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Verteidigung Roman von Grisham, John (eBook)

  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Verteidigung

"Dieser Thriller wird sie nicht mehr loslassen." Brigitte Als Harvard-Absolvent David Zinc bei einer der angesehensten Anwaltskanzleien Chicagos anheuert, scheint seiner Karriere nichts mehr im Weg zu stehen. Doch der Job erweist sich als die Hölle. Fünf Jahre später zieht David die Reißleine und kündigt. Stattdessen fängt er bei Finley & Figg an, einer auf Verkehrsunfälle spezialisierten Vorstadt-Kanzlei, deren chaotische Partner zunächst nicht wissen, was sie mit ihm anfangen sollen. Bis die Kanzlei ihren ersten großen Fall an Land zieht. Der Prozess könnte Millionen einspielen - die Feuertaufe für David. John Grisham hat 32 Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und sechs Jugendbücher veröffentlicht. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Virginia.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641110307
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: The Litigators
    Größe: 2066 kBytes
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Verteidigung

1

Die Kanzlei Finley & Figg nannte sich gern "Boutique kanzlei". Sooft es ging, wurde die irreführende Bezeichnung in Gesprächen wie beiläufig fallen gelassen. Hin und wieder tauchte sie auch in dem Werbematerial für die verschiedenen Aktionen auf, mit denen sich die beiden Partner um neue Klienten bemühten. Geschickt verwendet, suggerierte der Begriff, dass die Kanzlei Finley & Figg mehr war als der übliche Zweimannbetrieb. Boutique, das bedeutete klein, talentiert und auf ein bestimmtes Fachgebiet spezialisiert. Boutique war cool und chic - und das auch noch auf Französisch. Boutique signalisierte: überglücklich darüber, so klein, wählerisch und erfolgreich zu sein.

Bis auf die Größe traf allerdings nichts davon auf die Kanzlei zu. Finley & Figg bearbeitete überwiegend Personenschäden, eine tägliche Plackerei, die wenig Können oder Kreativität erforderte und beim besten Willen nicht für cool oder sexy gehalten werden konnte. Die Gewinne waren genauso schwer definierbar wie das gesellschaftliche Prestige. Die Kanzlei war klein, weil sie es sich nicht leisten konnte, größer zu werden. Sie war nur deshalb so wählerisch, weil niemand dort arbeiten wollte, einschließlich der beiden Männer, denen sie gehörte. Und mit einem vietnamesischen Massagesalon zur Linken und einem Betrieb für Rasenmäherreparaturen zur Rechten war schon nach einem flüchtigen Blick klar, dass Finley & Figg alles andere als erfolgreich war. Auf der anderen Straßenseite, direkt gegenüber, befand sich eine weitere Boutiquekanzlei - verhasste Konkurrenz -, und um die Ecke gab es noch mehr Anwälte. Genau genommen wimmelte es in der Gegend von Anwälten, von denen einige allein, andere in kleinen Kanzleien und wieder andere in ihrer eigenen Version einer Boutiquekanzlei arbeiteten.

Finley & Figg lag in der Preston Avenue, einer stark befahrenen Straße mit alten Bungalows, die umgebaut worden waren und für alle möglichen gewerblichen Tätigkeiten genutzt wurden. Es gab Einzelhandel (Spirituosen, chemische Reinigung), Dienstleistungen (Anwälte, Zahnärzte, Reparatur von Rasenmähern, Massagen) und Gastronomie (Enchiladas, Baklava und Pizza zum Mitnehmen). Oscar Finley hatte das Gebäude vor zwanzig Jahren bei einem Prozess zugesprochen bekommen. Was der Adresse der Kanzlei an Prestige fehlte, machte sie durch ihre Lage wett. Zwei Türen weiter kreuzten sich drei Straßen - Preston, Beech und Thirty-eighth - in einem chaotischen Aufeinandertreffen von Asphalt und Verkehr, das pro Woche mindestens einen lukrativen Unfall garantierte, häufig gleich mehrere. Finley & Figg deckte seine Fixkosten mit Verkehrsunfällen, die sich in weniger als einhundert Meter Entfernung zur Kanzlei ereigneten. Von Zeit zu Zeit schlichen Vertreter anderer Kanzleien - Boutique und sonstige - durch die Gegend, in der Hoffnung, einen billigen Bungalow mieten zu können, in dem gierige Anwälte das Kreischen von Reifen und das Knirschen von Metall hören konnten.

Da die Kanzlei nur aus zwei Anwälten/Partnern bestand, lag es nahe, dass einer Seniorpartner und der andere Juniorpartner war. Der Seniorpartner war Oscar Finley, zweiundsechzig Jahre alt, gut dreißig Jahre Erfahrung in der hemdsärmeligen Variante der Juristerei, die in dieser verrufenen Gegend im Südwesten Chicagos praktiziert wurde. Oscar war früher Streifenpolizist gewesen, aber aus dem Dienst entlassen worden, weil er ein paar Schädel zu viel eingeschlagen hatte. Um ein Haar wäre er im Gefängnis gelandet, doch stattdessen hatte er ein Erweckungserlebnis und ging erst aufs College und dann an die juristische Fakultät. Als ihn nach Abschluss seines Studiums keine Kanzlei einstellen wollte, machte er seinen eigenen Laden auf und fing an, jeden zu verklagen, der in seine Nähe kam. Zweiunddreißig Jahre später konnte er es kaum glauben, dass er seine Karriere damit verschwendete, ausstehende Forderungen ein

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