrage kamen. Sie saßen jetzt im hinteren Teil eines Sanitätswagens, dessen Türen offen standen. Einer der Sanitäter redete beruhigend auf sie ein, während er eine tiefe Schnittwunde am Arm der Frau versorgte. Auch wenn beide ziemlich mitgenommen wirkten, würde Pitt möglichst bald mit ihnen sprechen müssen. Immerhin bestand die Möglichkeit, dass sie etwas Wichtiges gesehen hatten. Mitunter zeigte sich nachträglich, dass sich sogar Hinweise aus etwas ergaben, was jemand nicht gesehen hatte.

Pitt wandte sich zuerst an den Mann. Er mochte etwas über sechzig sein. Er war weißhaarig und trug einen dunklen Anzug. Abgesehen von diversen Schnittverletzungen, hatte er eine Brandwunde an der rechten Wange, wo ihn ein brennendes Stück Holz getroffen haben mochte. Staub bedeckte die ganze rechte Seite seines Anzugs, der mehrere Brandlöcher aufwies.

Pitt en

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